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Rund 1500 Bürger demonstrierten am 3. Oktober auf der B2 in Weilheim gegen Umfahrungspläne. Aufgerufen dazu hatte unter anderem die Bürgerinitiative „Heimat 2030“.

Oberland

Sechs Bürgerinitiativen, ein Ziel: Keine Umfahrungen mehr!

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Sechs Bürgerinitiativen aus Weilheim, Holzkirchen , Waakirchen und Hartpenning haben sich zusammengetan, um für ein „ganzheitliches Verkehrs- und Mobilitätskonzept für das Oberland“ zu kämpfen. Erster Akt: Ein dringlicher Brief an Bayerns neuen Verkehrsminister.

Weilheim/Landkreis – Die sechs Gruppierungen, zu denen auch die Bürgerinitiative (BI) „Heimat 2030“ in Weilheim zählt, haben sich wegen sehr unterschiedlicher Projekte an sehr verschiedenen Orten gegründet. Doch zwei „Kernforderungen“ einen alle sechs, wie die Sprecher der Initiativen in ihrem gemeinsamen Brief an Bayerns Verkehrsminister Dr. Hans Reichhart (CSU) schreiben: Zum einen brauche es ein „ganzheitliches Verkehrs- und Mobilitätskonzept für das Oberland“, also die Region 17, die die vier Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau umfasst. Zum anderen dürfe es „keine Flächenversiegelung mehr durch den Bau von Umfahrungsstraßen im Oberland“ geben.

Ein Verkehrskonzept für das Oberland, so schreiben die BIs zu ihrer ersten Forderung, sei „aufgrund der besonderen Topographie des Oberlands, seiner touristischen Prägung und nicht zuletzt wegen des steigenden Verkehrsaufkommens unabdingbar“. Bislang aber würden „die meisten Straßenverkehrsmaßnahmen zu einem hohen Grad isoliert geplant und durchgeführt, obwohl sich doch so viele gegenseitig bedingen“. Und: Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) werde in die Planungen bisher „quasi gar nicht“ einbezogen. Das bereits avisierte „Mobilitätsgutachten für das Bayerische Oberland“ im Rahmen der Fortschreibung des Regionalplans müsse „einen ökologischen Schwerpunkt“ bekommen, der Ausbau des ÖPNV sei überfällig. Dafür bedürfe es „eines starken politischen Gestaltungswillens“ und eines konkreten Budgets.

Bei ihrer zweiten Kernforderung – „keine Umfahrungen mehr“ – verweisen die Initiativen darauf, dass sich derzeit mehrere Projekte des Bundesverkehrsplanes im Oberland in ihrer entscheidenden Phase bezüglich der endgültigen Festlegung auf bestimmte Trassenverläufe befinden – etwa „in Weilheim, Holzkirchen, Waakirchen und demnächst auch in Gmund“. Ortsumfahrungen würden in allen Fällen „einen hohen Umweltschaden durch die Zerschneidung der überaus wertvollen Natur verursachen“ und „landwirtschaftliche Nutzflächen für immer vernichten“. Hingegen würden umweltschonende Alternativen wie Tunnellösungen von Entscheidern „reflexhaft als zu teuer verworfen“.

Doch Ortsumfahrungen, „welche in jedem Fall mehr Verkehr anziehen“, hätten nach Meinung der Unterzeichner gerade im Oberland mit seiner besonderen Topographie „besonders negative Auswirkungen auf unser Land und seine Natur“. Im Oberland fehle „schlichtweg der Platz für solche Ansätze und die Fortführung der bisherigen Verkehrspolitik“. Dass es ein „Weiter so“ nicht geben dürfe, hätten „viele tausend Menschen im Oberland“ durch ihre Unterschriften oder die Teilnahme an Demonstrationen klar gemacht. Und auch der Ausgang der Landtagswahl habe „diese Botschaft an die Politik noch einmal deutlich verstärkt“. In diesem Sinne bitten den BIs Bayerns neuen Verkehrsminister um einen „Dialog in dieser Sache“ und ein „zeitnahes Treffen“.

Unterzeichnet haben den Brief die Vorsitzenden und Sprecher der Initiativen „Heimat 2030“ (Weilheim), „Bürgerbewegung für die Entlastung der B 472“ (Waakirchen), „Hartpenning muckt auf“ (Hartpenning) sowie „Bürgervereinigung gegen die geplante Umgehungsstraße von Holzkirchen“, „Lebens- und liebenswertes Holzkirchen“ und „Stop Südumgehung“ (alle Holzkirchen). Die Sprecher sehen ihre gemeinsame Initiative nur als Auftakt, „wobei sich weitere Gruppierungen im Oberland gerne anschließen können beziehungsweise sollen“, wie es heißt.

Magnus Reitinger

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