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Auch Tablets werden zunehmend im Unterricht eingesetzt. 

Zwei bis vier Millionen Euro pro Jahre

Schulen im Landkreis sollen mit modernster Technik ausgestattet werden - Grüne fürchten WLAN-Strahlung

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Eine echte Vorreiterrolle in Bayern hat der Landkreis Weilheim-Schongau übernommen. Er verfügt als erster Landkreis über ein Konzept zur IT-Ausstattung der Schulen. Nun muss es umgesetzt und finanziert werden.

Landkreis – Peter Ostenrieder (CSU/Peiting) sparte weder mit Lob für den Landkreis noch mit Kritik an seiner eigenen Landesregierung, als er sich zum IT-Konzept äußerte: „Was der Landkreis in dieser Frage geleistet hat, ist einmalig im Freistaat. Das ändert aber nichts daran, dass es eigentlich Aufgabe des Kultusministeriums gewesen wäre, ein solches Konzept zu erarbeiten.“

Insgesamt zehn Mal tagte die Arbeitsgruppe aus Vertretern des Kreistags, der Schulen und der Verwaltung, bis am Ende das 44-seitige Konzept vorlag, das Kreis- und Schulausschuss nun einstimmig verabschiedet haben. In diesem Papier wird haarklein festgeschrieben, wie die IT-Ausstattung in den Schulen in Zukunft aussehen und wer bei Fragen oder technischen Problemen helfen soll.

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Für alles, was mit Netzwerken zu tun hat, ist ab sofort die IT-Abteilung des Landratsamtes zuständig, alle Fragen die beim Betrieb der einzelnen Rechner entstehen, beantworten drei Firmen. Je eine davon betreut die Schulen im Raum Schongau, Weilheim und Penzberg. In den kommenden beiden Jahren soll diese Form der Arbeitsteilung nun ausprobiert werden (wir berichteten).

Damit sind die Zeiten vorbei, in denen Lehrer ständig Kabel ziehen und Software installieren mussten, anstatt sich Gedanken zu machen, wie sie neue Medien sinnvoll in den Unterricht einbauen.

„Das ist eine wertvolle Diskussionsgrundlage für die Gespräche mit den Schulen“, lobte auch Vize-Landrat Karl-Heinz Grehl (Grüne/Weilheim). Jetzt sei festgelegt, welche Technik der Landkreis als Sachaufwandsträger für sinnvoll erachte.

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„Jetzt haben wir den Kopf frei, um pädagogische Konzepte zur Umsetzung zu bringen“, lobte auch die Rektorin des Weilheimer Gymnasiums, Beate Sitek. Kreiskämmerer Norbert Merk warnte indes vor einer überhöhten Erwartungshaltung. Selbst wenn der Landkreis Jahr für Jahr eine Summe zwischen zwei und vier Millionen Euro für die Umsetzung des Konzeptes einplane, könne es Jahre dauern, bis alle Schulen entsprechend ausgestattet seien. Zumindest mögliche Fördermittel dürften allerdings verlässlicher fließen, weil der Landkreis auf sein Konzept verweisen kann.

Schütz (Grüne) warnt vor Strahlenbelastung der Schüler

Es gab aber auch kritische Stimmen. So warnte Hans Schütz (Grüne/Peiting) davor, die Schulen flächendeckend mit WLAN auszustatten. Er befürchtet eine Strahlenbelastung der Schüler und pochte darauf, die LiFi-Technik einzusetzen, die gerade von den 5G-Gegnern allerorten ins Gespräch gebracht wird. Dabei hatte die Arbeitsgruppe das Thema „WLAN“ vorsichtshalber vorerst ausgeklammert. Genau wie einen genauen Zeitplan, wann welche Schule dem Konzept entsprechend modernisiert werden soll. „Das ist auch eine Frage der personellen Ressourcen in der IT des Landratsamtes“, räumte Merk ein.

Natürlich durfte in der Debatte auch der obligatorische Hinweis nicht fehlen, dass bei allen digitalen Spielereien die Schüler das ganz klassische Lesen und Schreiben nicht verlernen sollten. Dem entgegnete der Grüne Hans Schütz, der selbst Lehrer ist: „Das alles ist nur ein zusätzliches Werkzeug. Entscheidend bleiben die Lehrer und die Lehrkonzepte.“

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