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Der Van - hier eine Studie - soll mit 349 Solarzellen ausgestattet sein.  

Solarzellen-Auto

Schattenparken beim „Sion“ unerwünscht

Weilheim -  Ein junges Unternehmen sammelt per Crowdfunding Geld für ein Solarzellen-Auto. Und eine Weilheimerin ist mit dabei.

 Ein kleines Münchener Start-up-Unternehmen will ein Solar-Auto bauen und sammelt dafür Geld, dahinter steckt auch eine Weilheimerin. Navina Pernsteiner ist eine der Unternehmerinnen von „Sono Motors“. Die Weilheimerin hatte 2009 in der Kreisstadt ihr Abitur gemacht und hat sich nach dem Design-Studium in Augsburg und Auslandsaufenthalten in Barcelona und Amsterdam im München niedergelassen. Zusammen mit anderen Visionären will sie ein völlig neues Auto bauen: ein Elektroauto für alle, das sich seinen Strom selbst produziert.

Das Geld für den Bau eines Prototypen soll aus dem so genannten Crowdfunding kommen. Dabei spenden eine Vielzahl von Menschen, die von einer Idee überzeugt sind, kleinere Beträge, die zusammen das Startkapital für ein neues Unternehmen ergeben. „95 000 Euro haben wir schon“, so Pernsteiner. Bis Anfang September läuft die Aktion noch, die insgesamt 150 000 Euro bringen soll.

Das Geld soll für den Bau eines Prototypen verwendet werden. „Unser Antrieb ist der Umweltschutz“, so Pernsteiner zur Motivation des Teams. Ziel sei es, ein umweltfreundliches Elektro-Auto zu bauen, das sich jeder leisten kann. Der „Sion“ soll kein auf Elektroantrieb umgebautes konventionelles Auto sein, sondern ein von Grund auf neu konzipiertes Fahrzeug. Das Besondere daran ist die Karosserie. Auf der gesamten Oberfläche des gut vier Meter langen familientauglichen Vans sollen 349 Solarzellen mit einem elektrischen Wirkungsgrad von 22 Prozent installiert werden, die durch eine Polycarbonatschicht geschützt sind. An einen sonnigen Tag sollen diese Zellen genügend Solarstrom für 30 Kilometer Fahrtstrecke in die Batterie speichern – vorausgesetzt, der Autofahrer ist kein Schattenparker. Angesichts der 22 Kilometer, die ein Auto in Deutschland im Durchschnitt täglich fährt, hält Pernsteiner dies für einen ganz guten Wert. Für weitere Strecken muss die Batterie mit Strom von außen aufgeladen werden. „Am besten natürlich mit Ökostrom“, so Pernsteiner. Damit komme die urbane Variante des „Sion“ auf 120 Kilometer Reichweite, das Überlandmodell mit seiner größeren Batterie auf 250 Kilometer.

Damit das Auto ohne den aufwändigen Aufbau eines Händlernetzes schnell auf den Markt kommen kann, sollen laut Pernsteiner alle Ersatzteile frei verkäuflich sein. Auch die Wartungs- und Reparaturanleitungen sollen im Internet frei von jeder Werkstätte abrufbar sein. So hätte jeder Fahrer des „Sion“ von Anfang an ein riesiges Werkstattnetz, heißt es. Das Solarstrom-Fahrzeug soll im Herbst 2018 zum Grundpreis von 12 000 Euro auf den Mark kommen.

Infos

zu dem Autoprojekt gibt es auf www.sonomotors.com.

Alfred Schubert

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