Wegen der Saatkrähen in der Weilheimer Innenstadt – hier am Oberen Graben – gibt es viele Beschwerden.
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Wegen der Saatkrähen in der Weilheimer Innenstadt – hier am Oberen Graben – gibt es viele Beschwerden.

Vergrämung beginnt am Dienstag

Weilheim: Stadt darf die Saatkrähen vertreiben

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Lärm und Verschmutzungen durch Saatkrähen in der Stadt sind für viele Weilheimer ein Ärgernis. Nun wurde der Stadt erlaubt, die streng geschützten Vögel zu vergrämen. Ab Dienstag werden Nester entfernt, Bäume beschnitten – und auch akustische Maßnahmen kommen zum Einsatz.

Weilheim – Immer wieder beschweren sich Bürger im Rathaus über die Lärmbelästigung, die von den Saatkrähen im Stadtgebiet ausgeht – an ihren Sammelplätzen im Winter, vor allem aber auch während des Nestbaus, in der Brut- und Aufzuchtszeit. Im Bereich des Oberen Grabens und der Augsburger Straße wird zudem „eine erhebliche Verschmutzung durch Kot“ beklagt, „der insbesondere am vorhandenen Kindergarten und Spielplatz zu Problemen führt“. Das schreibt Bürgermeister Markus Loth in einer Pressemitteilung, die am Freitag verschickt wurde – und kündigt eine groß angelegte Vergrämung der Vögel an.

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Auf Antrag der Stadt vom vergangenen Dezember habe die Regierung von Oberbayern als zuständige höhere Naturschutzbehörde nun eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung erteilt: Bis zum 15. März (mit Verlängerungsoption bis 31. März) dürfen vorhandene Altnester sowie Äste, die als Nistunterlagen dienen, entfernt werden. Zudem wurde eine Vergrämung mittels akustischer Signale – wie etwa so genannter „Bird Gards“ – genehmigt. Zulässig sind diese Maßnahmen im Bereich des Oberen Grabens bis zur Augsburger Straße, an der Theatergasse/Herzog-Albrecht-Platz sowie bei den Wohnblocks an der Paradeis- und Ybelherstraße. Die Hauptkolonie „In der Au“ bleibe von diesen Maßnahmen „selbstverständlich unangetastet“, betont Loth.

Stadtbauamt und Baumpfleger hätten die entsprechenden Stellen bereits festgelegt, am kommenden Dienstag sollen die Stadtwerke mit der Entnahme der Nester und dem Ausschneiden der Astgabeln beginnen. Laut einer Auflage der Regierung dürfen die Saatkrähen während der Vergrämungsmaßnahmen nicht durch Fütterung oder zugängliche Abfälle angelockt werden. Loth bittet die Bürger deshalb, „auch auf eine Fütterung in den Außenbereichen, zum Beispiel im Weilheimer Moos, zu verzichten“.

Ullrich Klinkicht („Weilheim Miteinander“) hat im Stadtrat am Donnerstag per Dringlichkeitsantrag gefordert, zusätzlich Greifvögel durch einen Falkner einzusetzen: „Es geht dabei nicht um das Töten der Vögel, sondern durch den Einsatz eines Wüstenbussards die Saatkrähen nachhaltig zu motivieren, sich andere, geeignetere Brutplätze zu suchen.“ Auch dafür solle die Stadt eine Genehmigung beantragen. Die Ratsmehrheit sah diesen Antrag nicht als dringlich. Er soll am Dienstag, 2. Februar, im Bauausschuss diskutiert werden (8.30 Uhr, Stadthalle).

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