städtische Kindertagesstätten

Abendländisch, bayerisch – oder was?

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Weilheim - Stadträtin Petra Arneth-Mangano stellte einige Satzungsänderungen für die Kindertagesstätten in Frage. Dafür wurde sie harsch angegangen.

Das Personal der drei städtischen Kindertagesstätten (Kita) in Weilheim, „Pfiffikus“, „Nepomuk“ und der in Unterhausen, hat eine neue Arbeitsgrundlage – klar definiert und dokumentiert. Der Stadtrat verabschiedete in seiner März-Sitzung eine überarbeitete Fassung der letztmals 2007 geänderten Satzung für die Benutzung der drei Kitas. Begrüßt wurde von dem Gremium eine von Grünen-Stadtrat Alfred Honisch, Referent für Flüchtlinge, Asyl und Integration, vorgeschlagene Ergänzung. Er hatte angeregt, folgenden Satz in die Beschreibung der Aufgaben der Kindergärten aufzunehmen: „Die Einrichtungen bieten den Kindern die Gelegenheit, Menschen aus anderen Kulturkreisen zu begegnen, sich für sie zu interessieren und sie wertzuschätzen“, heißt es dort nun.

Dieser Satz steht gleich im Anschluss an die Aussage, wonach in den Kitas „die abendländische Kultur und bayerische Traditionen gepflegt werden“. „Die ist eine klare Richtlinie für das Personal“, stellte CSU-Stadträtin und Kindergartenreferentin Angelika Flock fest. Erzieherinnen müssten sich jetzt nicht mehr – „Was schon vorgekommen ist“, so Flock – rechtfertigen oder entschuldigen, wenn sie mit den Kindern eine katholische Kirche besuchen. Die Kirchen gehörten eindeutig zur abendländischen Kultur und zur bayerischen Tradition.

„Was ist mit dem kirchlichen Jahreskreis? Warum steht ,christlich’ nicht drin?“, wollte Karl-Heinz Grehl (Grüne) wissen. Als städtische Einrichtung müsse man sich schon bemühen, neutral zu bleiben, sagte Flock dazu. Bürgermeister Markus Loth merkte an, dass die städtischen Kindergärten sehr bewusst die christlichen Fest- und Feiertage pflegten.

SPD-Stadträtin Petra Arneth-Mangano, die in der letzten Ratsperiode Kindergartenreferentin war, sah die Formulierung „abendländische Kultur“ kritisch. „Was ist das?“, fragte sie in die Runde, „sind wir nicht eine plurale Kultur?“ Arneth-Mangano kritisierte aber auch, dass es künftig eine achtwöchige Probezeit für die Kinder geben wird. Dies könnte vor allem für alleinerziehende Mütter ein Problem sein, sagte sie. Scharf kritisierte sie auch die neue Regelung, wonach „im Falle wiederholter, verspäteter Abholung“ die Kita berechtigt sei, für den hierfür anfallenden Personaleinsatz Schadensersatz zu verlangen.

Bürgermeister Markus Loth erwiderte auf Arneth-Manganos Vorhaltungen, dass „noch nie ein Kind einfach rausgeschmissen wurde.“ In seiner Amtszeit sei es nur zu einer Handvoll Trennungen gekommen.

Mit ihren Einwänden, die teilweise von Wolfgang Mini (parteilos) mitgetragen wurden, konnte Arneth-Mangano bei ihren Stadtratskollegen nicht punkten. Einige gingen sie vielmehr harsch an. Klaus Gast (CSU) sah durch die Diskussion den guten Ruf der Kindergärten geschädigt, sein Fraktionskollege Stefan Zirngibl sagte: „So sensible Dinge sollte man intern mit der Verwaltung klären“.

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