In der Grünfläche des Nachbargrundstücks – auf dem sich der Getränkemarkt „Orterer“ befindet (r.) – sollen für einige Jahre Bürocontainer fürs Wasserwirtschaftsamt (l.) aufgestellt werden. Doch die Stadt hat dafür kein Verständnis.
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In der Grünfläche des Nachbargrundstücks – auf dem sich der Getränkemarkt „Orterer“ befindet (r.) – sollen für einige Jahre Bürocontainer fürs Wasserwirtschaftsamt (l.) aufgestellt werden. Doch die Stadt hat dafür kein Verständnis.

Nein zu Übergangslösung in Grünfläche

„Eine Schnapsidee“: Stadt Weilheim lehnt Bürocontainer für staatliche Behörde ab

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Mit Bürocontainern im Grünstreifen des Nachbargrundstücks möchte das Wasserwirtschaftsamt Weilheim die Platznot in seinem Amtsgebäude an der Pütrichstraße lindern. Doch die Stadt ist „irritiert“ von diesen Plänen – und lehnt das Vorhaben ab.

Weilheim – „Wir müssen uns das schon ganz genau anschauen“, so leitete Weilheims Bürgermeister Markus Loth (BfW) am Dienstag im Bauausschuss des Stadtrates die Diskussion über die neue Anfrage bezüglich des Wasserwirtschaftsamtes ein. Und er fügte an: „Wir können nicht alles Mögliche genehmigen, nur weil es sich um eine staatliche Behörde handelt.“

Eigentlich ist für das in den 1960er Jahren errichtete Dienstgebäude des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) an der Pütrichstraße 15 ja schon lange ein Erweiterungsbau geplant. Im Frühjahr 2018 wurden bereits Entwürfe dafür vorgelegt (wir berichteten). Strittig war dabei die Parkplatz-Frage: Das Staatliche Bauamt Weilheim hatte als Antragsteller gebeten, für den Anbau ans WWA auf die Schaffung einer Tiefgarage – wie sie der dort geltende Bebauungsplan vorschreibt –verzichten zu dürfen. Das gefiel dem Bauausschuss des Weilheimer Stadtrates allerdings gar nicht: Von privaten Bauwerbern, so hieß es, würde bei Vorhaben ähnlicher Größe stets eine Tiefgarage gefordert; man dürfe da „nicht mit zweierlei Maß messen“. Deshalb sollte mit der Behörde entsprechend verhandelt werden.

Als Übergangslösung für mehrere Jahre gedacht

Die „große Erweiterung“ des WWA Weilheim wurde aber „zwischenzeitlich noch zurückgestellt“, hieß es jetzt in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Deshalb wolle die Behörde „zur dringend notwendigen Entlastung“ in unmittelbarer Nähe des Hauptgebäudes Bürocontainer aufstellen – für mehrere Jahre. „Um die angespannte Parkplatzsituation am Gelände nicht noch weiter zu verschärfen und der geplanten Erweiterung des Hauptgebäudes nicht im Wege zu stehen“, wären diese Container im Grünstreifen des Nachbargrundstücks, also direkt am „Orterer“-Getränkemarkt, geplant. Mit dem Grundeigentümer bestehe bereits Einigkeit.

Alternative Standorte auf anderen WWA-Arealen seien geprüft worden, stünden aber nicht zur Verfügung. Weshalb nun um Zustimmung zur Errichtung der Container in der Grünfläche auf dem Grundstück Pütrichstraße 17 (und somit außerhalb der Baugrenzen des Bebauungsplanes) gebeten wurde – wofür drei Bäume gefällt werden müssten. Zudem bat die Behörde, auf die Schaffung von Stellplätzen für diese zusätzlichen Büroräume verzichten zu dürfen.

Es dürfe kein Sonderrecht für eine Behörde geben

Weilheims Bauausschuss lehnte all dies aber einstimmig ab. Die Bäume in der besagten Grünfläche seien im Bebauungsplan vorgesehen und inzwischen ordentlich gewachsen, bemerkte Manfred Stork, der Leiter der städtischen Bauverwaltung: „Das wäre schon sehr seltsam, wenn man in dieser Grünfläche jetzt Container errichten würde.“ „Das kommt nicht in Frage“, befand BfW-Vertreter Rupert Pentenrieder. Horst Martin (SPD) nannte die Pläne gar eine „Schnapsidee“. Und Klaus Gast (CSU) warnte, man könne „kein Sonderrecht“ für eine Behörde einräumen – zumal das Ganze „sicher nicht nur eine kurzfristige Lösung, sondern für Jahre“ wäre. Luise Nowak (Grüne) betonte, dass es in Weilheim „genügend Leerstand“ gebe. Deshalb sollte es für das WWA „kein Problem sein, Büros auszulagern“; das wäre wohl noch nicht einmal teurer.

„Irritiert“ über die Container-Pläne fürs Wasserwirtschaftsamt zeigte sich Bürgermeister Loth – und schloss den Sitzungspunkt mit den Worten: „Die Empfehlung ist eigentlich, das Baurecht, das sie haben, umzusetzen.“

Wasserwirtschaftsamt braucht akut bis zu zehn weitere Arbeitsplätze

WWA-Chef Roland Kriegsch versicherte gestern auf „Tagblatt“-Anfrage, ein Erweiterungsbau sei nach wie vor fest geplant; das Staatliche Bauamt prüfe aktuell die Möglichkeiten. Doch man brauche kurzfristig Platz, auch weil im Laufe des Jahres zusätzliche Projektstellen und Auszubildende hinzukämen. Die „maximal mögliche Nutzung“ in den vorhandenen Amtsgebäuden in Weilheim – wo derzeit insgesamt rund 100 Mitarbeiter tätig sind – sei ausgeschöpft. Deshalb die Bitte, übergangsweise Bürocontainer aufzustellen. Nötig seien bis zu zehn Arbeitsplätze, was „maximal fünf Container“ bedeute. Diese sollten in unmittelbarer Nähe des Hauptgebäudes liegen, betont Kriegsch, weil man so flexibel reagieren könne, die neuen Kollegen eng angebunden wären und auch der nötige EDV-Anschluss „wirtschaftlich umsetzbar“ wäre.

Lesen Sie auch: Neue Entwicklungen zum größten Wohnbauprojekt in Weilheim - und eine Petition aus Weilheim an CSU-Politiker Alexander Dobrindt.

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