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Homepage der Stadt Weilheim

Im Firmenverzeichnis fehlen die Firmen

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Unvollständig, unaktuell, kurzum „total desolat“ ist laut BfW-Stadtrat Jochen Knittel das Firmenverzeichnis auf der Internetseite der Stadt Weilheim. Auf seine Kritik hin beschloss der Hauptausschuss des Stadtrats, „etwas Neues zu entwickeln“.

Weilheim – Zu einer aktiven Wirtschaftsförderung, so schrieb Knittel Anfang Oktober in seinem Antrag an den Hauptausschuss, gehöre „ein aktuelles Firmenverzeichnis auf der Homepage der Stadt“. Doch das derzeit bestehende – betreut von einem gewerblichen Anbieter und für die Unternehmen kostenpflichtig (je nach Umfang müssen Firmen dafür zwischen drei und sechs Euro pro Monat zahlen) – sei „völlig unzureichend“ und „nicht repräsentativ“. So seien im Bereich „Handel“ gerade mal sechs Geschäfte und unter „Handwerk“ sogar nur vier gelistet, davon jeweils zwei auswärts. Unter „Medizin und Gesundheit“ finden sich beispielsweise vier Firmen; zwei von diesen sind in München.

Alles in allem hat das Verzeichnis, das sich ganz oben unter dem Stichwort „Wirtschaft“ findet, derzeit 63 Einträge. Damit sei es „völlig unzureichend, nicht aktuell und unvollständig“, befand Knittel, der von Beruf Steuerberater ist und als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der BfW fungiert: „Eigentlich muss man sagen, das derzeitige Firmenverzeichnis auf der Homepage der Stadt Weilheim ist total desolat.“ Knittel beantragte deshalb, den Vertrag mit dem derzeitigen Anbieter zu kündigen, „um ein umfassendes Firmenverzeichnis von Handel, Handwerk und Dienstleistern kurzfristig zu erstellen“. Dafür gelte es die nötigen Haushaltsmittel bereitzustellen. Denn „jeder, der auf die Website der Stadt Weilheim geht“, etwa Kunden von auswärts, Tagestouristen oder Urlauber, müssten dort umfassend informiert werden.

Knittels Befund teilten im Wesentlichen auch die zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Systemadministrator Ralf Fabian wies darauf hin, dass es zur Entstehungszeit des Firmenverzeichnisses noch keine sozialen Netzwerke, auch weniger Suchmaschinen gab und „viele Unternehmen noch keine eigene Homepage hatten“. Deshalb sei dieses Angebot auf der Website der Stadt anfangs gut angenommen worden. Heute freilich seien „in Weilheim 2300 Firmen gemeldet“, aber in dem Verzeichnis fänden sich nur 63 – und darunter einige Auswärtige. Andererseits dürfe die Stadt auch nicht einfach von sich aus „die Firmen reinschreiben“, so Fabian.

Auch Standortfördererin Jutta Liebmann nannte die jetzige Darstellung „nicht attraktiv“, riet aber von einem größeren Firmenportal auf der Stadt-Homepage ab: Das wäre „eine irrsinnige Arbeit“ und sei „nicht mehr zeitgemäß“. Denn Firmen würden im Internet heute „nicht über die Stadtseite gesucht, sondern über Suchmaschinen“. Sinnvoller wäre es laut Liebmann, Unternehmen bezüglich ihrer eigenen Darstellung im Internet zu schulen und auf der Homepage der Stadt zum Beispiel ein „Einkaufs-Erlebnis-Portal“ zu schaffen.

In diese Richtung soll weiter überlegt und „etwas Neues“, „etwas Attraktiveres“ entwickelt werden, so der einstimmige Beschluss im Hauptausschuss. Das aktuelle Firmenverzeichnis will man „einschlafen lassen“, die Verträge dafür schnellstmöglich kündigen.

Magnus Reitinger

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