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Für die Postboten erschwerte der Schnee die Auslieferung. Brigitte Kraus und ihre Kollegen mussten das Rad öfters schieben als gewohnt.

Wetter 

Wie die Weilheimer mit den Schneemassen klarkamen

Am Donnerstag ist das Schneetreiben auch in Weilheim angekommen. Ein Streifzug durch die Kreisstadt zeigt unterschiedliche Sichtweisen.

Weilheim – Am Bahnhof in Weilheim tummelten sich gestern immer wieder einige Reisende. Grund: Wegen des Schneefalls kam es nahezu auf allen Strecken zu Verspätungen. „Wir sind extra früher gekommen“, erzählte Marianne Gabinal aus Polling. Mit ihrer Kollegin Beate Beuer-Gerl war sie auf dem Weg nach München zu einem Seminar. Sie hatten zwar vorher im Internet nachgeschaut, aber da stehe nichts, sagte sie. Die Damen ließen sich die gute Laune jedoch nicht nehmen und verkürzten sich die Wartezeit mit einem Cappuccino. Mit dieser Idee waren sie nicht allein. Das Schneechaos im Bahnverkehr sorgte für ein „mehr als gutes Geschäft“ beim kleinen Bäcker in der Bahnhofswartehalle, wie die Angestellte Sophie Krenz sagte.

Ganz normaler Betrieb herrschte im Weilheimer Kneipp-Kindergarten. „Die Kinder haben sehnsüchtig gewartet, bis endlich der Schnee kommt“, erzählte die Leiterin Hildegard Schamper. Bereits am Morgen hatte sich die erste Gruppe zum „Schneetreten“ rausgewagt. Das mache auch den Erzieherinnen nichts aus, sagte sie. Später durften die Kinder dann, mit einem Zipfelbob bewaffnet, den kleinen Hügel im Garten des Kinderhauses unsicher machen. Andere bauten den ersten Schneemann des Jahres. Da die Kinder von den Eltern gebracht werden, sei eine Schließung wegen des Wetters hier kein Thema gewesen, berichtete Schamper.

Ganz ohne Elektroantrieb strampelt sich die Postbotin ab

Weniger erfreulich war der viele Schnee für die Postboten in Weilheim. „Heute muss das Fahrrad viel geschoben werden“, sagte die Postbotin Brigitte Kraus. Dass viele mit dem Räumen nicht hinterherkommen, sei ihr aufgefallen. Kraus verzichtet im Winter auf die Unterstützung durch einen elektronischen Motor am Rad. „Da zieht das Rad zu schnell weg und rutscht“, berichtete sie. So sei das Austragen zwar anstrengender, aber Kraus sieht auch einen Vorteil: „Kalt wird einem nicht.“

Nur „langsam“ ging es mit dem Bus voran, erzählte Michael Adler, Fahrer eines Oberbayernbusses. Dadurch kam es auch zu Verspätungen im Busverkehr. Viele waren davon jedoch nicht betroffen. Da viele Schulen geschlossen blieben, seien nur ein paar Berufstätige mitgefahren, sagte Adler. Sonst blieb der Bus größtenteils leer. Für den schlimmsten Fall ist jeder Bus mit Schneeketten ausgestattet. „Ich selber habe sie noch nicht gebraucht“, berichtete der Busfahrer, aber ein Kollege musste die Ketten am Rottenbucher Ortsteil Schönberg bereits aufziehen.

Hausmeister fluchen über die Schneemassen

Max Auer ist als Hausmeister nicht nur für den Häuserblock Karolinger-/Merowinger-/Westendstraße zuständig, sondern auch noch für die Bussardstraße 2 bis 6 und die Münchner Straße 1A. Seit 4.30 Uhr war der 65-Jährige am gestrigen Donnerstag fast ununterbrochen mit Schneeräumen beschäftigt, und er ging gestern davon aus, dass das bis in die Nacht so weitergehen wird. Verärgert ist er über die Räumfahrzeuge, weil ihm die die mühsam freigeräumten Bereiche wie Zugänge, Zufahrten und Gehwege „ganz oder teilweise wieder zuschütten“. VON PHILLIP PLESCH

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