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Was wird aus der FOS/BOS Weilheim (rechts, links die Berufsschule), wenn Starnberg sein Angebot um einen technischen Zweig erweitert? 

Starnberg will technischen Zweig anbieten

Landkreis sieht Weilheimer FOS/BOS in Gefahr

Der Landkreis fürchtet um den Fortbestand seiner FOS/BOS in Weilheim, wenn der Nachbarlandkreis Starnberg an seiner neuen Berufsschule in Starnberg einen technischen Zweig anbietet. Landrätin Andrea Jochner-Weiß soll deshalb beim Kultusministerium intervenieren.

Weilheim – Die Rechtslage ist laut Landratsamt klar: Wer zuerst kommt, der genießt Vorrechte. Das heißt im Falle von FOS/BOS: Die Starnberger Nachbarn dürfen einen technischen Zweig an der FOS nicht einführen, wenn dadurch die FOS in Weilheim in ihrem Bestand gefährdet würde. Und eine solche Einführung hätte „dramatische Folgen“, so Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei der gestrigen Sitzung des Schul- und Kreisausschusses in Weilheim.

Derzeit bietet die FOS in Starnberg, an der seit September 2015 unterrichtet wird, die Zweige „Wirtschaft“ und „Sozialwesen“ an. Die Schülerzahlen steigen, obwohl der Unterricht derzeit noch in einem Provisorium stattfindet. Doch der Landkreis will einen Neubau, und dafür wurde ihm auch ein Grundstück seitens der Stadt angeboten. Wird neu gebaut, dann will der Landkreis Starnberg auf jeden Fall einen dritten Zweig anbieten, im Gespräch ist „Internationale Wirtschaft“. Ob auch eine vierte Fachrichtung, eventuell „Technik“, hinzukommt, ist laut „Starnberger Merkur“ noch völlig offen.

Dies würde die Schülerzahl

en in Weilheim weiter nach unten treiben, waren sich die beiden Kreisgremien bei ihrer gemeinsamen Sitzung sicher. Schon jetzt leidet der Standort Weilheim unter der neuen Schule: Die Schülerzahlen sind seit 2015 um rund 18 Prozent nach unten gegangen. Aktuell besuchen die FOS/BOS 639 Schüler, 2014 waren es noch 704. Dass der Rückgang insgesamt geringer ausgefallen ist, liegt daran, dass in Weilheim der neue Zweig „Biologie, Chemie, Agrarwissenschaften“ eingeführt worden ist – auch eine Reaktion auf die Neugründung in Starnberg. Zudem angeboten werden „Technik“, „Wirtschaft“ und „Sozialwesen“.

Rosemarie Bastuck, die Leiterin von FOS/BOS, berichtete im Ausschuss, dass 2014 noch elf 11. Klassen an den Start gegangen seien, 2015 waren es noch zehn, und für 2017 rechnet sie mit nur noch neun Klassen. Dies bedeute auch, dass eine 13. Klasse, die zur allgemeinen Hochschulreife führe, dann in Weilheim wohl kaum mehr angeboten werden könnte.

Der Landkreis Weilheim-Schongau hatte schon von Anfang an die Starnberger Pläne kritisch gesehen. Bemängelt wurde vom damaligen Landrat Dr. Friedrich Zeller vor allem die Nähe der beiden Kreisstädte, die nur 25 Kilometer auseinander liegen. Ein Vorschlag, die FOS/BOS weiter in den Norden zu verlegen, eventuell nach Gauting, war nicht erfolgreich. Dafür hat Kreiskämmerer Norbert Merk eine einfache Erklärung: Die frühere Kreiskämmerin und jetzige Bürgermeisterin von Starnberg, Eva John, habe die Schule unbedingt in Starnberg haben wollen.

Wie die Schülerzahlen in Weilheim zu steigern wären, wusste Ausschussmitglied Hans Geisenberger (Sachsenried, Unabhängige/ÖDP): Die Zugverbindung vom Westen des Landkreises nach Weilheim müsste endlich schneller werden, so wie es Verkehrsminister Alexander Dobrindt längst versprochen habe. Dann würden nicht mehr so viele Schüler aus dem westlichen Teil die FOS/BOS in Kaufbeuren besuchen.

Johannes Thoma

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