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Nichts geht mehr: Der Sprungturm weist zu viele Schäden auf. 

Schäden im Weilheimer Hallenbad: Landkreis sperrt Sprungturm und Duschen

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Das Landkreis-Hallenbad in Weilheim bleibt ein Sorgenkind. Jetzt sind der Sprungturm und ein Duschbereich für die Öffentlichkeit gesperrt. Als Grund nennt das Landratsamt bauliche Mängel.

Weilheim – Das landkreiseigene Hallenbad in Weilheim treibt den Verantwortlichen schon seit längeren die Sorgenfalten in die Stirn. Die bereits 47 Jahre alte Einrichtung an der Jahnstraße ist in die Jahre gekommen. 

Landratsamt musste reagieren

Jetzt hat das Landratsamt erneut reagieren müssen, wie im Kreisausschuss bekannt wurde. Gleich zwei Bereiche sind betroffen.

Der beliebte 5-Meter- und 3-Meter-Sprungturm wurde bereits am 16. September aus Sicherheitsgründen gesperrt, wie Florian Steinbach, Leiter der kommunalen Bauverwaltung, nun mitteilte. „Bei der Revision wurden Schäden festgestellt.“ Deshalb habe das Ingenieurbüro zu dem Schritt geraten. 

Einziger im Landkreis

„Das ist richtig schade“, so Steinbach über die Sperrung – schließlich sei die Anlage die einzige ihrer Art im Landkreis. Für die Nutzung als Sprunganlage stehen das 1-Meterbrett, die 1-Meterplattform und die Sprungblöcke weiterhin zur Verfügung, heißt es vom Landratsamt

Schäden im Stahlbeton

„Bei den Mängeln handelt es sich um Schäden am und im Stahlbeton“, teilte Behördensprecher Hans Rehbehn auf Nachfrage mit. Eine Gefahr für die Nutzer des Bades gehe davon allerdings nicht aus. Nötig ist laut Abteilungsleiter Steinbach eine Betonsanierung. Problem: Diese sei frühestens im nächsten Sommer möglich. 

Kostenschätzung bei 100.000 Euro

Übers Knie brechen will man in der Kreisbehörde nichts. „Wir lassen das erst mal genau untersuchen“, gab Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) die Marschrichtung vor. Eine erste grobe Kostenschätzung für eine Sanierung des Turmes samt einem neuen Geländer liegt bei 100 000 Euro.

Auch alte Duschen gesperrt

Ebenfalls betroffen ist der alte Duschbereich, wie Steinbach erklärte. Dieser musste ebenfalls gesperrt werden. Denn der mittlere der drei Bereiche, der aus dem Jahr 1977 stamme und seit Längerem sanierungsbedürftig ist, weist Mängel auf. Amtssprecher Rehbehn: „Die vorhandenen Installationen können aufgrund ihres Alters und Zustandes nicht mehr zuverlässig und sicher betrieben werden.“ Es sei notwendig, das Wasser über bestimmte Temperaturen zu erhitzen, was aufgrund der Installation nicht mehr zuverlässig möglich sei. 

Mängel an den Fliesen 

Darüber hinaus weisen die Fliesen an den Wänden und auf den Böden Mängel auf, wie Abteilungschef Steinbach im Kreisausschuss erklärte. Aus diesem Grund sei es schwer „die aktuellen Hygienevorschriften“ einzuhalten. Insgesamt stellt Behördensprecher Rehbehn den Anlagen kein gutes Zeugnis aus: Diese würden nicht mehr den Ansprüchen von Landratsamt und Benutzern genügen. 

Circa 150.000 Euro an Kosten

„Bisher konnten die erforderlichen Parameter mit einem sehr hohen Aufwand immer wieder hergestellt und gehalten werden“, so Rehbehn. Für die Sanierung des alten Dusch- und Sanitär-Bereichs veranschlagt die Kreisbehörde circa 150 000 Euro. Für die Badegäste stehen weiterhin zwei modernisierte Duschräume für Damen und Herren zur Verfügung. 

Wartezeiten bei großem Andrang

„Deren Kapazität reicht in der Regel aus, um den Andrang im öffentlichen Badebetrieb gut zu bewältigen“, so Rehbehn. Beim Schul- und Vereinsschwimmen könne es dagegen bei maximaler Belegung zu geringfügigen Wartezeiten kommen – „welche aber zumutbar sind.“

Bad zuletzt im Herbst 2018 dicht

Der Landkreis hatte das Hallenbad zuletzt im Oktober und November 2018 schließen müssen. Grund waren  technische Probleme in der Wasseraufbereitungsanlage gewesen.

Lesen Sie auch: „Hallenbad soll noch fünf Jahre halten“.

Noch ein Bad-Thema: Nach Entkernung: Die ersten Wellenbad-Wände fallen - und eine Baustellenkamera überträgt.

Ebenfalls interessant: Das Schwimmbad ist ihre zweite Heimat.

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