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Schäden am Dach der Weilheimer Stadthalle: Gerüchteküche kocht

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Von: Magnus Reitinger

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Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, aber wegen Mängeln an der Statik der Dachkonstruktion ist die Stadthalle derzeit gesperrt.
Auf den ersten Blick ist nicht zu erkennen, aber wegen Mängeln an der Statik der Dachkonstruktion ist die Stadthalle derzeit gesperrt. © Ruder

Die Photovoltaik-Anlage habe zu den Schäden an der Dachkonstruktion geführt, wegen denen Weilheims Stadthalle seit zwei Wochen komplett gesperrt ist. Dieses Gerücht geht in Weilheim um. Die Stadt nennt das „reine Spekulation“.

Weilheim – Was sind die Ursachen für die Mängel an der Dachkonstruktion der Weilheimer Stadthalle, wegen denen das Gebäude seit zwei Wochen komplett gesperrt ist? Darauf gab es noch keine Antwort, als Stadtkämmerer Christoph Scharf am Mittwoch im Hauptausschuss des Stadtrates über den Stand der Dinge informierte. Eine Fachfirma untersucht derzeit die festgestellten „Auffälligkeiten“ – allein das kostet die Stadt rund 20 000 Euro. Scharf hofft, dass „in drei bis vier Wochen“ Ergebnisse vorliegen.

In Weilheim kursierten aber bereits Gerüchte, wonach die Photovoltaik-Anlage auf dem Stadthallendach zu den Schäden geführt habe, sagte Grünen-Stadtrat Karl-Heinz Grehl in der Sitzung. Das wies die Stadtspitze klar zurück: Zur Stunde seien alle Behauptungen zu möglichen Ursachen „spekulativ“.

Bei Installation gab es offenbar Fehler

„Aus jetziger Sicht ist die Schuld nicht auf die Solaranlage zu schieben“, ergänzte Kämmerer Scharf nach der Sitzung im Gespräch mit unserer Zeitung. Zwar gelangte bei der Befestigung der PV-Module vor 20 Jahren wohl Feuchtigkeit auf die Dachsparren, wie man heute weiß – weil „nicht fachgerecht abgedichtet“ wurde, so Scharf: „Ob sich das weiter ausgewirkt hat, ist aber reine Spekulation.“

Mängel kamen zufällig ans Licht

Die „Auffälligkeiten“, die Anfang September zur Sperrung der Halle führten, wurden übrigens „durch Zufall“ festgestellt, wie es im Hauptausschuss hieß. Weil die Stadthalle kommendes Jahr mit neuen Dachplatten eingedeckt werden soll, gab es kürzlich Voruntersuchungen, bei denen auch die statischen Bauteile begutachtet wurden. Dabei traten in den zugänglichen Außenseiten der Hauptträger „Risse und Delaminierungen in einem nicht zulässigen Bereich“ zutage, wie es in der offiziellen Mitteilung von Bürgermeister Markus Loth heißt. Der Statiker habe dafür keine Verantwortung übernehmen können, erklärte nun Kämmerer Scharf, und eine Sperrung der Stadthalle empfohlen, bis die Sache eingehend geprüft ist.

Zwei Ausweichmöglichkeiten für Stadtratssitzungen

Wann die Halle wieder genutzt werden kann, ist laut Loth noch völlig offen. Wie berichtet, steht als Ersatz für einige Kulturveranstaltungen die große Hochlandhalle zur Verfügung – die aber nicht für alles geeignet ist. Auch Weilheims Stadtratssitzungen fanden seit Beginn der Pandemie stets in der Stadthalle statt. Nun wird vorerst ins „Haus der Begegnung“ an der Römerstraße oder in den Sitzungssaal des Landratsamtes ausgewichen, gab Loth bekannt, „je nach dem, was terminlich zur Verfügung steht“. Ausschuss-Sitzungen werden derweil im Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses an der Krumpperstraße abgehalten.

Auswirkungen auf Bundestagswahl

Das für die Bundestagswahl am 26. September vorgesehene Wahllokal im Stadthallenfoyer wird in die Gaststätte bei der kleinen Hochlandhalle verlegt. Und für die acht Briefwahlbezirke werden die Wahlhelfer statt in der Stadthalle in der Turnhalle der Hardtschule auszählen.

So dringend man im Rathaus nun auf das Ergebnis der Untersuchungen unter dem Stadthallendach wartet – den Verantwortlichen ist auch ein bisschen bange vor den finanziellen Konsequenzen. Die zusätzlich nötigen Sanierungsarbeiten, schätzt Stadtkämmerer Scharf auf Tagblatt-Anfrage vorsichtig, „werden nicht mit einem Betrag im unteren sechsstelligen Bereich getan sein“.

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