Blick auf die geplante Erweiterungsfläche des Gewerbegebietes Leprosenweg.
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So sah die geplante Erweiterungsfläche des Gewerbegebietes Leprosenweg im Mai 2021 aus: Anwohner wunderten sich, wie sehr dort bereits gegraben wurde, obwohl der Bebauungsplan erst noch in eine weitere Runde geht. Im Bauausschuss hieß es dazu, die Arbeiten dienten der Umsiedlung von Eidechsen.

Erweiterung am Leprosenweg

Stadt Weilheim: Neue Gewerbeflächen sind Nachbarn „zumutbar“

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Nach wie vor „viel zu groß und zu hoch“ sind zahlreichen Unterhausenern die Ausmaße der geplanten Erweiterung des Weilheimer Gewerbegebietes am Leprosenweg. Doch die Planung wird wohl nicht mehr wesentlich geändert.

Weilheim – Die Stadt will das bestehende Gewerbe-Areal am Leprosenweg bekanntlich um rund 25.000 Quadratmeter nach Norden erweitern, und zwar im Anschluss an die Firma „Dr. Müller Diamantmetall“. Diese möchte die neuen Flächen, die an die Bahnlinie Weilheim-Augsburg, an landwirtschaftliche Felder und einen Wald grenzen, dem Vernehmen nach nicht für einen Ausbau des eigenen Unternehmens nutzen, sondern als Gewerbepark vermieten.

Bisherige Änderungen genügen den Anwohnern nicht

Der Entwurf für den entsprechenden Bebauungsplan „Leprosenweg II – Erweiterung Nord“ lag im August erneut zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Darin waren die zulässigen Gebäudehöhen gegenüber den ersten Plänen teils etwas reduziert worden, vor allem auf Druck von Anwohnern der Kohlwinklstraße in Unterhausen, deren Grundstücke laut Stadt rund 50 Meter von den künftigen Gewerbebauten entfernt sind, getrennt nur durch die Bahnlinie.

Doch einer Reihe von Nachbarn genügen die Änderungen nicht. In der dritten Runde des Verfahrens gingen erneut fünf Schreiben von Anliegern ein. Sie halten das Vorhaben grundsätzlich für „nicht mehr zeitgemäß“ und angesichts vorhandener Gewerbeflächen in Weilheim für unnötig. In der Planung selbst sollten zumindest die Gebäudegrößen verringert und weiterer Schutz vor Lärmbelästigungen oder auch Lichtverschmutzung gewährleistet werden.

Stadt sieht keinen weiteren Änderungsbedarf

Das Stadtbauamt sieht jedoch „keinen Änderungsbedarf für die Planung“, wie es in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung hieß: Weitere Einschränkungen von Betriebszeiten seien „rechtlich nicht zulässig“, die Festsetzungen zur Beleuchtung „hinreichend konkret“, Gebäudehöhen bereits verringert worden. Insgesamt bedeute die aktuelle Planung „keine unzumutbaren Belastungen“ für die Anwohner. Die vorgebrachten Einwendungen seien in den vorangegangenen Runden bereits abgewogen worden. Aufgenommen wird in den Bebauungsplan indes die Empfehlung des „Planungsverbandes Region 17“, in dem Gewerbegebiet aufgrund seiner Lage die Ansiedlung von Einzelhandelsbetrieben auszuschließen.

Der Bauausschuss hat den Abwägungen des Stadtbauamtes bei der Vorberatung in der vergangenen Woche einmütig zugestimmt. Entschieden wird am heutigen Donnerstagabend in der öffentlichen Stadtratssitzung (ab 18.30 Uhr im „Haus der Begegnung“ an der Römerstraße). Danach sollen die geänderten Passagen des Bebauungsplan-Entwurfs erneut für 14 Tage öffentlich ausgelegt werden.

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