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Glückwünsche an Erna und Otto Steyrer überbrachte 2. Bürgermeister Horst Martin (M.) zur „Goldenen“.

Goldene Hochzeit

Schwere Schicksalsschläge  gemeinsam ertragen 

Otto Steyrer seiner Frau Erna (beide 76) gehen seit 50 Jahren gemeinsam durchs Leben. Ein Leben, das schwere Schicksalsschläge für sie bereithielt. 

Weilheim - „Ich würde dich nochmal heiraten“. Dieses Kompliment machte Otto Steyrer seiner Frau Erna (beide 76) zum 50. Hochzeitstag. Kennengelernt hat sich das Paar in München beim „Neuland-Bund“, einer christlichen Partnervermittlung, gegründet von Pater Rupert Mayer.

„Erna hat 14 Zuschriften erhalten, ich nur zwei, doch die richtige war dabei“, berichtet Otto Steyrer beim Gratulationsbesuch von 2. Bürgermeister Horst Martin. „Wir haben uns schon vom ersten Tag gut verstanden“, erinnert sich Erna Steyrer an das erste Treffen im September 1967 in einem Café am Romanplatz in München. Dezember war Verlobung. Geheiratet haben die Ingolstädterin und der gebürtige Ottobeurener in der Zwölf-Apostel-Kirche in München bei herrlichem Frühlingswetter.

Doch bei Otto Steyrer, dem Ermittlungsbeamten im Gesundheitswesen, und seiner Frau Erna, die in einem Haushalt tätig war und später als Bedienung in einem Münchner Café arbeitete, schlug das Schicksal mehrmals hart zu: Sie verloren beide Töchter durch eine schwere Krankheit. Die erste starb 2006. Danach zog das Ehepaar, das sich ein Haus in Mindelheim (Unterallgäu) gebaut hatte, nach Weilheim, wo Otto Steyrer in einem Kinderheim aufgewachsen war. 2013 musste das Ehepaar auch die zweite Tochter beerdigen. Danach kümmerten sich die beiden um ihre drei kleinen Enkelkinder, die inzwischen 13, 17 und 26 Jahre alt sind. Das jüngste Enkelkind lebt jetzt bei Pflegeeltern in Oberhausen und kommt oft zu Besuch.

Um all die Schicksalsschläge zu verarbeiten, schrieb sich Otto Steyrer, tief im Glauben verwurzelt, das Leid von der Seele. „Es sind christliche Artikel, die Lebensfragen beantworten. Hintergrund ist, anderen, die ein ähnliches Schicksal zu meistern haben, zu helfen“, erklärte der 76-Jährige. Anderen helfen, das war für das Ehepaar immer schon eine Option. In Mindelheim betreuten sie Asylbewerber, und noch heute haben sie Kontakt zu ihren einstigen Schützlingen.

„Jesus hat uns zusammengeführt. Unsere Ehe ist harmonisch bis heute. Wir haben in den 50 Jahren nur dreimal gestritten“, verrät der Ehemann, der dabei seine Frau zart streichelt. Ist das Ehepaar früher viel gewandert und mit dem Rad bis ins Altmühltal unterwegs gewesen, so kümmert sich Otto Steyrer heute vor allem um seine Frau, die durch die Schicksalsschläge gesundheitlich angeschlagen ist. „Es freut mich, wenn ich ihr helfen kann“, sagt er. Und wenn beiden die Decke auf den Kopf fällt, gehen sie in die Stadt, zum Essen oder in ein Café. Gerührt überbrachte Horst Martin die offiziellen Glückwünsche der Stadt mit einer Urkunde sowie einem Strauß Blumen und einer Flasche Sekt. Inge Beutler

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