+
Auf der Rückseite des Stadtmuseums soll der Fahrstuhl gebaut werde,

Statt 150.000 nun 220.000 Euro

Aufzug fürs Stadttheater wird um fast 50 Prozent teurer

  • Magnus Reitinger
    vonMagnus Reitinger
    schließen

Das war so nicht geplant. Statt 150.000  sind nun 220.000 Euro für den  Aufzug fürs Stadttheater veranschlagt. Das ist fast 50 Prozent mehr.

Weilheim– Das Stadttheater soll barrierefrei werden, und dabei ist die Stadt nicht knickrig. 167 000 Euro wurden im Haushalt 2020 eingeplant, um auf der Südseite (Rückseite) des historischen Gebäudes einen Aufzug anzubauen – auf dass auch gehbehinderte Menschen künftig bei Veranstaltungen das Foyer im ersten Stock erreichen können. Die Kostenschätzung dafür belief sich vergangenes Jahr auf 150 000 Euro (wir berichteten), Anfang dieses Jahres hat sie der planende Architekt laut Stadtkämmerei auf rund 170 000 Euro aktualisiert.

Doch auch diese Summe reicht bei weitem nicht aus, wie Kämmerer Christoph Scharf in der Juni-Sitzung des Hauptausschusses erklärte. Die Ausschreibung habe ergeben, dass nun knapp 220 000 Euro für die Maßnahme nötig sind, also fast die Hälfte mehr als noch vor einem Jahr gedacht. Vor allem die Baumeisterarbeiten für den Anbau des Aufzugschachtes kommen deutlich teurer als gedacht: Allein sie kosten nun 58 000 Euro mehr.

Die überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 51.000 Euro gegenüber dem Haushaltsansatz müssen vom Hauptausschuss des Stadtrates extra genehmigt werden. Und das tat das Gremium denn auch – einstimmig. Auf den barrierefreien Ausbau des Theaters wolle man keinesfalls verzichten, so war man sich einig. Sie werde von Bürgern „oft gefragt, wann es so weit ist“, sagte Petra Arneth-Mangano (SPD), deren Fraktion die treibende Kraft für diese Maßnahme war. Deshalb trage man die Kostensteigerung mit, „obwohl es ein ganz schöner Brocken ist“.

Tillman Wahlefeld (BfW) fand es wichtig, den Aufzug-Bau nicht zu verzögern. Da infolge der Corona-Krise noch keine Veranstaltungen im Stadttheater stattfinden, sei jetzt ein guter Zeitpunkt dafür. Und man dürfe nicht ohne Not Investitionen ins nächste Jahr schieben: „Das wird sicher ein sehr schwieriges Haushaltsjahr.“ Zudem, so fügte Kämmerer Scharf an: Billiger werde der Aufzug nicht, wenn man warte.

Doch Alfred Honisch (Grüne) konnte sich einen Seitenhieb auf den Architekten nicht verkneifen: Er bezweifle nicht, dass die Kostensteigerung begründbar sei, so der 3. Bürgermeister. „Aber die Frage ist schon: Wozu planen wir eigentlich? Dafür fragt man doch Experten...“ 2. Bürgermeisterin Angelika Flock (CSU), die diese Ausschuss-Sitzung leitete, meinte dazu nur: „Mit diesem Problem leben wir ja ständig. Kostensteigerungen sind leider gang und gäbe.“

Immerhin sind die zusätzlichen 51 000 Euro für den Aufzug im Theater haushalterisch kein Problem. Dafür könne man Mittel innerhalb des selben Fachbereichs, also des Liegenschaftsmanagements, umschichten, so Scharf. Denn für den Austausch der Deckenbeleuchtung in der Stadthalle seien heuer 190 000 Euro eingeplant – die 2020 aber gewiss nicht in voller Höhe gebraucht werden, weil sich diese Arbeiten ins nächste Jahr ziehen. Und dafür ist ja wieder ein neuer Haushalt aufzustellen. 

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Baggerfahrer stößt auf Granate im Starnberger See - Update: Badebereich immer noch gesperrt
Alarm in Seeshaupt: An der Uferpromenade des Starnberger Sees wurde eine Phosphorgranate gefunden. Sie explodierte beim Kontakt mit einer Baggerschaufel. Update: Warum …
Baggerfahrer stößt auf Granate im Starnberger See - Update: Badebereich immer noch gesperrt
Weilheim: Widerstand gegen neue Gewerbeflächen bei Unterhausen
Rund 25 000 Quadratmeter zusätzliche Gewerbeflächen will die Stadt Weilheim nördlich des Gewerbegebietes Leprosenweg schaffen. Doch gegen das Ausmaß der Pläne regt sich …
Weilheim: Widerstand gegen neue Gewerbeflächen bei Unterhausen
Gemeindestadl in Iffeldorf statt Carnegie Hall in New York
In Iffeldorf waren fantastische Solisten und der Tölzer Knabenchor zu Gast. Ihre Aufführung von Orffs „Carmina Burana“ war umjubelt.
Gemeindestadl in Iffeldorf statt Carnegie Hall in New York
Wohnmobil fängt Feuer: Urlauberin (22) aus Oberbayern will helfen und stirbt - neue Details
Am Malkwitzer See (Mecklenburg-Vorpommern) fing ein Wohnmobil Feuer. Eine 22-jährige Urlauberin aus Oberbayern wollte helfen - und kam ums Leben.
Wohnmobil fängt Feuer: Urlauberin (22) aus Oberbayern will helfen und stirbt - neue Details

Kommentare