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Stolze Preisträger: Sebastian Schmederer (l.) und Herbert Leistner (2.v.l.), bekamen den Kulturpreis für die „KunstBändiger“, Heinz Botsch (3.v.l.) erhielt den Umweltpreis, Michael Limbrunner (2.v.r.) und Jenni Hanzlik (r.) nahmen den Sozialpreis fürs Jugendrotkreuz entgegen. Die Preise überreichte Bürgermeister Markus Loth (3.v.r.) mit seinen Stellvertretern Angelika Flock und Horst Martin.

Stadt verleiht Ehrenpreise

Sie machen Weilheim bunt, grün und menschlich

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In festlichem Rahmen wurden im Rathaus die Ehrenpreise 2018 der Stadt Weilheim verliehen: Die „KunstBändiger“ erhielten den Kulturpreis, Heinz Botsch den Umwelt-, das Jugendrotkreuz den Sozialpreis. Neuer Träger der Bürgermedaille – die derzeit insgesamt zwölf Weilheimer haben – ist Max Kriesmair.

Weilheim – Wenn im großen Sitzungssaal des Rathauses Kerzen flackern, Lehrkräfte der Musikschule stimmungsvolle Musik spielen und auf der Leinwand statt schnöder Tagesordnungspunkte adventlich-beschauliche Stadtansichten zu sehen sind, dann ist feierliche Jahresabschluss-Sitzung des Weilheimer Stadtrates – inclusive Bescherung. Elf langjährigen Ehrenamtlichen wurde heuer für ihr soziales, kulturelles oder sportliches Engagement das Ehrenzeichen der Stadt zuerkannt (eigener Bericht folgt). Zudem verliehen die drei Bürgermeister namens des Stadtrats den Kulturpreis, den Umweltpreis und den Sozialpreis der Stadt Weilheim, die allesamt jährlich vergeben werden und mit jeweils 1000 Euro dotiert sind.

Umweltpreis

Er sei „ein Umweltschützer, wie man es sich nur wünschen kann“ – so würdigte 2. Bürgermeister Horst Martin in seiner Laudatio Heinz Botsch, der den Umweltpreis 2018 bekamt. Botsch war 1997 Mitgründer der lokalen Agenda 21 sowie der „Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos“, deren Vorsitz er 16 Jahre hatte und bei der er bis heute stellvertretender Vorsitzender ist. Er sei bei allen Aktionen „an vorderster Front“ zu finden, leiste jedes Jahr viele Arbeitsstunden in der praktischen Landschaftspflege. Schon seit 1987 ist Botsch im Vorstand der von ihm mitgegründeten Ortsgruppe des „Bund Naturschutz“ aktiv – federführend unter anderem bei der Realisierung und Betreuung der Ammer-Amper-Radweg-Strecke von Raisting bis Unternogg. Dass Botschs langes Engagement „erkennbare Früchte trägt“, so Martin, „beweisen die Wiederansiedlung seltener Tier- und Pflanzenarten im Weilheimer Moos und die Ausweisung des Schwattachfilz als Vogelschutzgebiet der EU“. Auch der Stadtrat sei „von diesem außerordentlich hohen Engagement für die Natur in und um Weilheim überaus beeindruckt“.

Kulturpreis

Als Laienschauspieler – so 3. Bürgermeisterin Angelika Flock in ihrer Laudatio – hatten sich Sebastian Schmederer und Herbert Leistner in Weilheim bereits „einen Namen gemacht“, ehe sie 2012 als „KunstBändiger“ ihre eigene Kleinkunstbühne im Bistro „Hänsel’s“ aus der Taufe hoben. Sie seien überzeugt gewesen, „dass genau so etwas in Weilheim noch fehlte – und der Erfolg gab ihnen Recht“. Als „Höhepunkt“ würdigte Flock die Aufführungen von Bodo Wartkes „König Ödipus“- Version durch Schmederer, Leistner und zwei Mitspielerinnen im Jahr 2015. Die „KunstBändiger“ würden mit ihrer Vielfalt der Veranstaltungen – ob Impro-Theater, Kabarett, Livemusik, Ausstellungen oder Lesungen – „in einem besonderen Maße zur Förderung der Kulturszene in Weilheim“ beitragen, sagte Flock: „Wir alle möchten sie nicht mehr missen.“

Sozialpreis

„Wir sind froh, dass es bei uns in Weilheim zahlreiche Organisationen gibt, die sich dafür einsetzen, anderen Menschen helfen zu können, wenn diese es brauchen.“ Das sagte 1. Bürgermeister Markus Loth in seiner Rede zum Sozialpreis, den das Jugendrotkreuz als „Weilheims größte und gerade in diesem Jahr besonders erfolgreiche Jugendgruppe“ erhielt. In fünf Gruppen zähle sie rund 70 aktive Mitglieder zwischen 3 und 27 Jahren. „All jene, die sich in der Betreuung und Ausbildung der Jugendlichen ehrenamtlich engagieren, verdienen unsere Hochachtung“, so Loth.

Als „Großereignis des Jahres“ nannte er den Bezirkswettbewerb des Jugendrotkreuzes, den die Weilheimer im Juni ausrichteten – mit hunderten Teilnehmern aus ganz Oberbayern. Zwei Weilheimer Gruppen qualifizierten sich für den Landeswettbewerb, landeten auch dort ganz vorn, und im September holten die 16- bis 27-Jährigen Platz zwei beim Bundeswettbewerb in Hamburg. Auch bot das Jugendrotkreuz ein Zeltlager, eine „Rettungsdienstnacht“ und viele weitere Aktionen. Als Teil der internationalen Rotkreuz-Bewegung, so Loth, engagierten sich die jungen Mitglieder „gemeinsam für Gesundheit, Umwelt, Frieden und Verständigung“.

Der Musikant, Dirigent und Musikbund-Aktive Max Kriesmair bekam in der Sitzung am Donnerstag die Bürgermedaille der Stadt Weilheim verliehen. Mit dieser ehrt der Stadtrat „Persönlichkeiten, die sich durch verdienstvolles Wirken für das Wohl oder Ansehen der Stadt und der Bürgerschaft ausgezeichnet haben“. Maximal 25 Personen können zu gleicher Zeit Träger der Bürgermedaille sein. Bürgermeister Markus Loth sagte in seiner Laudatio, Kriesmair habe sich „durch sein langjähriges und außergewöhnlich intensives Engagement im Bereich der Blasmusik große Verdienste um die Stadtkapelle Weilheim, die Jugendarbeit in Weilheim und der ganzen Region, die Erhaltung der Tradition und die Pflege der Musikvereine im weiten Umkreis erworben“. In der Stadtkapelle spielte Kriesmair schon zwei Jahre Bariton, ehe er 1977 mit 19 Jahren offiziell Mitglied wurde. Er war früh auch als 2. Dirigent und 2. Vorstand aktiv und leitete – nach einem Zwischenspiel als Dirigent der Musikkapelle Polling – von 2007 bis 2017 die Jugendstadtkapelle. Überörtlich engagiert sich der Weilheimer beim Bezirksmusikverband Oberland, war 16 Jahre lang Bezirksjugendleiter und ist seit 26 Jahren Bezirksleiter. Seit über 30 Jahren ist er auch beim Musikbund von Ober- und Niederbayern (MON) aktiv, etwa als Jugendleiter, Referent für Wertungsspiele und Mitorganisator von Landesmusikfesten. In der MON-Geschäftsstelle, wo er seit 2014 angestellt ist, fungiere Kriesmair als „Allzweckwaffe“, sagte Loth und betonte, der Geehrte sei „immer mit Herzblut mit von der Partie“. „Es ist total schön, wenn man für junge Leute da sein kann“, sagte Kriesmair (61) nach der Verleihung der Bürgermedaille: „Es macht mir immer noch Spaß – und ich denke, ich werde da auch noch ein paar Jahre dranhängen“.

Magnus Reitinger

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