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Am Öferl errichten die Stadtwerke gerade ein Parkhaus. 

Bericht des Geschäftsführers im Stadtrat

Stadtwerke Weilheim: Investitionen sinken heuer deutlich

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
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Nach außergewöhnlich hohen Investitionen in den Vorjahren soll 2020 für die Stadtwerke Weilheim wieder ein „Normaljahr“ werden. Das sagte Vorstand Peter Müller bei seinem aktuellen Bericht im Stadtrat. Ungeklärt ist derweil immer noch der Gerichtsstreit ums Strom- und Gasnetz.

Weilheim – Investitionen in Höhe von insgesamt 10,3 Millionen Euro haben die Stadtwerke im Jahr 2018 getätigt. 2019 waren es sogar rund 12,7 Millionen Euro, wie Peter Müller, Vorstand des Kommunalunternehmens, in der Januar-Sitzung des Weilheimer Stadtrates erklärte. Kräftig investiert wurde vor allem in den Breitband-Ausbau, in das gerade entstehende Parkhaus am Öferl und die Versorgung der neuen Wohnbaugebiete am Stadtrand.

Doch heuer müsse man diesbezüglich „durchschnaufen“, sagte Müller in seinem Bericht, 2020 werde wieder ein „Normaljahr“. Vorgesehen sind Investitionen von sechs Millionen Euro – also halb so viel wie im Vorjahr. Zugleich steigen voraussichtlich die Erträge: Mit 19,0 Millionen Euro rechnen die Stadtwerke heuer insgesamt; 2019 waren es 17,4 Millionen, 2018 noch 16,5 Millionen Euro (4,1 Millionen davon erwirtschaftete der Betriebshof, der für die Stadt arbeitet und von dieser bezahlt wird).

2018 schrieben die Stadtwerke einen Verlust von 300 000 Euro – was laut Müller im Rahmen liegt: „Das ist im Prinzip eine Punktlandung.“ Das Anlagevermögen betrug 50,2 Millionen Euro, die Bilanzsumme insgesamt 63,5 Millionen Euro.

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Und noch zwei aktuelle Zahlen: Der Breitbandausbau in Weilheim, der 2019 weitgehend abgeschlossen wurde, hat die Stadtwerke alles in allem 8,1 Millionen Euro gekostet. Davon gab es aber 5,8 Millionen Euro – also 71 Prozent – als Zuschuss von Bund und Land. Bürgermeister Markus Loth (BfW) war im Stadtrat voll des Lobes für die Stadtwerke: Das Unternehmen sei „sehr gut aufgestellt“. „Danke Ihnen und Ihrer Mannschaft“, sagte der Rathaus-Chef zu Müller.

Ein Problem wird die Stadtwerke – und die Stadt – aber noch das gesamte Jahr 2020 begleiten: Der Gerichtsstreit um die Herausgabe von Weilheims Stromnetz und Gasnetz dauert an. In beiden Streitfällen mit den Altkonzessionären läuft laut Müller derzeit das Berufungsverfahren vor dem Oberlandesgericht (OLG). Bezüglich des Stromnetzes hatte das Landgericht 2019 zu Ungunsten der Stadtwerke entschieden, die seit Juli 2017 Inhaber der Konzession sind (doch der Altkonzessionär „Bayernwerk“ verweigert die Herausgabe). Hier sind die Stadtwerke in Berufung gegangen. Umgekehrt ist es beim Gasnetz, wo die Stadtwerke vor Gericht gewannen, aber die „Energienetze Bayern“ in Berufung gingen. Für 19. November 2020 seien am OLG für beide Streitfälle mündliche Verhandlungen anberaumt, hieß es nun im Stadtrat.

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FW-Fraktionssprecher Walter Weber wollte per offizieller Anfrage wissen, wie viel diese Gerichtsverfahren eigentlich die Stadt kosten – und die Antwort ließ manchem im Saal den Atem stocken: Stadtkämmerer Christoph Scharf bezifferte die Kosten für die Stadt auf bislang 630 000 Euro. „Gibt es irgendeine Möglichkeit, dass man sich mit dem Gegner gütlich trennt und beide mit einem blauen Auge davonkommen?“, hakte Weber nach. „Das scheint nicht möglich“, antwortete Stadtwerke-Chef Müller: In Berufung sei man gegangen, „weil die Stadt sonst das Ausschreibungsverfahren noch mal neu aufrollen müsste“.

Eine weitere Frage von Weber an Müller („wann gedenken Sie, hier die Reißleine zu ziehen?“) erzürnte den CSU-Stadtrat Stefan Zirngibl. „So geht’s nicht“, sagte er, „solche Fragen gehören nicht in die Öffentlichkeit“. Zudem sei bei der Beschlussfassung seinerzeit allen Stadtratsmitgliedern bewusst gewesen, „dass es die Netze nicht zum Nulltarif gibt“, so Zirngibl.

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