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Meisterlicher Auftritt in Weilheims Stadtpfarrkirche: Johannes Skudlik. 

weilheimer orgelsommer  

Spitzenorganist mit Herz und Verstand

Weilheim - Johannes Skudlik ist seit 37 Jahren Kantor in Landsberg. In Weilheim bot der Organist ein Konzert der Spitzenklasse.

Der Name Johannes Skudlik steht in der Nachbar-Kreisstadt Landsberg am Lech für die katholische Kirchenmusik schlechthin: Seit 37 Jahren ist er Kantor an der dortigen Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und hat in dieser Zeit ein hochrangiges kirchenmusikalisches Zentrum geschaffen. Darüber hinaus konzertiert er als Cembalist und Organist in ganz Europa, den USA und in Fernost. Auch in Weilheim hat der Name Skudlik einen guten Klang. In seiner Begrüßung zum „Orgelsommer“-Konzert am Sonntagabend erklärte der Weilheimer Kirchenmusiker Jürgen Geiger: „Johannes Skudlik hat mir den ersten Klavier- und Orgelunterricht erteilt und mich für den Beruf des Kirchenmusikers begeistert. Dafür bin ich ihm außerordentlich dankbar“.

Ein relativ kleiner Kreis erlebte dann ein Orgelkonzert der Sonderklasse. Die „Toccata und Fuge d-Moll BWV 565“, traditionell Johann Sebastian Bach zugeschrieben, gehört zu den bekanntesten Werken der Orgelliteratur. Entsprechend zahlreich und unterschiedlich sind die Interpretationen. Skudlik spielte das Werk sehr lebendig, temperamentvoll und variantenreich. So kann man sich den jungen Bach in seiner Sturm- und Drang-Periode vorstellen: voller Feuer und Experimentierfreude. Es folgte „In paradisum“ von Théodore Dubois (1837-1924): ganz anders angelegt, ein Orgelstück zum Träumen. Ein „Scherzo symphonique“ von Pierre Cochereau (1924- 1984) zeigte hör- und sichtbar (ein Sonderlob der Video-Technik!), dass ein Organist auch physisch gefordert ist.

„Prélude, Fugue et Variation op. 18” hat César Franck (1822-1890) seinem Freund Camille Saint-Saëns gewidmet. Es überrascht immer wieder, wie gut ein Spitzenorganist auf dieser Orgel auch französisches Kathedral-Flair erklingen lassen kann. Franz Liszts „Präludium und Fuge über B-A-C-H“ schloss das anspruchsvolle Programm ab. Skudlik, Jahrgang 1957, gehört zu den Interpreten, die Musik mit Verstand und Herz machen. Das Publikum dankte mit langen, herzlichen Ovationen. 

Nächstes Konzert

beim „Internationalen Weilheimer Orgelsommer“: Bernhard Buttmann (Nürnberg) spielt Werke von Bach, Reger und Mendelssohn-Bartholdy – am Sonntag, 31. Juli, 20 Uhr, in der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt. Karten: Medienhaus-Ticketservice in der Sparkasse am Marienplatz Weilheim; Info: weilheimer-orgelsommer.de.

Bernhard Küstner

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