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Stellten die Pläne für die Sanierung  vor, von links:Josef Koch,  Lisa Scharl und Christian  Holzer. 

Weilheim 

Sparkasse bald runderneuert

Die „Sparkasse Oberland“ unterzieht ihre Hauptstelle  in Weilheim einem „Facelifting“: Die Fassaden werden saniert und aufgefrischt.

Weilheim – Schriftzug für Schriftzug wird aus den „Vereinigten Sparkassen Weilheim“ im Raum Weilheim nun die „Sparkasse Oberland“. Auch an der Hauptstelle am Weilheimer Marienplatz wird die neue Leuchtschrift angebracht. Dort passiert in den nächsten Monaten allerdings noch mehr: Die Fassaden aller Sparkassen-Gebäude in der Innenstadt erhalten ein „Facelifting“. Verändert werden sie dadurch aber nicht, „nur aufgefrischt“, wie es hieß. Die Rundum-Erneuerung beginnt in der ersten Maiwoche und wird sich, je nach Witterung, bis August hinziehen.

Im Zuge der Arbeiten wird auch die Schrankenanlage an der Einfahrt zur Tiefgarage an der Vötterlgasse erneuert. Die Zeit der roten Münzen ist dann vorbei. „Papierzettel statt Plastikcoins“, so heißt dann die Devise. Das sagte Sparkassendirektor Josef Koch bei einem Pressegespr

äch. Laut Koch orientiert sich die Sparkasse bei der Umstellung an dem System in der Tiefgarage im „Altstadt-Center“. Wie er weiter sagte, gehen in der Sparkassen-Tiefgarage jedes Jahr Coins im Wert von 3000 Euro verloren.

Die Hauptstelle der Weilheimer Sparkasse besteht aus mehreren Gebäuden, so Koch. Dazu zählte er allein am Marienplatz drei Hausnummern, nämlich Marienplatz 2, Marienplatz 4 und Marienplatz 6. Dabei ist die Hausnummer 2 an der Ecke zur Buxbaumgasse das älteste Gebäude. Es stammt aus dem 17. Jahrhundert, wurde auch „Hagerhaus“ oder „Landrichterhaus“ genannt und fungierte als Handelshaus. Marienplatz 4 stammt in seiner jetzigen Form aus dem 19. Jahrhundert. Im Haus Marienplatz Nummer 6 befand sich das Kaufhaus der Gebrüder Buxbaum. 1938 wurde die jüdische Familie Buxbaum von den Nationalsozialisten enteignet. Im Rahmen der „Arisierung“ fiel das Konfektionsgeschäft an Albert Brossmann. Buxbaums zogen nach München. 1941 wurde die Familie nach Litauen deportiert und ermordet. 1951, so Koch, kam ein Mitglied der Familie Buxbaum nach Weilheim. Dieses verkaufte das Haus im Jahr 1954 an die Sparkasse, die anschließend die beiden Nachbarhäuser erwarb. Von 1999 bis 2001 erstellte sie den Neubau am Mittleren Graben, dessen Glasfassade zur Sanierung abgenommen werden muss. Im August 2009 kaufte sie dann noch das Haus an der Eisenkramergasse 13 zu.

Inzwischen leiden die drei Gebäudekomplexe an Fassadenschäden, verblassten Farben und zum Teil maroden Fenstern. Laut Architekt Christian Holzer, der zusammen mit seiner Kollegin Lisa Scharl die Arbeiten plante, stellt die Firma „Schleipfer“ dazu demnächst 4500 Quadratmeter Gerüst auf. Dann werden die Fassaden verhüllt. Auch die meisten anderen Arbeiten nähmen heimische Firmen vor.

Die Buxbaumgasse, die seit Öffnung des Salettls in der Stadtmauer bei Fußgängern immer beliebter wird, ist während der Arbeiten weiter passierbar. Zum Schutz der Passanten wird unter dem Gerüst ein Personengang erstellt, so Holzer. „Zu Einschränkungen für Kunden und Passanten wird es nicht kommen“, so Holzer. Laut Koch belaufen sich die Kosten für die Sanierung auf rund 300 000 Euro. Die Maßnahme sei zum Substanzerhalt der Gebäude wichtig.

gre

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