Die Sparkassen-Vorstände und Kommunalpolitiker aus Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau.
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Bei der Unterschrift: (v.v.l.) Die Garmisch-Partenkirchener Landräte Michael Rapp (Vize) und Anton Speer, die Sparkassen-Chefs Peter Lingg (Garmisch-Partenkirchen) und Thomas Orbig (Oberland), Weilheims Bürgermeister Markus Loth und Weilheim-Schongaus Landrätin Andrea Jochner-Weiß vor den übrigen Sparkassen-Vorständen.

Zusammenschluss aus zwei Landkreisen

Oberland und Garmisch-Partenkirchen: Die Sparkassen-Fusion ist unter Dach und Fach

  • Boris Forstner
    VonBoris Forstner
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Mit einem Unterschriften-Marathon ist die Fusion der Sparkasse Oberland mit der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen besiegelt worden. Starten soll das neue Geldinstitut zum 1. Juni 2022.

Weilheim – Anton Speer war die Frage sichtlich unangenehm. Was denn anders sei als vor rund sechs Jahren? Damals saß Garmisch-Partenkirchens Landrat schon einmal in der Weilheimer Sparkassen-Zentrale und verkündete eine Fusion, die wegen eines Rückziehers im Verwaltungsrat, dem er damals wie heute vorsteht, nicht zustande kam. „Die Zeit war nicht reif“, sagte er nur, die Vereinigten Sparkassen Weilheim und die Kreissparkasse Schongau fusionierten damals alleine zur Sparkasse Oberland.

Jetzt, einige Jahre und viele „harte Maßnahmen später, die nichts genutzt haben“ (Speer über die Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen), habe man eine gute Lösung gefunden. Die steht auch auf dem Slogan des fusionierten Geldinstituts, das weiter Sparkasse Oberland heißen wird: „Wir gemeinsam = Heimat + Stärke + Zukunft“, heißt die ungewöhnliche Gleichung.

Weilheims Bürgermeister Markus Loth wurde historisch, als er sagte, „der 28. und 29. Juli gehen in die Annalen ein“. Am Mittwoch hatte der Kreistag Garmisch-Partenkirchen einstimmig der Fusion zugestimmt, am Donnerstag folgte der Zweckverband der Sparkasse Oberland ebenso einstimmig. Speer sagte, man habe als viertkleinste Sparkasse Bayerns keine andere Möglichkeit mehr gehabt, und zählte noch einmal kurz die vielen bekannten Probleme wie Niedrigzins und Regulatorik auf, die einem das Leben immer schwerer machen.

„Zusammen, was zusammen gehört“

Er betonte aber auch, wie sinnvoll gerade das Zusammengehen dieser beiden Sparkassen sei. „Denn die Region um Murnau gehört schon immer zum Bereich Weilheim. Jetzt gehören der restliche Landkreis und der Landkreis Weilheim-Schongau zusammen.“ Das sah auch Weilheim-Schongaus Landrätin Andrea Jochner-Weiß, derzeitige Verwaltungsratvorsitzende, so: „Jetzt ist zusammen, was zusammen gehört.“ Zumal, wie Orbig in alten Unterlagen entdeckt hat, bereits 1976 direkt nach der Gebietsreform über eine mögliche Fusion der Sparkassen aus beiden Landkreisen gesprochen wurde. „45 Jahre später ist es jetzt so gekommen.“

Dem Garmischer Kreissparkassen-Chef Peter Lingg, der künftig Orbigs Stellvertreter sein wird, war es wichtig zu betonen, dass kein Mitarbeiter Angst haben muss, es werde keine fusionsbedingten Kündigungen geben: „Jeder Mitarbeiter wird gebraucht.“ Auch die Angst vor langen Arbeitswegen müsse in Corona-Zeiten, die neue Möglichkeiten der digitalen Konferenzen geschaffen habe, niemand haben, so Lingg. Interessant ist die Altersstruktur: Bei der Sparkasse Oberland sind 27,5 Prozent der Mitarbeiter älter als 55 Jahre, bei der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen sogar 40 Prozent. „Da denken viele schon über Altersteilzeit nach. Wir verlieren dadurch leider viel Know-how, aber so können wir die geplanten Synergie-Effekte ohne große Probleme umsetzen“, sagte Orbig. Und betonte: „Der Kunde wird weiter seine gewohnten Ansprechpartner haben.“

Für Kunden ändert sich nur die IBAN

Nur die IBAN-Nummer werde sich für die bisherigen Kreisparkassen-Kunden nächstes Jahr im Oktober bei der „technischen Fusion“ ändern, aber da habe man bei der Verbindung zwischen Weilheim und Schongau bereits gesehen, dass das kaum Probleme mache, so Orbig. Danach folgte der offizielle Akt: Alle Vorstands- und Verwaltungsratschefs mussten die Fusionsurkunde in mehrfacher Ausführung unterschreiben. „Jetzt geht die Arbeit erst richtig los“, so Orbig.

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