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Das VR-Bank-Gebäude am Kirchplatz in Weilheim soll verkauft werden. 

Betroffen sind Weilheim, Wielenbach und Peißenberg

VR-Bank schließt weitere Filialen

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Die Digitalisierung verändert die Bankenwelt: Die VR-Bank Werdenfels verkleinert im Raum Weillheim ab Frühjahr ihr Filialnetz. In Wielenbach und an der Hauptstraße in Peißenberg gibt es künftig nur noch Automaten. Das VR-Bank-Gebäude am Weilheimer Kirchplatz soll verkauft.

Weilheim Als Wielenbachs Bürgermeister Korbinian Steigenberger seinen Gemeinderäten in der Sitzung am Donnerstagabend sagte, dass die VR-Bank die Filiale im Dorf zum 1. Februar schließt, war das Entsetzen seinen Worten nach groß. Vor einigen Jahren sei die Filiale im Ortsteil Haunshofen dicht gemacht worden, dass es nun Wielenbach selbst treffe, verstünden die Gemeinderäte nicht. Immerhin habe Wielenbach über 3000 Einwohner und damit mehr als die Nachbargemeinde Pähl, wo die Niederlassung aber weiter bestehen werde.

„Bei uns sind weniger Kunden“, das habe ihm Walter Beller, der Vorstandsvorsitzende der VR-Bank Werdenfels, vor rund einer Woche in einem persönlichen Gespräch als Begründung für die Schließung gesagt, so Steigenberger. Abzuwenden sei die Entscheidung der Bank nicht mehr. Steigenberger. „Die Aussage war klar“. Immerhin blieben aber Geldautomat und Kontoauszugsdrucker, tröstet er sich.

Laut einer Mitteilung der VR-Bank Werdenfels werden die Kunden von Wielenbach künftig „durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Weilheim im Altstadtcenter betreut“. Außerdem könnten sie die Filiale in Pähl aufsuchen. Nach Weilheim seien es 4,5 Kilometer, nach Pähl 5,4. In Wielenbach gibt es noch eine Sparkassen-Filiale.

Nur noch Geldautomat und Kontoauszugsdrucker, das wird es ab 1. April auch in der VR-Bank-Filiale an der Hauptstraße in Peißenberg geben. Sie wird in die Niederlassung an der Sonnenstraße in Wörth (ehemals „Volksbank Bavaria“) integriert. In Peißenberg gibt es darüber hinaus zwei Filialen der Sparkasse, die „HypoVereinsbank“ schloss vor drei Jahren.

In Weilheim trennt sich die VR-Bank vom alten Sitz der ehemaligen Raiffeisenbank am Kirchplatz. Das große Haus soll verkauft werden. Angebote können bis 28. Februar eingereicht werden, verkündet ein Aushang. Das Geschäft wird im Altstadtcenter zusammengefasst. Dieses wird dazu umgebaut und saniert. Die Kosten dafür werden auf 750 000 Euro geschätzt.

Für VR-Bank-Chef Beller führt kein Weg an den Filialschließungen vorbei. Niedrige Zinsen, Regulatorik und die Digitalisierung nennt er als Gründe dafür.

Ein Drittel der Kunden sind Online-Kunden

Zu Letzterer nennt er Zahlen: Ein Drittel aller VR-Bank-Kunden seien Online-Kunden, 65 Prozent aller Überweisungen erfolgten elektronisch. Über 90 Prozent der Kontakte fänden nicht mehr in den Filialen statt, so Beller. Die Internetseite der Bank werde im Monat rund 100 000 mal aufgerufen, die Telefon-Service-Bank im Monat rund 10 000 mal. Die „Online-Filiale“ habe mit rund 100 000 Besuchern pro Monat die größte Frequenz. Die VR-Bank habe inzwischen die neue Stabsstelle „Digitale Unternehmensentwicklung“ geschaffen.

In den vergangenen fünf Jahren ging die Zahl der mit Personal besetzten Filialen der VR-Bank Werdenfels im gesamten Geschäftsgebiet von 33 (2012) auf 21 (Stand November 2017) zurück, in elf weiteren werden nur Automaten unterhalten, in Polling und Oberhausen zusammen mit der Sparkasse. Vier Filialen wurden ganz geschlossen, darunter die in Eglfing und eine in Penzberg.

Wie verstimmt die Wielenbacher über die Entscheidung der VR-Bank Werdenfels sind, zeigt sich darin: Es ist überlegt worden, das Geschäftskonto der Gemeinde bei dem Geldinstitut aufzugeben, wie Bürgermeister Steigenberger berichtet. Entschieden sei jedoch noch nichts.

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