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Jurymitglieder und Preisträger des Wettbewerbs für den Umbau des Stadtmuseums: (v.l.) Christian Hörter (Förderverein), Alfred Honisch, Klaus Gast, Angelika Flock (Stadtratsmitglieder), Katrin Fischer (Stadtbauamt), Preisgerichtsvorsitzender Prof. Florian Fischer, die Planer Maria Röß, Wilfried Claus, Lenz Lehmair, Yliana Christova und Günter Forster, Prof. Christia n Schiebel (Regierung von Oberbayern), Bürgermeister Markus Loth, Museumsleiter Tobias Güthner, Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt, Stefan Öttl (Wettbewerbsbegleitung), Kulturreferentin Ragnhild Thieler und 2. Bürgermeister Horst Martin.

2020 fällt die Entscheidung

Zwölf Entwürfe für den Umbau des Weilheimer Stadtmuseums

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Weilheims Stadtmuseum zeigt, wie Weilheims Stadtmuseum bald aussehen könnte: Bis 12. Januar sind Ideen von zwölf Architekturbüros für den Museums-Umbau zu begutachten – Ergebnisse eines EU-weiten Wettbewerbes. Drei Entwürfe wurden preisgekrönt; welcher realisiert wird, entscheidet 2020 der Stadtrat.

Weilheim – Die Aufgabe für die Planer war wahrlich keine leichte, wie Bürgermeister Markus Loth bei der Ausstellungseröffnung sagte: Zum einen gilt es, das denkmalgeschützte Museumsgebäude auf dem Marienplatz – das einst als Kornkammer diente, 1788 grundlegend umgestaltet wurde und bis 1936 Weilheims Rathaus war – „an die heutigen Erfordernisse anzupassen“, inclusive Brandschutz und Barrierefreiheit. Zugleich müsse das Konzept „gestalterisch, wirtschaftlich und funktional überzeugen“.

Wettbewerb wurde EU-weit ausgeschrieben

Bereits seit 2011 machen sich Stadtverwaltung, Museumsleitung und „Förderverein Stadtmuseum“ intensiv Gedanken über eine Neugestaltung und Renovierung. Gefördert von der Regierung von Oberbayern, wurde im Mai 2019 EU-weit ein Wettbewerb für den Umbau ausgeschrieben – und zwar interdisziplinär: Architekten müssen dafür von vornherein mit Tragwerksplanern und Haustechnikern zusammenarbeiten. Laut Stefan Öttl, dessen Büro „HOE Architects“ den Wettbewerb organisierte, wurden 15 Teilnehmer ausgesucht, die binnen vier Monaten ihre Vorschläge erarbeiteten. Zwölf Büros haben letztlich Ergebnisse eingereicht. Auch dieser Schwund belegt laut Öttl, wie anspruchsvoll die Aufgabe war und ist. Weilheims Stadtmuseum sei eben „ein einmaliges und sensibles Gebäude“.

Lesen Sie hier, was zurzeit im Weilheimer Stadttheater zu sehen ist

Herausgekommen sind „zwölf vollständig unterschiedliche Pläne“, wie Prof. Florian Fischer als Vorsitzender der Preisgerichts erklärte. Dieses bestand aus 13 stimmberechtigten Mitgliedern (vor allem Stadträte und Architekten) sowie Beratern (Stadtbauamt, Museumsleitung, Förderverein, Landesdenkmalamt, Landesstelle für die nicht-staatlichen Museen) – und hat vergangene Woche drei Preisträger gekürt.

Ein Keller für das Stadtmuseum?

Der 1. Preis ging an „Claus + Forster Architekten“ aus München, deren Entwurf die Jury laut Fischer „komplett überzeugt“ hat. Die Planer wollen den Museumseingang am Marienplatz mit einem kleinen Vorbau akzentuieren, der als Windfang und „Schaufenster“ dient. Indem sie ein Kellergeschoss für Museumstoiletten und Technikräume schaffen, ergibt sich im Parterre ein Foyer und ein größerer Sonderausstellungsraum (das „Stadtklo“ soll bekanntlich aus dem Gebäude verschwinden). Und im ersten und zweiten Stock wäre Platz, die Dauerausstellung „repräsentativ und museal unterzubringen“, so Jury-Vorsitzender Fischer. Die Fenster des Museums werden nach diesem Entwurf teilweise wieder geöffnet, im Dachgeschoss sind Mehrzweckräume, etwa für die Museumspädagogik, geplant.

„Der Blick von außen ist wichtig“

Den 2. Preis hat die Jury dem Penzberger Büro „B3 Architekten“ zuerkannt, das laut Fischer „auf clevere Weise viel Platz schaffen“ würde. Den 3. Preis bekam „Brune Architekten“/München für einen „sehr zurückgenommenen Entwurf“, der auch den Denkmalschutz begeistert habe. Mit den drei preisgekrönten Büros tritt die Stadt nun in nähere Verhandlungen, dabei geht es auch um die Umbaukosten. Weilheims dann neu gewählter Stadtrat wird aus diesen drei voraussichtlich im Sommer 2020 den Entwurf auswählen, der realisiert wird.

Weilheims Kulturreferentin zeigte sich glücklich über die Wettbewerbs-Ergebnisse: „Der Blick von außen ist wichtig“, so Ragnhild Thieler, die Planer hätten sich stark mit dem Stadtmuseum auseinandergesetzt. Ihr ist wichtig, „den alten Charme in das neue Museum mitzunehmen“.

Die Ausstellung „Neue Pläne fürs Museum: 12 Architekten – 12 Ideen“ ist bis 12. Januar im Stadtmuseum Weilheim zu sehen: Di-Sa 10-17, So 14-17 Uhr.

mr

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