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Das Krankenhaus Weilheim ist defizitär, soll aber weiter erhalten werden.

„Die wohnortnahe Versorgung stirbt“

Schongau und Weilheim: Kreistag steht hinter den Krankenhäusern

In seltener Einmütigkeit und Klarheit hat sich der Kreistag zu den beiden Krankenhäusern der landkreiseigenen GmbH bekannt – auch zum jährlichen Defizit von über fünf Millionen Euro. Kritik gab es an der Politik.

Weilheim/Landkreis – „Wir haben keine Chance, die wohnortnahe Versorgung stirbt, obwohl wir alles für den Erhalt unserer Häuser tun,“ sagte Susann Enders (Freie Wähler, Weilheim) bei der jüngsten Sitzung des Kreistags in Weilheim. Beim Verhalten des früheren Kreisrats, Bundestagsabgeordneten und früheren Ministers Alexander Dobrindt „stellen sich mir die Nackenhaare auf“, so Enders über dessen Zustimmung für die Pläne der Bundesregierung, nahezu ausschließlich auf große Häuser zu setzen. Er habe die Bürger vor Ort im Stich gelassen. 

Fraktionssprecher Hans Geisenberger (Unabhängige/ÖDP, Sachsenried) sieht das Gesundheitswesen auf dem Weg zur Privatisierung, da die Politik vom Lobbyismus des Gesundheitsindustrie beherrscht sei. Kritik gab es auch am einzigen FDP-Kreisrat Klaus Breil. Auch der frühere Bundestagsabgeordnete hat für das entsprechende Gesetz seinerzeit die Hand gehoben. „Sie haben an diesem Verbrechen mitgestimmt“, sagte Michael Asam (SPD, Peiting). „Ich will nicht, dass die Oma mit Zug nach München zur Behandlung fahren muss.“ 

Der Fraktionssprecher der Grünen, Karl-Heinz Grehl (Weilheim) sieht die Kosten im Gesundheitswesen verlagert – „auf die Kommunalpolitik“. Seine Fraktionskollege Alfred Honisch meinte mit Blick auf die beiden kleinen, ländlichen Häuser in Schongau und Weilheim: „Wir müssen alles tun, um das Biotop zu erhalten und die Defizite hinnehmen.“ Mit Geld allein, sprich der jährlichen Defizitübernahme, sei das Problem nicht zu lösen. Auch die Politik helfe nicht, so Dr. Friedrich Zeller, SPD-Kreisrat und früherer Landrat. Er forderte eine „nüchterne Analyse“ und einen „großen Wurf“. 

Zur Mäßigung mahnte Michael Deibler (CSU, Peiting): „Es ist zu einfach, nur auf die große Politik zu schimpfen.“ Man solle sich zusammensetzen, auch der Patient spreche ein Wörtchen mit. Sichtlich zufrieden war Landrätin Andrea Jochner-Weiß zum Ende der Wortmeldungen: „Ich bin stolz auf die Diskussion, alle Kreisräte stehen hinter der GmbH.“ Sie sicherte zu, dass die Gespräche zum Verbund mit den Häusern in den Landkreisen Fürstenfeldbruck und Landsberg fortgesetzt würden. Mit dem Verbund ließen sich Kosten senken.

Von Johannes Thoma

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