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Jugend spielt für Senioren: An dieser Aktion nahm im Juli auch der Nachwuchs der Weilheimer Stadtkapelle teil, wobei das Ensemble auf ältere „Aushilfen“ zurückgreifen musste. 

Stadtkapelle Weilheim hat ein Nachwuchsproblem

Schon in der Grundschule Musiker werben

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Weilheim - Die Stadtkapelle hat ein Nachwuchsproblem. Dem will die Musikschule mit Musik-Arbeitsgruppen an den Grundschulen abhelfen. Doch das hat einen Haken.

 Auf den Zuschauerplätzen im großen Sitzungssaal des Rathauses saß eine Delegation der Stadtkapelle, stilecht in Tracht. Unter ihnen der Dirigent der Jugendstadtkapelle, Max Kriesmair. Eine gut halbe Stunde später wussten sie: Sie können beim Thema „Nachwuchsförderung“ auf die städtische Musikschule und somit die Stadt bauen.

An der Hardtschule wird die Musikschule ab dem neuen Schuljahr gebührenfreie Musik-Arbeitsgruppen (Musik-AG) im Regelunterricht bereithalten. Diese werden für drei Jahre als Pilotprojekt vier Unterrichtseinheiten, zwei für Blechblasinstrumente und zwei für Holzblasinstrumente, umfassen. Gedacht sind diese Musik-Arbeitsgruppen für die 3. und 4. Jahrgangsstufe. Die Kosten belaufen sich für die Musikschule pro Schuljahr auf 12 000 Euro, denn für die Teilnahme an den Musik-AGs darf sie keine Gebühren verlangen. Wobei noch geklärt werden soll, ob nicht noch andere Quellen angezapft werden können.

In den drei Jahren soll sich zeigen, ob die Grundschüler überhaupt Interesse an diesem Angebot haben und junge Leute aus diesen AGs auch wirklich in die Stadtkapelle wechseln und dort weiterspielen.

Bis die Stadträte den Grundsatzbeschluss für das Pilotprojekt fassten, musste Musikschulleiter Josef Dichtl viel Überzeugungsarbeit leisten. Denn die Skepsis war anfangs groß. Bürgermeister Markus Loth (BfW) warnte vor einer „Lex Stadtkapelle“, wenn auf Kosten der städtischen Musikschule ein Angebot gemacht werde, das die staatliche Schule selbst nicht unterbreiten und bezahlen wolle. BfW-Stadtrat Jochen Knittel sagte, er habe auch im Hinblick auf die Finanzierung „Bauchweh“. Er fragte: Kann die Stadtkapelle das nicht selbst organisieren und einen Zuschuss bei der Stadt beantragen?

Nein, das könne sie nicht selbst organisieren, hielt Dichtl dagegen, denn die Leitung der Weilheimer Hardtschule wolle die Musik-AGs nur durchziehen, wenn Lehrer von der Musikschule unterrichteten. Auch wegen der Qualität des Unterrichts.

Doch es gab auch Befürworter einer „Lex Stadtkapelle“. Diese wiesen vor allem auf die große Bedeutung der Stadtkapelle für das kulturelle Leben der Stadt hin, ein „Alleinstellungsmerkmal“ der Kapelle wurde immer wieder ins Feld geführt. So setzte sich der Musikschulreferent des Stadtrates, Ingo Remesch (SPD), für die Musik-AG ein. „Die Stadtkapelle hat ernsthafte Sorgen, man muss handeln“, forderte er. Unterstützung gab es auch von der CSU, für die Angelika Flock sagte: „Wir sollten einen Weg finden.“ Und Walter Weber von den Freien Wählern forderte einen Grundsatzbeschluss, dass die Ausschussmitglieder dieses Angebot an den Grundschulen wollen. Zudem wollte er die Ammerschule einbeziehen.

Ob sich das Vorhaben an der Ammerschule umsetzen lässt, blieb offen, denn dort steht die Generalsanierung an, was laut Dichtl zu Raumproblemen führen könnte. Áußerdem wies er darauf hin, dass das Kontingent an Lehrern und Instrumenten an der Musikschule derzeit begrenzt sein. Generell habe die Schule aber schon ihr Interesse an dem Projekt bekundet, hieß es aus Reihen der Stadtverwaltung.

Der Beschluss des Hauptausschusses fiel schließlich einstimmig: Das Pilotprojekt an der Hardtschule kann starten.

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