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Gemälde und ein Straßennamen erinnern in Weilheim an den Admiral. Foto:

Schätze aus dem depot

Ein Denkmal für den Admiral

Weilheim - Für den Kriegshelden Admiral Hipper sollte einst ein Denkmal errichtet werden. Auf einem Dachboden fanden sich nun  Gipsmodelle, die nie verwirklicht wurden.

Entwurf von Georg Johann Lang für das Hipper-Denkmal. 

Dem 1863 als Spross einer alteingessenen Weilheimer Familie geborenen Franz Hipper gelang eine steile Karriere in der kaiserlichen deutschen Marine. Als Chef der Aufklärunsflotte unterstand ihm beim Ausbruch des 1. Weltkrieges ein wichtiger Teil der deutschen Flotte. Insbesondere nach seinem geschickten militärischen Verhalten in der Seeschlacht vor dem Skagerrak, die sich am heutigen 31. Mai zum 100. Mal jährt, wurde Hipper in Deutschland als Kriegsheld gefeiert und im Jahre 1918 zum Oberbefehlshaber der deutschen Hochseeflotte ernannt.

Der verlorene Krieg und sein Rücktritt ließen es dann aber ruhig um die Person Hippers werden. Nach seinem Tod im Jahre 1932 war es dann insbesondere das nationalsozialistische Regime, das versuchte, die Person Hippers für seine Propaganda zu nutzen. Die Weilheimer Nationalsozialisten unter Bürgermeister Wiedenmann wollten ihm ein Denkmal in Weilheim errichten und schrieben dafür im Jahr 1938 einen Wettbewerb aus. Als Sieger ging der Architekt August Simbeck hervor, der schon das neue Weilheimer Rathaus erbaut hatte. Das Denkmal wurde jedoch nie errichtet. Durch Zufall sind jetzt auf einem Dachboden einige der Gipsmodelle aufgetaucht, die die Künstler für den Denkmalwettbewerb eingereicht hatten.

Einige dieser Entwürfe sind ab heute bis zum 12. Juni in der Reihe „Schätze aus dem Depot“ im 1. Stock des Stadtmuseums ausgestellt.

Begleitend dazu findet am heutigen Dienstag um 18 Uhr ein Vortrag von Dr. Thomas Müller vom Bayerischen Armeemuseum statt, in dem Hippers Beteiligung an der Schlacht vor dem Skagerrak sowie die technischen Neuerungen der damaligen militärischen Seefahrt beleuchtet werden.

Dr. Tobias Güthner

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