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Was geschieht mit Schloss Hirschberg? Ob es ein Luxushotel wird, ist derzeit fraglich. Das Bild stammt aus dem Jahr 2001, als das Schloss noch in Bundesbesitz war. 

Schloss Hirschberg 

Gegenwind von oben für Hotelpläne am Haarsee 

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Das Verfahren um ein Luxushotel auf Schloss Hirschberg am Haarsee stockt. Nach einem Gespräch mit Heimatminister Söder sieht Weilheims Bürgermeister Markus Loth kaum Perspektiven für das Projekt – will aber (noch) nicht aufgeben.

Weilheim – „Die Zeichen stehen auf echt schwierig“, sagte Loth am Dienstag im Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates zum Projekt „Hotel & Resort auf Schloss Hirschberg“. Das habe sein Besuch gemeinsam mit Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei Söder gezeigt – und auch ein Gespräch der Landrätin mit der Regierungspräsidentin von Oberbayern. Doch Loth will das Projekt nicht abschreiben, sondern „noch eine Runde drehen“, wie er sagte: „Ich möchte noch einmal mit der Landrätin nach München fahren und die Fakten klären.“

Der Bauausschuss sollte am Dienstag eigentlich die Stellungnahmen zur Änderung des Flächennutzungsplans vorberaten, in dem die Stadt am Haarsee ein Sondergebiet für „Schlossanlage, Fremdenbeherbergung, Erholung und Freizeitgestaltung“ ausweisen will. 19 – oft ablehnende – Stellungnahmen von Fachbehörden, Verbänden, Anliegern und Nachbargemeinden waren dazu eingegangen, Hauptthemen dabei sind der Denkmal- und der Naturschutz. Doch deren Abwägung hat der Bauausschuss vertagt. Auf Loths Vorschlag wurde stattdessen (gegen die Stimmen von Romana Asam, Klaus Gast und Alfred Honisch) die Stadtverwaltung beauftragt, zu prüfen, ob in dieser Sache ein „Zielabweichungsverfahren“ in Frage komme. Im Januar oder Februar soll das Thema dann wieder auf die Tagesordnung kommen. „Wir haben da keine Eile“, so Loth.

Per „Zielabweichungsverfahren“ kann die oberste Landesplanungsbehörde „im Einzelfall in einem besonderen Verfahren die Abweichung von einem Ziel der Raumordnung zulassen“. Springender Punkt dabei sei das „Anbindegebot“, wie Dr. Claus Reindl im Ausschuss erklärte: „Wenn Weilheim eine ,touristische Gemeinde’ wäre, wäre es kein Problem“, sagte der BfW-Sprecher – und fügte an: „Warum soll eine Stadt wie Weilheim nicht versuchen, durch entsprechende Einrichtungen eine ,touristische Gemeinde’ zu werden?“

Ähnlich argumentierte Stefan Zirngibl. Das „Zielabweichungsverfahren“ sei eine rechtliche Möglichkeit, Ausnahmen zu schaffen, so der CSU-Stadtrat: „Wenn wir darauf verzichten, werden wir nie wissen, was da draußen eigentlich möglich ist. Und diese nicht getroffene Entscheidung wird uns irgendwann einholen.“ Dagegen betonte sein Fraktionskollege Klaus Gast, dass ein solches Verfahren nur ein konkretes Ziel abklopfe und keine allgemeine Klärung von Möglichkeiten sei. Die Stellungnahmen zum Hotelprojekt aber seien „so ablehnend, dass ich für dieses Projekt keine Chancen sehe“.

„Erleichtert“ zeigte sich Grünen-Sprecher Alfred Honisch ob der negativen Signale. „Die Frage ist doch: Ist das eine Form von Nachhaltigkeit, da draußen eine touristische Nutzung zu initiieren?“, so Honisch. „Und meine Antwort ist: Nein!“ Auch FW-Stadträtin Romana Asam plädierte dafür, das Projekt „jetzt zu beerdigen und zu warten, was in Zukunft kommt – dann können wir immer noch entscheiden“.

Anders die Argumentation von Brigitte Holeczek (BfW): „Trotz der begründeten Stellungnahmen dagegen“ solle die Stadt den eingeschlagenen Weg weitergehen. „Wir können jederzeit Stop sagen“, so Holeczek. „aber jetzt Stop zu sagen, halte ich für etwas verfrüht“.

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