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Neu gestaltet wurde der Rathaus-Eingang in der Stadtfarbe Rot

Weilheim

Rathaus: Symbiose aus Alt und Neu

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Saniert, modernisiert und erweitert: 3,2 Millionen Euro hat die Stadt in den Umbau des Rathauses gesteckt. Die Arbeiten hatten es in sich. 

Weilheim – Spätestens dann, wenn ein Ensemble der städtischem Musikschule Klassisches spielt und Bürgermeister Markus Loth im dunklen Anzug und mit Amtskette erscheint, steht fest: Heute steht ein besonderes Ereignis ins Haus. Und so war es auch am Mittwochabend: Mit einem kleinen Festakt wurden die neu gestalteten Räume für Einwohnermeldeamt, Standesamt und Ordnungsamt offiziell eingeweiht. Neu gestaltet wurde auch der Eingangsbereich, abgerissen und in einem zeitgemäßen modernen Stil neu aufgebaut wurde der Westflügel im Rathaushof. Unter dessen Dach befindet sich nun ein Besprechungsraum. Das Rathaus präsentiert sich so als Symbiose aus Altem und Neuem.

Loth war sichtlich stolz auf das Ergebnis der zweijährigen Arbeiten: Das Rathaus habe sich „gehörig verändert“, transparenter und offen wirke nun der Haupteingang, heller und übersichtlicher seien die stark frequentierten Amtsräume. „Besonderes Augenmerk haben wir auf unser neu gestaltetes Trauungszimmer gerichtet“, so Loth. Es wurde mit Werken des Künstlers Paul Ressl ausgestattet.

Besonderen Dank richtete das Stadtoberhaupt an die Mitarbeiter der Verwaltung, die den Betrieb „trotz teilweise starker Belastung“ aufrechterhalten mussten. Aber auch den „Kunden“ des Rathauses sei zeitweise viel Geduld wegen der sich öfters ändernden Zugänge abverlangt worden. Vorbei sind die Bauarbeiten im Rathaus aber noch nicht. 2018 geht die Deckensanierung in dem in den 1930er Jahren erstellten Gebäude weiter.

Festlich ging es bei der Einweihung des umgebauten Ordnungsamtes zu.

Dieser zweite Bauabschnitt wird aber, so hoffte Architekt Fritz Weinberger von „plan3Architekten“ aus Schongau, leichter sein als der erste. „Außerordentlich schwierig“ sei dieser gewesen, so Weinberger. Er berichtete davon, dass wegen der „Hybris auf dem Bausektor“ bei Ausschreibungen oft keine oder überteuerte Angebote eingegangen seien. So seien Handwerker zum Einsatz gekommen, „die nicht aus unserem Raum waren“. Dass eine große Glasscheibe, die pro Stück 8500 Euro kostete, dreimal bestellt werden musste, weil immer wieder das falsche Teil geliefert worden sei, sei der „hemmungslosen Überlastung der Leute“ geschuldet, so der Architekt. Dass letztlich doch ein „perfektes Ergebnis“ zustande gekommen sei, sei dem großen Einsatz der Handwerker aus der Region zu verdanken. „Moralisch sehr belastet“ habe ihn und sein Team, dass ein Anwalt wegen der Staubbelästigung eingeschaltet wurde, obwohl die Luft immer gemessen worden sei. Diese „Ausnahmesituation“ sei nur zu meistern gewesen, weil die Unterstützung durch die Stadtverwaltung so gut gewesen sei. „Der nächste Bauabschnitt wird ruhiger“, versprach Weinberger. Dies, und auch auf mehr Informationen und Einbeziehung der Mitarbeiter in die Planung wünschte sich die Personalratsvorsitzende Sabrina Braun. Lärm, Staub, eine kaputte Heizung, Ausfälle bei der EDV-Anlage und damit verbundene Zeitverzögerungen, hätten zu Problemen geführt, die Angestellte wie die Besucher des Rathauses belastet hätten.

Den kirchlichen Segen erteilten den neuen Räumen der katholische Pfarrer Engelbert Birkle und der evangelische Pfarrer Eberhard Hadem. In einer Gedenkminute und mit einem gemeinsamen „Vaterunser“ gedachten die Teilnehmer des Festaktes des jungen Weilheimers (20) und seiner Familie, der an diesem Tag bei einem Betriebsunfall in Hohenpeißenberg ums Leben gekommen war.

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