Ein gutes Beispiel für gelungene Integration in Weilheim: Im April 2015 hatten Asylbewerber ein Internationales Friedensfest im „Haus der Begegnung“ initiiert – zu dem 450 Besucher gekommen waren.
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Ein gutes Beispiel für gelungene Integration in Weilheim: Im April 2015 hatten Asylbewerber ein Internationales Friedensfest im „Haus der Begegnung“ initiiert – zu dem 450 Besucher gekommen waren.

Bericht im Stadtrat

So „multikulti“ ist Weilheim

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Menschen aus 104 Nationen leben derzeit in der Stadt Weilheim. Darunter sind rund 3000 ohne deutschen Pass. Diese Zahlen nannte Petra Arneth-Mangano, die Stadtratsreferentin für Flüchtlinge, Asyl und Integration, in ihrem ersten Jahresbericht.

Weilheim – Angesichts der dicken Tagesordnung und der vorgerückten Stunde war in der jüngsten Stadtratssitzung nur noch ein paar Minuten Zeit für den ersten Bericht von Arneth-Mangano als Referentin für Flüchtlinge, Asyl und Integration – zumal die SPD-Vertreterin zugleich Spielplatz-Referentin des Stadtrates ist, also zwei Jahresberichte auf einmal zu halten hatte. Doch die Fakten, die sie in Sachen Integration vorlegte, ließen durchaus aufhorchen. Demnach wohnen in Weilheim derzeit gut 3000 Personen, die keinen deutschen Pass haben, und etwa eben so viele „Deutsche mit Migrationsgeschichte“, wie Arneth-Mangano sagte. Insgesamt leben ihr zufolge aktuell Menschen aus 104 Nationen in der Kreisstadt.

Die Referentin griff einige Informationen aus dem von ihr sehr gelobten Integrationskonzept des Landkreises Weilheim-Schongau heraus, etwa aus dessen „Faktencheck“. Der zeige, dass der Zuwachs der einheimischen Bevölkerung „marginal“ sei: Die Zahl der Deutschen im Landkreis stieg von 2010 bis 2019 gerade mal um 500 (auf 122.536) – die der Ausländer hingegen um über 4000: von knapp 9000 im Jahr 2010 auf knapp 13.000 vorletztes Jahr. Insgesamt hatte der Kreis Weilheim-Schongau 2019 rund 135.500 Einwohner. Die „Top 10“ der Herkunftsländer“ im Landkreis führte Ende 2020 die Türkei mit 1752 Zugezogenen an, gefolgt von Kroatien (1060), Italien (997), Rumänien (891) und Österreich (819).

Arneth-Mangano wirkte in den vergangenen Monaten unter anderem an der Gründung eines Integrationsbeirats für den Landkreis mit, und sie nimmt mittlerweile an vier Arbeitskreisen der „Integrationsexpertenrunden“ teil: von Bildung bis Wohnen. Unter ihren Aktivitäten als Referentin verzeichnete sie außerdem die Arbeit im Solidaritätsbündnis „Asyl im Oberland“, (coronabedingte) Kurzbesuche vor Weilheims Flüchtlingsunterkunft an Weihnachten und zum Zuckerfest – und auch den Stadtratsbeschluss „Weilheim als sicherer Hafen“ im vergangenen April.

Ehrenamtliche zu finden, die in der Integrationsarbeit aktiv sein wollen, das nannte die Stadtratsreferentin als eines ihrer weiteren Ziele. Auch mit interkulturellen Festen solle zudem für ein „weltoffenes Weilheim“ gesorgt werden. Und bei all dem, so der Wunsch von Petra Arneth-Mangano, solle sich „die Sichtweise verfestigen, „dass eine gute Integration eine Kommune enorm bereichern kann“.

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