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Baustelle Ammerufer: Auch der Bereich von der Straßenbrücke bis zum Austeg (hinter der Biegung) wird von Schwemmsand befreit, die Weidenbüsche müssen verschwinden.  

Schwemmsand muss aus der Ammer

Baggern für Hochwasserschutz

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An der Ammer bei Weilheim stehen heuer größere Arbeiten am Uferbereich an. Das Wasserwirtschaftsamt muss auf einer Länge von etwa einem Kilometer Schwemmsand aus dem Fluss holen.

Weilheim –  Dies ist laut Amt nötig, um den Hochwasserschutz zu gewährleisten – sonst wird der Abfluss der Wassermassen durch das angelandete Material behindert, weil das Flussbett enger geworden ist. Allerdings müssen dafür die Weidenbüsche beidseitig der Ammer vorerst verschwinden. Die Arbeiten übernimmt die örtliche Flussmeisterstelle, alles sei abgestimmt mit der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt.

Das Wasserwirtschaftsamt startet zum Monatsende mit dem Vorhaben. Betroffen ist ein Abschnitt zwischen Austeg südlich der Fahrbahnbrücke der Wessobrunner Straße und der Insel auf Höhe der Hans-Guggemoos-Straße. Die Arbeiten seien notwendig, „um den Hochwasserschutz für Weilheim weiter sicherzustellen“, teilt Amtssprecher Christian Heilbock mit. Alle 15 bis 20 Jahre würden die Auflandungen eine Größe annehmen, „die nicht mehr tolerierbar ist“. Die Situation vor Ort wird von der Wasserbehörde ständig beobachtet. Seit dem Ammerausbau in den 1980ern geschehen diese Arbeiten erst zum zweiten Mal. Ein jährliches Ausbaggern ist zwar möglich, aber laut Wasserwirtschaftsamt ökologisch nicht sinnvoll – denn dann sei ein Uferbewuchs nicht mehr möglich.

In einem ersten Schritt werden bis Februar die Weiden am Ufer abgeschnitten, um überhaupt an die betreffenden Bereiche zu kommen. Dies muss schnell geschehen, bevor die Vogelbrutzeit beginnt. Ab März/April rücken die Bagger an, um die Auflandungen abzutragen, erklärt Bernhard Müller, im Wasserwirtschaftsamt zuständiger Abteilungsleiter für den Landkreis. Ist der Schwemmsand beseitigt, wird der sogenannte Steinsatz sichtbar. Dabei handelt es sich um eigens angebrachte Wasserbausteine, welche die Uferlinien halten. Die Steinformationen werden kontrolliert, laut Müller sind wohl Nachbesserungen nötig. Die Arbeiten, die im Wasser erfolgen, sind für den Herbst angesetzt. Bei der Instandsetzung wird auf „eine natürliche und abwechslungsreiche Uferstruktur geachtet“, teilt die Behörde mit. Müller zufolge werden die Steine an einigen Stellen versetzt angeordnet, um Unterstände für Fische zu schaffen.

Das Sanierungsprojekt bedeutet auch Einschränkungen für die Spaziergänger: Während der Arbeiten ist mit Baustellenverkehr und Sperrungen auf den Deichwegen zu rechnen. Die kompletten Arbeiten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Ein Kostenansatz liegt laut Abteilungsleiter noch nicht vor, dies hänge von den letzendlichen Eingriffen ab. Eines ist aber sicher: Die abgeholzten Weidenbüsche sollen sich wieder ansiedeln. Und zwar auf natürliche Art und Weise, wie Müller sagt: „Die treiben sofort wieder aus.“ Im Wasserwirtschaftsamt ist man zufrieden mit der Strategie: Damit habe man „den Spagat zwischen Hochwasserschutz und Ökologie geschafft“, so Sprecher Heilbock.

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