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Die Stadtwerke Weilheim  bauen derzeit bereits ein Parkhaus am Öferl.

Thema im Bauausschuss

Parkhaus bekommt eine Etage weniger

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Kehrtwende in Weilheim: Das Stadtwerke-Parkhaus an der Krumpperstraße soll statt drei nur noch zwei Stellplatz-Etagen bekommen. Grund ist die massive Kritik an der Höhe.

Weilheim– Noch im November hatte sich Weilheims Stadtrat zähneknirschend dafür ausgesprochen: Das von den Stadtwerken auf ihrem ehemaligen Betriebsgelände an der Krumpperstraße geplante Parkhaus soll in voller Höhe kommen. Fünf Geschosse waren vorgesehen. Wie berichtet, sollten auf die unteren Feuerwehrgaragen drei Etagen mit rund 150 Stellplätzen kommen. Das knapp 80 auf 26 Meter große Gebäude würde über 15,50 Meter in die Höhe ragen.

Anwohner laufen sturm

Eine Aussicht, die nicht jedem Anwohner gefällt, wie sich nun nach der ersten öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans für das Sondergebiet im Bauausschuss zeigte: Laut Manfred Stork von der Bauverwaltung gab es erhebliche Kritik an der Dimension, aber auch an dem verkehrspolitischen Sinn des Vorhabens. „Es müsste tiefer sein“, räumte Stork aus städtebaulicher Sicht ein. „Überdimensionierte Abmessungen“ und ein „grausiger Funktionsbau“, lauteten laut Stork weitere Stellungnahmen, unter anderem der Bau-Kulturfreunde Weilheim und des Agenda-Arbeitskreises „Stadtentwicklung“. Stork zitierte zudem das Landratsamt, das zu bedenken gab, dass sich das Parkhaus „nicht in das Stadtgebiet einfügt“.

Bedarf an Parkhaus

„Es ist unstrittig, dass wir das Parkhaus brauchen“, bekräftigte Klaus Gast (CSU). „Der Verkehr wird nicht gefördert, sondern geordnet.“ Verkehrsreferent Claus Reindl (BfW) sah keine Alternativen, gerade bei vielen Einpendlern: „Der ÖPNV ist nicht für alle eine Option.“ Romana Asam (Freie Wähler) wies auf Zwänge hin: „Ein Parkhaus ist und bleibt ein Parkhaus. Es wird mit Sicherheit nie ein Prachtbau.“ Wenigstens könne man versuchen, das Gebäude „fassadentechnisch zu optimieren“, gab Michael Lorbacher (SPD) zu bedenken.

Einstimmig für Kompromiss

Am Ende gab es dennoch eine planerische Kehrtwende. Eine Tiefgarage flog zwar aus Kostengründen bereits im vergangenen Jahr in den Papierkorb, allerdings verständigte sich das Gremium nun einstimmig auf einen Kompromissvorschlag, den Bürgermeister Markus Loth (BfW) auf den Tisch legte: Das Parkhaus soll eine Etage tiefer werden. Für Loth eine „ganz gute Basis“. Die Vari–ante mit nur noch zwei Geschossen samt rund 100 Stellplätzen über der Feuerwehr hatten die Stadtwerke selbst ins Spiel gebracht. Ein weiteres Planspiel mit einer Etage und 50 Stellplätzen, bezeichnete Geschäftsführer Peter Müller als abwegig: „Das konterkariert die Situation.“ Das Kommunalunternehmen könnte mit zwei Etagen „durchaus leben“, sagt Müller auf Nachfrage. Auch zur Grünplanung für die Fassaden werde man Ideen vorlegen. Bei der Dachbegrünung mit der PV-Anlage bleibt es.

Stadtrat muss entscheiden

Entscheiden muss der Stadtrat. Ob er dies bereits am 23. Januar tut, ist unklar. Die Stadtwerke müssen laut Müller eine geänderte Planung vorlegen, dann geht der Bebauungsplan erneut ins öffentliche Verfahren. Zudem muss auch noch der Verwaltungsrat des Unternehmens über die Variante befinden – ein „Nein“ wäre jedoch überraschend.

Der Geschäftsführer rechnet, dass der Bau 2020, spätestens 2021 realisiert wird. Müller schätzt die Kosten auf circa zwei Millionen Euro. Nichts geändert hat sich an der Nutzung: Laut Müller ist weiter eine Dauermieter-Lösung „grundsätzlich für Institutionen jeglicher Art“ in der Nähe vorgesehen. Es gebe zudem private Anfragen. Ob das Parkhaus am Wochenende der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, ist noch unklar.

Zweiter Parkhaus-Bau läuft schon

Das zweite Parkhaus-Projekt der Stadtwerke läuft derweil: Im November war Spatenstich am Öferl. Dort werden für rund drei Millionen Euro 324 Stellplätze errichtet. Derzeit werden die Fertigteile angeliefert, der Betrieb soll noch heuer starten.

Lesen Sie auch: Spatenstich für 320 neue Parkplätze am Öferl.

Ebenfalls interessant: Park+Ride: Kostenlos ist Trumpf im Landkreis.

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