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Ein Feuerwerk wie hier über der Weilheimer Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt ist schön, aber auch Umweltverschmutzung. 

„Klimaschützende Stadt“

Silvesterknaller: Stadt Weilheim ruft zu Verzicht auf

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Die Stadt Weilheim ruft ihre Bürger zum „freiwilligen Verzicht auf das Abfeuern von Silvesterraketen und Böllern“ auf. Bürgermeister Markus Loth nennt dafür drei Gründe: den Umweltschutz, die Sauberkeit in der Stadt und die Sicherheit.

Weilheim – Für den Altstadtbereich bittet Weilheims Stadtverwaltung bereits seit Jahren darum, auf „Silvesterknallerei“ zu verzichten. Ein genereller Aufruf für die gesamte Stadt jedoch ist neu. Bürgermeister Markus Loth (BfW) hat sich mit den Fraktionssprechern des Stadtrates kurzfristig und einmütig darauf verständigt, wie er jetzt bei einem Pressegespräch im Rathaus erklärte – in Anwesenheit sämtlicher Fraktions-Chefs. Alfred Honisch (Grüne) betonte dabei, die Initiative sei von seiner Partei gekommen, „als erste Maßnahme im Rahmen der Betitelung Weilheims als klimaschützende Stadt“.

Gögerl sieht nach Silvesternacht wie ein Schlachtfeld aus

Hauptgrund für den Aufruf, der am Donnerstagabend auch in der Jahresabschluss-Sitzung des Stadtrates kundgetan wurde, ist laut Bürgermeister Loth der Umweltschutz. Aber es gehe auch um die Sicherheit und die Sauberkeit in der Stadt. Insbesondere das Gögerl sehe nach der „Silvesterknallerei“ stets wie ein Schlachtfeld aus. Auch an anderen Stellen müsse man die Knaller-Reste „fast mit dem Schneepflug wegfahren“, so der Rathaus-Chef. Die Stadt wird am Neujahrsmorgen jeweils mit beträchtlichem Aufwand (und entsprechenden Kosten) gesäubert.

„Der Verzicht auf das Silvesterfeuerwerk soll zum Klimaschutz beitragen und zudem unnötige Feinstaub- und Lärmbelastungen vermeiden“, heißt es in dem offiziellen Aufruf. Loth bedankt sich darin namens der Stadt schon mal „herzlichst für Einsicht und Vernunft“ der Bürger.

„Feinstaubwahnsinn“ und Brandgefahr

Beim Pressegespräch führte FW-Fraktions-Chef Walter Weber neben dem „Feinstaubwahnsinn“ auch die Brandgefahr ins Feld. In den vergangenen Jahrzehnten habe es im Landkreis einige Großbrände durch Feuerwerkskörper gegeben, etwa in Hohenfurch und Schongau. Auf diese Weise werde auch „Kulturgut gefährdet“. BfW-Sprecherin Brigitte Holeczek findet zudem problematisch, dass sich an Silvester der Zeitraum, in dem geböllert wird, über die Jahre immer weiter ausgedehnt habe. Sie setzt auf Einsicht der Bürger: Nun könne „jeder Einzelne zeigen, wie viel Greta Thunberg in ihm steckt“.

„Auf keinen Fall jemanden an den Pranger stellen“

Allerdings wisse man auch, „dass viele Weilheimer enorm viel Spaß am Feuerwerk haben“, sagte Ingo Remesch, Vorsitzender der Fraktion SPD/FDP. „Wir wollen auf keinen Fall jemanden an den Pranger stellen, der es trotzdem macht.“ Für Remesch geht es vor allem um Wirkung für die kommenden Jahre. Heuer hätten die Geschäfte bereits „ihre Lager voll mit nicht mehr remittierbarer Ware, die verkauft werden will“. Doch man wolle bewusst machen, was das „unheimlich viele Ballern, zum Beispiel am Gögerl“, für die Umwelt bedeute.

Lesen Sie auch unsere Kommentare zum Thema: Redaktionsleiter Boris Forstner ist „Pro Feuerwerk“, Redakteur Magnus Reitinger ist dagegen

Im Aufruf der Stadt Weilheim, unterzeichnet von Bürgermeister Loth, heißt es am Ende: „Es wäre begrüßens- und wünschenswert, wenn anstelle der Ausgaben für das Silvesterfeuerwerk eine Umweltorganisation oder andere gemeinnützige Vereinigung mit einer Spende unterstützt werden würde.“

mr

Hier finden Sie alles zur geplanten Bürgerbefragung in Sachen „Umfahrung Weilheim“

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