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Bei der Bank geht‘s oft um Geld, aber nicht nur, sagt Thomas Orbig, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberland.

Bilanz 2020

Nicht trotz, sondern wegen der Corona-Pandemie: Sparkasse Oberland im Aufwind

Sehr zufrieden zieht die Sparkasse Oberland Bilanz. 2020 wurde mehr gespart, aber auch mehr investiert - nicht zuletzt wegen der Corona-Pandemie.

Weilheim - Den Werbespruch „Wenn’s ums Geld geht, Sparkasse“ möchte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Oberland, Thomas Orbig, am liebsten ändern, wie er beim Bilanzgespräch 2020 erklärte. Es sollte heißen: „Weil’s um mehr geht als ums Geld, Sparkasse.“ Während es in früheren Krisen nur ums Geld ging, gehe es in der Corona-Pandemie auch um Gesundheit.

Im abgelaufenen Jahr stand laut Orbig „die Hilfe aus der Krise“ im Vordergrund. Es ging darum, Unternehmen – und damit Arbeitsplätze – zu sichern. Dabei hätte sich gezeigt, dass sowohl Unternehmer als auch Privatleute Vertrauen in die regional arbeitende Sparkasse haben. Da die Einlagen der Kunden aus der Region stammen und als Kredite wieder Unternehmen in der Region zugute kämen, seien die Geschäftszahlen stark gestiegen. Es habe sogar zweistellige Zuwächse gegeben. Die Kunden würden auch schätzen, dass die Sparkasse seit 185 Jahren ein zuverlässiger Partner sei, der risikobewusst arbeite. An Anlagen von Kundengeldern seien „keine Hasardeure beteiligt“.

Thomas Orbig, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberland.

Dass das Geldvermögen der Sparkassen-Kunden innerhalb eines Jahres um rund 300 Millionen Euro zugenommen hat, liegt laut Michael Lautenbacher, der für das Privatkundengeschäft zuständig ist, auch an der Corona-Pandemie. Da es weniger Möglichkeiten zum Geldausgeben – etwa für Reisen oder in der Gastronomie – gab, stieg die Sparquote deutlich an. Aufgrund der fehlenden Zinsen würden mehr Sparer ihr Geld in Wertpapieren anlegen. Die Entwicklung des Dax zeige dabei, dass die Wirtschaft zuversichtlich in die Zukunft blicke.

Markus Lanz, der für das Firmenkundengeschäft und den Immobilienbereich zuständig ist, sieht das Plus von 18,3 Prozent bei den Sparkassen-Darlehen als ein gutes Vorzeichen für die Zukunft. Die neuen Kreditzusagen betrugen 602 Millionen Euro, was bedeute, dass die Kunden pro Arbeitstag 2,7 Millionen Euro investieren. Dies sei ein Zeichen für die Zuversicht der Unternehmer.

Sparkasse beschäftigt 466 Mitarbeiter

Die Sparkasse Oberland ist auch ein großer Arbeitgeber. Sie beschäftigt derzeit 466 Mitarbeiter. Davon sind 212 in Teilzeit tätig und 35 in Ausbildung. Sie betreibt 17 Filialen mit Beratung und Service, ein Business-Center, eine Vermögensberatung für Privatkunden und 13 Selbstbedienungsfilialen, davon sechs mit Beratungsangebot. Geldautomaten gibt es an 15 weiteren Standorten, unter anderem an Supermärkten. Beratung bietet sie auch im Internet, per Telefon und per Videokonferenz an.

Die Sparkasse zahlte laut Orbig 3,7 Millionen Euro Gewerbesteuer und unterstützte gemeinnützige Einrichtungen mit 164 000 Euro. Was die Zukunft der Sparkasse Oberland anbelangt, rechnet Orbig mit „sechs bis acht Prozent Wachstum pro Jahr“ und damit, dass sie in wenigen Jahren 100 000 Kunden haben wird. Mit einer Rückkehr zur „alten Normalität“ rechnet Orbig aber nicht, auch „wenn wir Corona irgendwann im Griff haben“. Er rechnet mit einer „neuen Normalität“, in der die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs bestimmend sein wird.

Alfred Schubert

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