Ein Fest der Städtepartnerschaft, das hoffentlich bald wieder möglich ist: Zur jährlichen „Französischen Woche“ auf dem Weilheimer Marienplatz (hier ein Bild vom Juli 2019) kommen stets auch Narbonner Händler mit ihren Produkten.
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Ein Fest der Städtepartnerschaft, das hoffentlich bald wieder möglich ist: Zur jährlichen „Französischen Woche“ auf dem Weilheimer Marienplatz (hier ein Bild vom Juli 2019) kommen stets auch Narbonner Händler mit ihren Produkten.

Weilheim und Narbonne feiern

Zwei Städte, eine Freundschaft – seit 50 Jahren

  • Magnus Reitinger
    VonMagnus Reitinger
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Ein historisches Datum für die Partnerschaft zwischen Weilheim und der französischen Stadt Narbonne: Vor genau 50 Jahren haben die Bürgermeister beider Städte die Freundschaftsurkunde unterzeichnet. Zum Jubiläum gab es nun einen kleinen Festakt über Landesgrenzen hinweg – per Videokonferenz.

Weilheim – Es war ein historischer Tag, als Weilheims Stadtrat vergangenen Donnerstag zu seiner Sitzung zusammentrat. Weniger, weil diese erstmals im „Haus der Begegnung“ an der Römerstraße stattfand (nachdem die Stadthalle bekanntlich wegen statischer Probleme gesperrt werden musste). Weitaus geschichtsträchtiger ist: Exakt 50 Jahre lag es an diesem Sitzungstag zurück, dass Weilheims damaliger Bürgermeister Johann Bauer und sein Narbonner Amtskollege Hubert Mouly in der südfranzösischen Kommune die Freundschaftsurkunde der beiden Städte unterzeichneten.

Viele private Freundschaften folgten

An diesen wegweisenden Akt am 23. September 1971 – dem knapp drei Jahre später die offizielle Städtepartnerschaft folgte – erinnerte Weilheims heutiger Rathaus-Chef Markus Loth mit einer kurzen Ansprache im Stadtrat. „Die Städtepartnerschaft ist auch nach einem halben Jahrhundert noch von gegenseitigem Verständnis und Leben erfüllt“, freute sich Loth, „zahlreiche Freundschaften“ seien zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der beiden Städte entstanden.

In Narbonne wird alle zwei Jahre „Bayerische Woche“ unter Beteiligung vieler Weilheimer gefeiert - hier ein Auftritt des Heimat- und Trachtenvereins im August 2019.

Zur Feier des Tages hatten die Narbonner Freunde am Donnerstagnachmittag einen kleinen Festakt organisiert – als Videokonferenz. Auf Weilheimer Seite nahmen daran neben Loth und seiner Stellvertreterin Angelika Flock auch Marion Lunz-Schmieder, die Stadtratsreferentin für die Städtepartnerschaft, deren Vorgängerin Uta Orawetz sowie Mitarbeiter des Veranstaltungsbüros teil. Als Vertreter der Weilheimer Vereine waren die TSV-Vorstandsmitglieder Eva-Maria Schweiger und Gerald Weingessl, der Trachtenvereins-Vorsitzende Martin Schwarzenbrunner und Stadtkapellen-Mitglied Claus Reindl zugeschaltet. Sabine Fenner-Wegener, seit 2003 Leiterin des Städtepartnerschaftsbüros, fungierte in bewährter Weise als Dolmetscherin.

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Loth richtete im Stadtrat Grüße seines Narbonner Amtskollegen Didier Mouly aus – dieser ist übrigens der Sohn des Bürgermeisters, mit dem die Freundschaft 1971 begonnen hatte. Im Mai 1974 war eine französische Delegation nach Weilheim gereist, wo die Beziehung mit den Unterschriften unter die Städtepartnerschaftsurkunde besiegelt wurde.

Mit einem Hochwasser hat alles begonnen

Deren Anfänge reichen freilich noch einige Jahre weiter zurück: 1965 hatte eine Pfadfindergruppe aus Narbonne im hiesigen Landkreis gezeltet – und die Stadt Weilheim hatte sich der von einem Hochwasser überraschten Jugendlichen angenommen, wie Loth in seiner Rede erinnerte. „Daraus entstanden Kontakte zwischen den Städten Narbonne und Weilheim, die in den Wunsch einer Partnerschaft mündeten.“

„Freundschaft zwischen unseren Städten war das erklärte Ziel“, so Weilheims heutiger Bürgermeister weiter: „Freundschaft nach den Jahren der kriegerischen Auseinandersetzungen, die zur damaligen Zeit viele ja noch persönlich erlebt haben.“ Es sollten Freundschaften „zwischen den Bürgern unserer beiden Städte, zwischen den jungen Leuten, zwischen Vereinen“ geschlossen werden, erklärte Loth: „Man wollte sich kennenlernen und voneinander lernen, man wollte die Kultur des anderen kennenlernen.“

2024 soll in Weilheim groß gefeiert werden

Vom Erfolg der Bemühungen zeugten zahlreiche gegenseitige Besuche von Sportlern, Chören oder Schülergruppen und die wechselseitige Teilnahme an den Gewerbeausstellungen. Und nicht zuletzt die alle zwei Jahre stattfindende „Bayerische Woche“ in Narbonne (an der sich Weilheimer Vereine, Gastronomen und Händler beteiligen) sowie die jährliche „Französische Woche“ auf dem Weilheimer Marienplatz, zu der Narbonner Händler mit ihrem Wein und weiteren Spezialitäten kommen.

Auch wenn die Pandemie zu einer Unterbrechung dieser Traditionen gezwungen habe, freue man sich „umso mehr auf ein Wiedersehen mit unseren französischen Freunden“, betonte Loth. „Nächster Meilenstein“ werde das 50-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft 2024 sein, das in Weilheim groß gefeiert werden soll. „Erste Ideen dafür“ gebe es bereits.

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