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Die Gruppe „Power! Percussion“ mit (v.l.) Christoph Schmid, Alexander Glögger, Rudolph Bauer und Jürgen Weishaupt machte ordentlich Dampf in der Stadthalle. 

Konzert in der Stadthalle

Schlag auf Schlag „Power!Percussion“

Weilheim - Vor der Weilheimer Stadthalle war es eisig kalt. Drinnen wurde kräftig eingeheizt, und zwar von der Band „Power!Percussion“. Ein Heimspiel für Jürgen Weishaupt.

 Kalt? War es nur draußen. Drinnen, in Weilheims bis zum Rand gefüllter Stadthalle, kochte es am Samstagabend schon nach wenigen Minuten. „Hallo, Jürgen“, rief ein Stimmchen aus den Reihen der auf den Kissen vor der Bühne sitzenden Kinder, und schon tobte der ganze Saal. Denn ein Schlagzeuger der vierköpfigen Gruppe „Power!Percussion“ ist im Ort bekannt. Der Weilheimer Jürgen Weishaupt hatte an diesem Abend quasi ein Heimspiel, bei dem ihn Rudolph Bauer, Alexander Glöggler und Christoph Schmid unterstützten.

Was war das für eine gigantische Show, die die Drummer da lieferten. Schlagzeug pur wurde geboten, Töne, die bis in die tiefsten Bauchregionen drangen, hämmernder Rhythmus, der kollektiv ansteckte. Jeder in der Stadthalle klatschte und wippte schon nach wenigen Minuten mit den Füßen.

Es ist verwunderlich, auf was sich alles herumschlagen lässt, welchen Gegenständen man rhythmische Klänge zu entlocken vermag. Haushaltsleitern wurden mit Stöcken bearbeitet, Ölfässer geschlagen, alte Eisentonnen, kleine Plastikeimer und große Regentonnen, die mit Wasser gefüllt waren, zu Instrumenten. Zusammengesteckte Regenrinnen und ein großes Plastikgebilde aus Abflussrohren mutierten zu Klangkörpern und brachten tatsächlich das Publikum dazu, in Mozarts „Kleine Nachtmusik“ einzustimmen. Es wurden fluoreszierende Schläger verwendet, Schläge auf ein riesiges Rad aus beleuchteten Tonnen brachten Lichtreflexionen hervor.

Viel Ideenreichtum, viel Witz waren auch dabei. So imitierten Weishaupt und Schmid auf unsichtbaren Schlagzeugen ein wahres Trommelfeuer und lieferten sich danach einen gigantischen Schlagwettkampf, der das Publikum zum Toben brachte. Doch es gab auch leise, fast schon psychedelisch anmutende Töne, erzeugt von Rudolph Bauer auf einem überdimensionalen Xylophon. Bewaffnet mit vier Schlegeln, zauberte er in dieser Form nie gehörte Töne in den Raum. Und erst das Finale! Weishaupt dirigierte nun seine Schlagzeuger mit einfachen Handzeichen. Laute und leise Trommelwirbel in rasendem Wechsel, der Rhythmus schwoll auf und ab, in Wellen kamen die Klänge, dann wieder stakkatohaft.

Dann der Schwenk zum Publikum, das Weishaupts Anweisungen ebenfalls folgte. Er ließ die linke Seite klatschen, dann die rechte, dann beide, und jeder Besucher durfte auch mal laut schreien. Jeder wollte sich nur noch dem Rhythmus hingeben und toben.

Auf einen Schlag war alles aus, kein Ton war mehr zu hören. Wie auf Kommando sprang das Publikum auf und spendete stehend Beifall. Das kommt auch nicht so oft vor bei einer Veranstaltung. Hier ging es gar nicht anders.

Regina Wahl-Geiger

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