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Das sind Weilheims Ideen gegen den „Kita“-Notstand

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Von: Magnus Reitinger

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Hier steht bald Weilheims nächste Kita: Auf der Grünfläche neben dem „Edeka“ an der Kanalstraße soll im Januar 2020 das „Kinderhaus an der Ammer“ eröffnen. © Gronau

Von der Umnutzung von Gewerberäumen bis hin zu „Kinderbauwägen“: Mit Hochdruck sucht die Stadt Weilheim nach Lösungen, um den Notstand in Sachen „Kinderbetreuung“ zu lindern. 140 Kinder stehen ab Herbst auf der Warteliste.

Weilheim – Gleich zwei Dringlichkeitsanfragen zum Thema waren kurz vor der Stadtratssitzung vergangenen Donnerstag eingereicht worden. „Aus der Presse und über soziale Netzwerke“, schrieb BfW- Fraktionssprecherin Brigitte Holeczek, „ist zu erfahren, dass in Weilheim der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder im kommenden Herbst nicht gedeckt werden kann“. Sie forderte „einen detaillierten Sachstandsbericht mit genauen Zahlen und der Angabe von Gründen und Faktoren, warum diese Entwicklung nicht abzusehen war“.

Auch von der Stadtratsreferentin für Kindertagesstätten (Kitas) kam eine Anfrage. „Familien sind zurecht zutiefst besorgt“, so Angelika Flock (CSU): Wie schon in den Vorjahren könne die Stadt „den gesetzlichen Anforderungen auch dieses Jahr nicht in vollem Umfang nachkommen“. Sie bat Bürgermeister Markus Loth (BfW) um öffentliche „Information zum Stand der von mir in Zusammenarbeit mit der Verwaltung vorgeschlagenen Lösungen zur Beseitigung des Betreuungsnotstandes“ – und wollte wissen: „Welche dieser Maßnahmen lassen sich realisieren?“

Auf letztere Frage gab es keine endgültige Antwort. Doch die gesamte Verwaltung arbeite „mit Hochdruck“ an Lösungen, betonte Hauptamtsleiterin Karin Groß. 140 Kinder stünden derzeit auf der Warteliste für Betreuungsplätze ab Herbst (70 für den Kindergarten, 70 für die Krippe). Bei 35 dieser 140 ergebe sich der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz erst im Laufe des kommenden Kita-Jahres – weil die Kinder dann ein oder drei Jahre alt werden beziehungsweise die Familien dann erst nach Weilheim ziehen.

Der Zuzug sei nur ein Grund dafür, dass „heuer besonders viele“ Kinder noch keinen Platz haben, obwohl die Stadt seit Jahren immer mehr Kitas baut (derzeit gibt es 23 Einrichtungen im Stadtgebiet mit insgesamt rund 1000 Plätzen). Laut Groß schlagen auch wirtschaftliche Gründe – dass beide Elternteile arbeiten müssen –, Änderungen beim Einschulungsalter sowie höhere Geburtenraten zu Buche. Und: Eltern würden heute schlichtweg „anders entscheiden, ihre Elternzeit zu nehmen“, so Groß. All das mache der Stadt die Planung „sehr schwer“.

Aktuell prüfe man verschiedene private und städtische Gebäude daraufhin, ob dort kurzfristig Kita-Gruppen eingerichtet werden könnten; auch die Grundschulen und die Mittelschule hat die Stadt dabei im Blick. Laut Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt wird überlegt, ob an „eine bestehende Kita im Osten“ kurzfristig ein Anbau in Modulbauweise möglich wäre, ob eine frühere Kita (wohl in der Bärenmühle) reaktiviert werden und ob man ein Gewerbegebäude am Weidenbach für drei Gruppen umnutzen könnte. Auch bezüglich Betriebskindergärten laufen Verhandlungen. Und es wird überlegt, ob an der Römerstraße, beim Naturfreundehaus oder am Gmünder Hof Bauwägen für Kita-Gruppen stehen könnten. Was davon zu welchen Kosten zu verwirklichen ist, das wird sich in den nächsten Wochen klären, so Hauptamtsleiterin Groß: „Wir müssen alles abklappern und kreativ denken.“

Neue feste Kitas entstehen an der Kanalstraße (bis Januar 2020) und an der Hardtkapellenstraße (bis Herbst 2020). Zudem soll der „Pfiffikus“ erweitert werden und langfristig eine neue Kita an der Geistbühelstraße folgen.

Eltern, für deren Kinder es vorerst noch keinen Platz gibt, bekommen in den nächsten Tagen Post aus dem Rathaus. „Das ist aber keine endgültige Absage“, betonte Groß, „es tut sich immer noch was“.

Magnus Reitinger

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