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Im August 2018 wurde die Stadtbuslinie Süd vorgestellt: Das Bild zeigt (vorn v.l.) Andreas Wunder (Ordnungsamtsleiter der Stadt), Toni Oppenrieder (Busunternehmer), Ralf Kreutzer (RVO) sowie Busfahrer Peter Schreiber.

Fahrgäste bleiben aus

Stadtbuslinie Süd in Weilheim auf dem Prüfstand

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Die neue Stadtbuslinie Süd in Weilheim muss „dringend überplant“ werden, das fordert die FW-Fraktion: Die Linienführung sei wenig nützlich, weshalb die Fahrgäste ausbleiben. Ein Arbeitskreis soll jetzt Abhilfe schaffen – und auch anderes unter die Lupe nehmen.

Weilheim – Der Stadtbus sei gut und wichtig für Weilheim, das wurde im Verkehrsausschuss des Stadtrates in der jüngsten Sitzung mehrfach betont. Doch bei einigen Details gibt es Änderungsbedarf – das haben die Freie-Wähler-Stadträte Walter Weber und Werner Loos Ende März bei einer Rundfahrt mit der Linie Süd gemerkt, die seit September 2018 jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag mit neun neuen Haltestellen die Wohngebiete in der Au und am Prälatenweg anbindet. Denn Weber und Loos saßen ganz allein mit dem Fahrer im Bus. Die Linie Süd werde generell kaum genutzt, erfuhren sie vom Busfahrer: „Es gibt Haltestellen, da ist noch nie einer zugestiegen“, zum Beispiel an der Schwaiger-/Aufeldstraße und Zugspitz-/Wettersteinstraße.

Ihre Erfahrung packten die beiden Stadtratsmitglieder wenige Tage später in einen Antrag der FW-Fraktion: Die Linie Süd müsse evaluiert werden, und bei allen Stadtbuslinien gelte es, die Barrierefreiheit und die Situierung einzelner Haltestellen zu überprüfen. Dafür solle ein Arbeitskreis eingerichtet werden. Letzteres hat der Verkehrsausschuss denn auch einstimmig beschlossen. Dem Kreis sollen Vertreter von jeder Fraktion, Ordnungsamts-Leiter Andreas Wunder, ein Aktiver der Agenda 21 sowie Busfahrer von beiden Unternehmen angehören, die den Stadtbus in Weilheim bedienen (RVO und Firma „Oppenrieder“).

Ein Problem der Linie Süd ist laut FW beispielsweise, „dass die Au durch das vorzeitige Abbiegen in den Weg ,In der Au’ nicht ganz erschlossen ist“. Auch fehlten Haltestellen an den Einkaufsmärkten „Netto“ und „Edeka“. Fazit von Walter Weber: „Die momentane Linienführung ist für alle Beteiligten (Stadt und Fahrgäste) wenig nützlich.“ Kurt Dörr, Sprecher des Agenda-21-Arbeitskreises „Mobilität und Verkehr“, plädierte für Geduld: „Ein halbes Jahr Probezeit ist gar nichts“, man solle „Werbung machen und schauen, ob es nicht besser wird“. Doch Weber mahnte im Ausschuss eine schnellere Lösung an: Die Linie Süd solle nicht gestrichen, aber baldmöglichst verbessert werden, denn zurzeit werde da „Geld verbrannt“.

Hoher Bordstein als Problem

Handlungsbedarf stellten die beiden FW-Vertreter auch fest, als sie bei ihrer „Probefahrt“ mit der Linie „Westend“ weiterfuhren. Dort wäre es insbesondere für Senioren eine Verbesserung, wenn die Haltestelle beim „Edeka“ an der Wessobrunner Straße/Kanalstraße wieder an den früheren Punkt versetzt würde. Und an einigen Haltestellen fehle ein hoher Bordstein, weshalb Fahrgäste beim Zustieg in den Stadtbus einen Höhenunterschied von 33 Zentimeter überwinden müssten – ein Problem für Senioren mit Rollator oder Eltern mit Kinderwagen.

Verkehrsreferent Claus Reindl (BfW) bot gleich seine Mitwirkung im neuen Arbeitskreis an. Er sei „ein Verfechter des Stadtbussystems“, sagte er, doch dieses müsse „immer wieder überprüft werden“. „Wir müssen da wirklich was tun“, pflichtete Petra Arneth-Mangano (SPD) bei, wichtig seien „auch innovative Ansätze“ für den Stadtbus. Dagegen kommt für Eckart Stüber (Grüne) der Antrag „ein halbes Jahr zu früh“. Denn die Stadtwerke würden ja an einem „tollen neuen Konzept“ für den Stadtbus arbeiten, das angeblich schon 2020 eingeführt werden könnte.

Dennoch stimmten alle Ausschuss-Mitglieder dafür, dieses nicht abzuwarten, sondern gleich einen Arbeitskreis zu bilden, der die jetzigen Probleme zu lösen versucht. Laut Andreas Wunder, dem Chef des Ordnungsamtes, soll dieser schon im Mai an die Arbeit gehen.

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