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2015 beim Einsatz im Mittelmeer: Die „ Weilheim“ (links) beim Betanken durch den Versorger „Berlin“.

Das Minenjagdbot im Einsatz

Die „Weilheim“ wird Seenotretter

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Weilheim - Das Patenschiff der Stadt half in drei Tagen gleich zweimal Schiffbrüchigen in der Ostsee – Bereits 2015 hatte die Crew auf dem Mittelmeer ein tunesisches Boot geborgen.

Das Minenjagdboot „Weilheim“, das Patenschiff der Stadt Weilheim, entwickelt sich zu einem Experten für Rettung aus Seenot. Auf dem Weg zu einer Übung in Litauen half das in Kiel stationierte „M1059“ in der vergangenen Woche gleich zweimal Schiffbrüchigen in der Ostsee.

Der erste Notalleinsatz ereignete sich am 17. August: Östlich der Insel Fehmarn nahm die Brücke der „Weilheim“ einen Hilferuf auf, wie Fregattenkapitän Achim Winkler, Pressesprecher der Marine-Außenstelle Kiel, gestern berichtete. Nur zwei Seemeilen entfernt war bei einer Yacht der Motor ausgefallen. Der neue Kommandant der „Weilheim“, Kapitänleutnant Martin Klaus, schickte Techniker in einem Beiboot zum Havaristen. Winkler: „Sie haben den Motor wieder flott hingekriegt.“ Inzwischen war der Seenotrettungskreuzer „Bremen“ aus Fehmarn eingetroffen, er begleitete die Yacht zurück in den Hafen.

Gebrochener Mast, Motorschaden und Leck

Die „Weilheim“ fuhr weiter – und hörte 35 Seemeilen vor der Küste von Polen in der Nacht auf Freitag per Funk den nächsten SOS-Ruf. Diesmal war es eine polnische Segelyacht mit fünf Mann Besatzung. Das Schiff lag acht Seemeilen entfernt und hatte heftige Probleme: Der Mast war gebrochen, der Motor beschädigt, und zu allem Unglück leckte das Boot. Wieder schickte die „Weilheim“ ein Team herüber. „Sie konnten aber nicht viel machen“, so Marinesprecher Winkler. Deshalb wurde die Besatzung an Bord geholt, versorgt und verpflegt, und im litauischen Klaipeda den Behörden übergeben. Um die Yacht kümmerte sich die dortige Rettungsleitstelle. Der Fregattenkapitän lobt das Verhalten der „Weilheim“-Crew: „Das war einfach klasse.“

Das Minenjagdboot, das zum 3. Minensuchgeschwader gehört, hatte sich bereits am 11. Dezember 2015 als Retter hervorgetan: Damals patrouillierte die „Weilheim“ während der EU-Operation „Sophia“ vor der libyschen Küste. In den Morgenstunden entdeckten Soldaten das tunesische Fischerboot „Mohamed Amine“, das mit Motorschaden in Seenot war. Die Deutschen schleppten das Boot nach Tunesien.

Die Weilheimer Marinekameradschaft erfuhr gestern durch die Heimatzeitung von der jüngsten Hilfsaktion. „Das erfüllt uns mit Stolz“, sagte Vorsitzender Hans Stibich. Vor allem, weil Kommandant und Besatzung noch relativ neu seien. Stibich fährt mit sechs Kameraden übrigens am Sonntag hoch nach Wilhelmshaven: Eine Woche lang werden sie dort die alte „Weilheim“ im Museumshafen auf Vordermann bringen.

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