Der Landkreis arbeitet derzeit an einem Alltagsradwegenetz. Das gefällt nicht jedem. Foto dpa
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Die Umsetzung des Alltagsradwegenetzes soll in diesem Jahr angegangen werden.

Klimaschutz im Landkreis

So sollen Radler in Zukunft schneller und sicherer ans Ziel kommen

  • Sebastian Tauchnitz
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Der Kampf gegen die globale Klimaerwärmung – was kann ein einzelner Landkreis dagegen ausrichten? Diese Frage beschäftigte erneut den Klimaausschuss des Kreistags und dessen Energiebeirat, als er am Montagnachmittag in der Weilheimer Stadthalle zusammenkam.

Landkreis - Dabei ging es unter anderem darum, welche konkreten Maßnahmen 2021 ergriffen werden sollen, um einen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel zu leisten. Andreas Scharli, der für die Energiewende Oberland im Energiebeirat sitzt, dämpfte allerdings allzu große Erwartungen: „Als Landkreis kann man vor allem Öffentlichkeitsarbeit machen.“ Am Ende seien viele Aufgaben, die direkt mit Umwelt- und Klimaschutz zu tun haben, entweder im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Landratsamtes und damit außerhalb der Einflussmöglichkeiten des Kreistags, oder Privatsache der Bürger – darin waren sich alle einig

Dennoch habe man einen 15 Punkte umfassenden Aktionsplan erarbeitet, der von der neuen Klimaschutzmanagerin Veronika Schellhorn überarbeitet werden soll, wenn sie am 1. März ihre Stelle im Landratsamt antritt.

Umsetzung des Radwegekonzepts soll heuer starten

Ein wichtiges Ziel, das endlich umgesetzt werden soll, verriet der Geschäftsleiter des Landratsamtes, Georg Leis, dann aber doch: „Wir wollen heuer damit beginnen, das Radwegekonzept für den Landkreis umzusetzen.“ Dabei geht es vor allem um den Ausbau von so genannten Alltagsradwegen. Diese legen wenig Wert darauf, an landschaftlich möglichst reizvollen Punkten vorbeizuführen, wie es touristische Radwege tun. Viel mehr ist das Ziel eines Alltagsradwegenetzes, die einzelnen Orte schnell und für Radler sicher miteinander zu verbinden, damit möglichst viele das Auto stehen lassen und statt dessen den Drahtesel nehmen. Dafür wurde eine ausgefeilte Planung erarbeitet und vom Kreistag verabschiedet. Nun soll es an die Umsetzung gehen. Wo genau man ansetzen möchte, sagte Leis allerdings nicht im Ausschuss.

Klima-Infos im Gebühren-Brief?

Großes Augenmerk soll in diesem Jahr auch auf die „Info-Offensive“ gelegt werden, um die Bevölkerung für den Klimaschutz zu sensibilisieren. Auch weitere Hausmeisterschulungen seien geplant, zudem soll das Solarkataster, das zeigt, wie gut die eigene Dachfläche für die Nutzung von Sonnenenergie geeignet ist, aktualisiert und weiter ausgebaut werden. Dabei wolle man besonderes Augenmerk darauf legen, auf die Möglichkeiten der Solarthermie, also die Nutzung von Sonnenenergie zur Warmwasserbereitung, hinzuweisen.

Einig waren sich die Vertreter in Ausschuss und Beirat auch darin, dass es sehr schwierig sei, die Bürger zu erreichen. Prof. Stefan Emeis von der Energiewende Oberland regte an, in Zukunft bei Schreiben an alle Bürger – wie bei der Mitteilung über die Müllgebühren – in Zukunft ein Blatt beizulegen, auf dem über ein konkretes Klimaschutz-Thema informiert werden soll.

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