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Direktorin Beate Sitek vor dem Zentralbau des Weilheimer Gymnasiums, an dem gearbeitet wird. 

Gymnasium Weilheim

Die Schule als Großbaustelle

Weilheim- Morgen beginnt das neue Schuljahr. Am Gymnasium Weilheim wird dennoch weitergearbeitet. Die Schüler werden in Container ausgelagert.

Ob die Verantwortlichen von der Schulleitung, vom Landratsamt und die Handwerker ihre Hausaufgaben gemacht haben, wird sich am Gymnasium Weilheim schon am morgigen Dienstag, dem ersten Unterrichtstag, zeigen. Dieser Tag wird gleichsam der Härtetest für das veränderte Schulleben mit Containerbau, mit neuen, weiteren Wegen, mit Klassenzimmern an vielen Ecken und Enden und auch mit weniger Freiflächen. Hintergrund ist, dass der Zentralbau des Gymnasiums, der bereits weitgehend entkernt ist und einer leeren Tenne gleicht, bis September 2018 aufwändig saniert wird. Kosten: 22,5 Millionen Euro.

Das „Zusammenrücken“ auf dem Schulgelände sieht die neue Direktorin Beate Sitek „auch als Chance“, wie sie es im Gespräch mit der Heimatzeitung beschreibt. Mit Einschränkungen zwei Jahre lang klarzukommen, wolle gelernt sein und sei eine neue Erfahrung. Verbunden damit sei zugleich die Vorfreude auf den neuen Zentralbau. Im zweistöckigen Containerbau nahe der B 2 ist Platz für acht Klassenräume, für das Lehrerzimmer, für das Sekretariat und für die Schulleitung. Der Bau ist 50 Meter lang und besteht aus 84 einzelnen Modulen (je sechs auf drei Meter). Er wurde von einer Firma aus Bamberg erstellt, war Mitte Juli bezugsfertig und wird für zwei Jahre angemietet. Die Kosten dafür betragen 1,3 Millionen Euro, informiert Burkhard Kielau, der beim Landratsamt für technische Gebäudewirtschaft und Liegenschaften zuständig ist.

Direktorin Beate Sitek ist schon gespannt auf den „Echtbetrieb“ am morgigen Dienstag. Mit Sicherheit werde es da und dort noch „ein Nachsteuern“ geben. Damit meint sie zum Beispiel die Flächen für Pausenaufenthalt. Am Weilheimer Gymnasium sind im Schuljahr 2016/2017 ungefähr 1350 Kinder und Jugendliche sowie 125 Lehrer. Dazu kommen 60 Referendare, von denen die Hälfte vor Ort im Einsatz ist. Für die Zeit des Umbaus wird Fachunterricht in einem bestehenden Komplex, dem so genannten C-Bau, zusammengefasst; das betrifft die Fachräume für Physik, Biologie, IT sowie für Kunst und Werken. Drei Klassenzimmer werden für zwei Jahre in die benachbarte Realschule ausgelagert. Bei der Einteilung war ein Kriterium, auf die Größe der Räume Rücksicht zu nehmen. Weil es auch einige Zimmer mit nur 40 Quadratmetern gibt, müssen dort alle kleinen Klassen platziert werden – egal, ob da eine siebte Klasse neben einem Oberstufenkurs einzieht.

Das Herzstück des Weil-heimer Gymnasiums, der so genannte Zentralbau, stammt aus den 1970er Jahren und muss wegen umfangreicher Mängel generalsaniert werden. Dazu wird der Baukörper bis zur Rohbaustruktur zurückgebaut und nach heutigem Standard neu aufgebaut, erklärt Kielau. Das betrifft immerhin 9000 Quadratmeter Geschossfläche. Dort sind 40 Klassenzimmer und naturwissenschaftliche Fachräume sowie die komplette Verwaltung mit Direktorat, Sekretariaten und Lehrerzimmer untergebracht.

Eine Sanierung sei bei dem massiven Eingriff, dem enormen Bauumfang und der zweijährigen Umbauzeit unter laufendem Schulbetrieb nicht zu machen, betont Kielau. Daher das Containerprovisorium. Zum Umfang der Sanierung gehören Fassaden, Sonnenschutz, Dachaufbauten, energetische Verbesserungen, der Einbau einer Klassenzimmerlüftung, die komplette Haustechnik, ein Aufzug, alle Klassenzimmer, Fach- und Verwaltungsräume. Einbezogen sind auch Flure, Pausenhallen, Treppen und Toiletten. Außerdem werden Brandschutz und Akustik ertüchtigt.

Johannes Jais

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