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Vor Tausenden von Jahren gab es auf diesem Grundstück an der Ecke Weinhart-/Schmädlstraße eine Siedlung. Jetzt suchen Wissenschaftler dort nach Spuren. Gefunden wurden auch Tierknochen, bei denen es sich um Schlachtabfälle handelt.
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So ähnlich könnte es ausgesehen habe,  als die prähistorischen Bauten  im heutigen Stadtbereich  von Weilheim entstanden.

Siedlung aus der Bronzezeit

Archäologische Funde mitten im Wohngebiet

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An der Ecke Weinhart-/Schmädlstraße in Weilheim sind Siedlungsspuren gefunden worden, die vermutlich aus der Bronzezeit (etwa. 2200 bis 800 v. Chr.) stammen. Die Ausgrabungsstätte auf einem Baugrundstück mitten in einer Wohnsiedlung ist nicht auffällig, aber sie ermöglicht einen Blick weit zurück in die Geschichte.

Weilheim Die Spuren, auf die die Wissenschaftler gestoßen sind, lassen darauf schließen, dass es auf dem Grundstück vor Tausenden von Jahren fünf Gebäude gab, wie der Archäologe Norbert Piller erklärt. Es wurden sogenannte Pfostenstellungen gefunden, die verraten, dass die Grundflächen der Gebäude im Durchschnitt etwa zehn auf vier Meter groß waren. „Es waren aber größere und kleinere dabei“, sagt der Archäologe über die Bauten. Er nimmt an, dass es sich bei diesen um Holzhäuser handelte, deren Wände aus mit Lehm verschmiertem Flechtwerk bestanden. 

Auch kleine Keramikstücke fanden die Wissenschaftler auf dem Grundstück, auf dem bald eine Reihenhaussiedlung entstehen soll. Die Untersuchung dieser Funde läuft noch, doch Piller geht davon aus, dass diese aus der Zeit um 1800 vor Christus – und damit aus der Bronzezeit – stammen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hatte auf dem Grundstück Spuren der Römerstraße vermutet und deshalb eine Überprüfung veranlasst.

„Eine Sensation ist es nicht“, sagt Piller über die Ausgrabung. In Weilheim ist ihm aber kein bronzezeitlicher Fund in dieser Größenordnung bekannt. Dort gebe es vor allem Spuren aus dem Mittelalter im Stadtkern. Im Umfeld der Kreisstadt wurden laut Piller, der in Marnbach lebt, Hügelgräber gefunden, die zumindest aus einer ähnlichen Zeit stammen wie die jetzt lokalisierte Siedlung. Und in der „Jubiläumschronik“, in der der frühere Stadtarchivar Bernhard Wöll vieles aus der Weilheimer Geschichte zusammengetragen hat, ist auch von bronzezeitlichen Funden nordöstlich des Friedhofs (1950) und unter dem Saal der ehemaligen Brauerei „Bräuwastl“ (1957) die Rede.

Wegen des winterlichen Wetters wurden die Ausgrabungen an der Ecke Weinhart-/Schmädlstraße unterbrochen. Sie sind jedoch nicht abgeschlossen. Spektakuläre Funde erwartet sich Piller von den weiteren Untersuchungen nicht. Wenn die Arbeit der Wissenschaftler beendet ist, können dort die Bauarbeiten fortgesetzt werden.

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