Stadt Weilheim vergibt Ehrenpreise

Ihr Einsatz ist gut für die Umwelt und das Zusammenleben

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In seiner festlichen Weihnachtssitzung hat Weilheims Stadtrat am Donnerstag die Ehrenpreise 2019 verliehen: Der Kulturpreis ging an zwei verdiente Volksmusikgruppen, der Umweltpreis an tatkräftige Schüler und der Sozialpreis an einen Verein, für den Senioren dankbar sind.

Weilheim – Die letzte Stadtratssitzung des Jahres ist stets ein großes „Dankeschön“: Bei Kerzenschein stimmte am Donnerstagabend im Rathaus ein Gitarrenduo der Musikschule (die Lehrkräfte Sonja Gruber und Christian Rosa-Rodriguez) auf stolze 16 Ehrungen ein. Zwölf langjährige Ehrenamtliche erhielten für ihre gemeinnützigen Verdienste das Ehrenzeichen der Stadt (eigener Bericht folgt). Zudem verliehen die drei Bürgermeister namens des Stadtrats den Kulturpreis, den Umweltpreis und den Sozialpreis der Stadt Weilheim, die allesamt jährlich vergeben werden und mit jeweils 1000 Euro dotiert sind.

Kulturpreis

Zwei Gruppen, die seit Jahrzehnten „unsere heimatliche Volksmusikkultur nicht nur in unserer Stadt, sondern weit darüber hinaus repräsentieren“ – so 3. Bürgermeisterin Angelika Flock in ihrer Laudatio –, wurden mit dem Kulturpreis ausgezeichnet: die „Geschwister Schambeck“ und der „Deutenhauser Viergsang“. Erstere bilden vier Schwestern, die seit 1975 als Dreigesang mit Gitarrenbegleitung Hausmusik machen – und zahlreiche Gottesdienste, Feiern, Hoagart’n und Konzerte mitgestalten. Die Anfänge des „Deutenhauser Viergsangs“ liegen im Jahr 1990, heute gehören ihm Brigitte Albrecht, Vroni Vief, Klaus Gast und Albin Völk an, die von Georgia Gast an der Zither begleitet werden.

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Seit 30 Jahren veranstalten beide Gruppen gemeinsam das „Bayerische Adventssingen bei Kerzenlicht“ in der Marnbacher Kirche (so auch diesen Sonntag, 15. Dezember, 20 Uhr). Insbesondere würdigt die Stadt, dass die „Geschwister Schambeck“ und der „Deutenhauser Viergsang“ – die ihr Können bei der Preisverleihung mit zwei feine Krippenliedern zeigten – „ihre Kunst auch gerne in den Dienst einer guten Sache stellen“. Mit Benefizkonzerten unterstützen sie regelmäßig Kirchenrenovierungen sowie soziale Einrichtungen.

Umweltpreis

„Für ihren Einsatz bei der jährlichen Springkrautentfernung im Weilheimer Moos“ sprach der Stadtrat den Schülerinnen und Schülern der Wilhelm-Conrad-Röntgen-Mittelschule Weilheim den Umweltpreis 2019 zu. Bei diesem Projekt, das Lehrerin Christiane Maierhofer vor zehn Jahren mit Gabriele Hoss-Reinhard von der „Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos“ entwickelt hat, erfassen Fünft- und Sechstklässler „die Bedeutung von Biotopen und die Wichtigkeit der Biotoppflege quasi mit eigenen Händen“, wie 2. Bürgermeister Horst Martin in seiner Laudatio sagte.

An zwei bis vier Terminen nehmen im Juni/Juli jährlich 90 bis 170 Schüler am schweißtreibenden Herausreißen der schädlichen Pflanzen samt Wurzeln teil – angeleitet von Mitgliedern der Schutzgemeinschaft, die dabei auch ihr Wissen weitergeben. So haben laut Martin über die Jahre rund 1300 Mittelschüler motiviert mitgearbeitet und „ganz nebenbei“ viel über die Umwelt gelernt. Was bei einigen gewiss zu einem „sensibleren und verantwortungsvolleren Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen“ führe, so Martins Hoffnung.

Sozialpreis

2002 wurde dem damaligen Heimleiter eine hohe Spende für das städtische Bürgerheim in Aussicht gestellt – die er aus rechtlichen Gründen aber nicht annehmen durfte. Also gründete Elisabeth Klopfer, als Stadträtin seinerzeit Referentin für das Bürgerheim, kurzerhand einen Förderverein, dessen Vorsitzende sie seitdem auch ist. Weil der „Förderkreis für das Städtische Bürgerheim“ seitdem viele wichtige Anschaffungen für die Einrichtung ermöglichte, hat ihm der Stadtrat den Sozialpreis 2019 verliehen. Bürgermeister Markus Loth betonte, damit würden neben dem Wirken von Klopfer und Schatzmeister Eugen Tenhumberg auch die Verdienste des langjährigen Vorstandsmitglieds Hermann-Josef Röhrig gewürdigt, der im Juli verstorben ist.

Unter anderem finanzierte der Förderkreis mit 54 000 Euro die Einrichtung eines Snoezelenraums, der Bewohnern zur Entspannung dient. Auch rückenschonende Aufstehhilfen, mobile Badegeräte, einen komfortablen Speisewagen und andere Anschaffungen, die aus dem Heim-Etat kaum möglich sind, hat der Verein ermöglicht. Dafür sammelte er bislang Spenden von über 300 000 Euro.

mr

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