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Soll 5G-Mast bei den Stadtwerken errichtet werden? - Protest vergeblich

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Von: Magnus Reitinger

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m Bauausschuss wurde über den Standort eines gut 30 Meter hohen Mobilfunkmasten diskutiert. (Symbolfoto)
m Bauausschuss wurde über den Standort eines gut 30 Meter hohen Mobilfunkmasten diskutiert. (Symbolfoto) © DPA

Dass bei den Stadtwerken ein gut 30 Meter hoher Mobilfunkmast errichtet wird, hat Weilheims Bauausschuss bereits im Sommer abgesegnet. Am konkreten Standort gab es nun aber starke Kritik: Es würde „die gesamte Landschaft verschandelt“, warnte Klaus Gast (CSU). Doch der Protest war vergeblich.

Weilheim – Mehrmals schon hat den Bauausschuss des Stadtrates die Standortsuche für eine zusätzliche Mobilfunkanlage im Osten Weilheims beschäftigt. Anlass waren 2020 zwei Suchkreisanfragen von „Telekom Deutschland“ zur Errichtung je einer Mobilfunkbasisstation im Bereich Krankenhaus/Gymnasium/Realschule sowie im Gewerbegebiet „Am Weidenbach“. Dazu ließ die Stadt im Vorfeld auch Strahlenmessungen durchführen. Letztlich konnte die Telekom in diesen Suchkreisen aber keine geeignete Stelle finden und fragte deshalb bei den Stadtwerken an. Der Errichtung eines entsprechenden Masten auf deren Gelände zwischen Weilheim und Deutenhausen hat der Bauausschuss im Juni bereits grundsätzlich zugestimmt.

In der November-Sitzung war nun über die konkrete Bauanfrage zu entscheiden, für die eine Änderung des Bebauungsplans „Stadtwerke Deutenhausener Feld“ nötig ist. Der einzig mögliche Standort befindet sich dem Kommunalunternehmen zufolge an der Nordwest-Ecke des Areals, und zwar außerhalb der geltenden Baugrenzen im jetzigen Grünstreifen: der im Bebauungsplan festgesetzten „Ortsrandeingrünung“ nach Norden hin.

Mit der Standortfrage wurde sich „sehr lange beschäftigt“

Eine Unterbrechung dieses Grünstreifens „sollte vermieden werden“, sagte Manfred Stork, der Leiter der städtischen Bauverwaltung. Doch weiter nach innen könne man mit der Anlage nicht rücken, heißt es seitens der Stadtwerke, weil sich dort ein Glasfaserverteiler für die Breitbandversorgung Weilheims befindet. Man habe sich mit der Standortfrage „sehr lange beschäftigt“, erklärte Stadtwerke-Prokurist Stefan Herbst – und unterstrich, es gebe keine Alternative zu dem genannten Standort. Denn eine zweite Stelle, die zunächst im Gespräch war (nordöstlich des bestehenden Lagersilos), verbiete sich, weil dort die Verschattung für die Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern zu groß wäre.

CSU-Vertreter Klaus Gast ließ sich davon nicht beeindrucken: „Bei der Alternative ,hier oder gar nicht’ würde ich in diesem Fall sagen: ,gar nicht’“, betonte der Stadtratsreferent für „Angelegenheiten des Ortsteils Deutenhausen/Marnbach“. Er halte „einen Gittermasten mit der Höhe des Kirchturms von Mariae Himmelfahrt samt Blinklicht in der Nacht“ für „völlig unmöglich an dieser Stelle“, so Gast, damit würde „die gesamte Landschaft verschandelt“. Die Höhenangabe korrigierte Herbst freilich umgehend: Die Rede sei von „etwas über 30 Metern“.

„Wir müssen diese Kröte halt schlucken“

Die meisten anderen Bauausschuss-Mitglieder distanzierten sich von Gasts Kritik. Man dürfe „nicht wieder bei Null anfangen“, entgegnete Rupert Pentenrieder, die Schwierigkeiten bei der Standortsuche seien „groß und bekannt“. Dabei sei „unbestritten, dass der Mast irgendwo hin muss“, so der BfW-Vertreter weiter: „Wir bedienen hier ein Allgemein-Interesse.“ Auch an der Grünfläche dürfe die Sache nicht scheitern; man könne sicher sein, dass die Stadtwerke für entsprechenden „Öko-Ausgleich mit Bepflanzung“ sorgen.

Ähnlich Horst Martin (SPD): „Schon ewig“ werde ein Ort für die Mobilfunkanlage gesucht, „wir wissen, dass wir bei der Abdeckung weiße Flecken im Osten haben“. Nun gebe es einen Standort „weit weg von Wohnbebauung“, den dürfe man „nicht wieder ablehnen“, so Martin: „Wir müssen diese Kröte halt schlucken.“ In Abwägung aller Argumente unterstütze sie diesen Standort, sagte auch CSU-Fraktionssprecherin Marion Lunz-Schmieder. Alfred Honisch (Grüne) fragte, ob nicht einer der bestehenden Hochspannungsmasten im Umfeld für eine Sendeanlage nutzbar wäre: „Hat man das jemals geprüft?“ Doch das wurde in der Ausschuss-Sitzung nicht weiter verfolgt.

Die Mehrheit des Gremiums segnete den Standort und die Bebauungsplan-Änderung ab. Dagegen stimmten Klaus Gast sowie Gerd Ratter (ÖDP) –Letzterer aus grundsätzlichen Erwägungen, weil die Unbedenklichkeit der Technologie nicht garantiert sei.

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