Menschen sitzen an einem Tisch
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Warben für ihren Beruf: (h.l.) Pflegedienstleitung Sandra Buchner, (h.v.r.) Pflegedienstleitung Claudia Koch und Pflegedirektorin Anne Ertel mit den Pflegekräften (v.l.) Anke Pohl, Odette Hörenz, Robert Schröter, Fabian Carow und Kirsten von der Heide.

Krankenhaus GmbH wirbt mit besonderen Aktionen um Pflegepersonal

„Sogar für den Hund wurde gesorgt“

Seit Juli 2019 hat die Krankenhaus GmbH mehr als 130 neue Pflegekräfte in ihren beiden Häusern in Weilheim und Schongau eingestellt. Mit Radiowerbung, ausgefallenen Bewerbungspartys sowie Flyer- und Plakat-Aktionen vor und in anderen Häusern kämpften die beiden Kreiskliniken seit mehreren Monaten um mehr Personal.

Weilheim – „Vor zwei Jahren hatten wir viel zu wenig Pflegekräfte“, erläuterte Pflegedirektorin Anne Ertel bei einer Pressekonferenz die Motivation für die ungewöhnlichen Maßnahmen: „Wir stehen in unserer Region zu viele Kliniken in Konkurrenz – da muss man sich einiges einfallen lassen, um neue Mitarbeitende zu bekommen.“ Doch nicht nur die Werbung, auch das Angebot scheint derzeit zu stimmen: „Die Arbeitszufriedenheit ist bei uns sehr hoch“, sagte Ertel.

Die Krankenhaus GmbH geht nach eigenen Aussagen verstärkt auf Arbeitszeitwünsche der Pflegerinnen und Pfleger ein. So werden etwa Schichtzeiten bei Bedarf so gelegt, dass arbeitende Mütter ihr Kind noch vorher in die Kita bringen können. Das hat zum Beispiel Stationsleiter Robert Schröter und seine Frau bewogen, von Murnau nach Weilheim zu wechseln. Für Direktorin Ertel etwas Besonderes: „Früher ist das Personal von Weilheim nach Murnau gegangen – jetzt ist es umgekehrt.“

Auch das Fort- und Weiterbildungsangebot hat ein großes Gewicht: Wer Verantwortung übernehmen möchte, dem stünden alle Wege offen. „Deshalb gibt es in beiden Häusern viele junge Stationsleitungen“, so Ertel. Einige davon waren bei der Bilanzvorstellung dabei und bestätigten das gute Klima. Auch um Wohnungen für die neuen Kolleginnen und Kollegen kümmert sich die GmbH. Stationsleiterin Anke Pohl, die aus Sachsen kam, meinte: „Sogar für den Hund wurde gesorgt.“

Derzeit gibt es, dank der guten Personalsituation, kaum Fluktuation: Denn es sei nicht nur für die Patienten gut, sondern auch für die Mitarbeiter, wenn sich eine Pflegekraft nicht um 15 Kranke, sondern nur um sechs oder acht kümmern müsse, erklärt die Pflegedirektorin.

Jetzt geht es für die Pflegeleitung darum, die etwa 400 Pflegekräfte nicht nur zu halten, sondern weitere zu gewinnen: „Wir wollen weiter einstellen“, so Ertel. „Wir machen deshalb mit der Werbung weiter – vor allem bei facebook und beim monatlichen First Monday for Jobs“, sagte Weilheims Pflegedienstleiterin Sandra Buchner, die die Kampagne betreut. Die Aktionen auf fremden Klinikgeländen sind aber wegen mehrerer Beschwerden inzwischen gestoppt.

Ralf Scharnitzky

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