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Alles muss sitzen: Christa Bonitz half den Seeshaupter Sternsingern beim Ankleiden. 

Landkreis Weilheim-Schongau

Sternsingern fehlt mancherorts der Nachwuchs

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Vom Ansturm bis zu Nachwuchssorgen – das Interesse, bei den Sternsingern mitzugehen, war unterschiedlich groß. Vor allem die Pfarreien der größeren Gemeinden hatten mit sinkender Beteiligung zu kämpfen.

Landkreis– Besonders auffällig war der Mangel an jungen Heiligen Drei Königen in Seeshaupt: 19 Buben und Mädchen klingelten als Sternsinger an den Haustüren. Im Vorjahr waren es noch 30 gewesen. „25 bis 30 Kinder wären optimal, um alle Häuser abzudecken – so konnten wir nicht alle Anwohner besuchen“, erklärt Christa Bonitz von der Pfarrgemeinde. Sollten sich künftig nicht wieder mehr Interessenten finden, könnten die Seeshaupter nur noch im Zwei-Jahres-Rhythmus besucht werden. „Viele Kinder sind in diesen letzten Ferientagen mit ihren Familien im Urlaub, zum Beispiel beim Skifahren – das merkt man“, meint Bonitz.

Insgesamt konnte in der Gemeinde, zu der auch Magnetsried-Jenhausen und St. Heinrich gehören, ein Betrag von etwa 3500 Euro gesammelt werden.

Auch in Polling war die Lage schwierig. „In diesem Jahr mussten wir zum ersten Mal Häuser auslassen“, erzählt Koordinatorin Maria Hager. Für die 25 Sternsinger, darunter auch Erstklässler und die Firmlinge der Gemeinde, die traditionell bei den Sternsingern mitmachen, sei das Gebiet zu groß gewesen. „Die Pfarrei würde sich wünschen, dass sich im nächsten Jahr wieder mehr Kinder als Sternsinger melden“, sagt sie. 3100 Euro kamen in der diesjährigen Besetzung zusammen.

Von den Weilheimer Pfarreien waren laut Kaplan Helmut Wißmiller ebenfalls nicht nur Ministranten als Sternsinger unterwegs. Diese allein würden das gesamte Gebiet nicht abdecken können. Je 20 Kinder und Jugendliche besuchten Häuser im Ortsinneren, weitere 35 waren in den umliegenden Gebieten unterwegs. „Wir haben zum Beispiel auch an den Grundschulen für die Sternsinger geworben“, erklärt er. Kinder ab der dritten Klasse, die ihre Erstkommunion empfangen haben, konnten mitmachen. „Gerade im Stadtgebiet würden wir uns über noch mehr Nachwuchs für die Sternsinger freuen“, so Wißmiller.

Nach ersten Einschätzungen kamen dort etwa 13 500 Euro zusammen, die im Rahmen der diesjährigen Aktion Kindern in Indien zugGute kommen. Dazu kommen die Beträge, die in Unterhausen, Marnbach und Deutenhausen gesammelt wurden. In diesen Gebieten gibt es laut dem Kaplan keine Probleme, Interessenten zu finden.

Dass gerade in den Städten und größeren Gemeinden im Landkreis vermehrt für das Sternsingen geworben werden muss, zeigt auch die Situation in und um Penzberg: Während in der Kleinstadt 25 Kinder und Jugendliche unterwegs waren, zogen in den umliegenden Dörfern Iffeldorf und Antdorf 48 beziehungsweise 31 Heilige Drei Könige umher. Wie Claudia Lamprecht, pastorale Mitarbeiterin der Pfarrei Christkönig, berichtet, sei die Zahl der Sternsinger in Penzberg zwar „in Ordnung“ gewesen, doch hätte man sich durchaus über mehr Interessenten gefreut. „Eine der Gruppen mit den größeren Sternsingern ist dann einen zusätzlichen Tag gegangen, um alle Gebiete abzudecken. Das ist schon etwas Besonderes – schließlich machen die Kindern und Jugendliche das ja ehrenamtlich, in ihren Ferien“, so Lamprecht. In der Pfarrgemeinde kamen so etwa 15 500 Euro an Spenden zusammen.

Einen regelrechten Ansturm auf das Sternsingen gab es in Eberfing: In der kleinen Gemeinde mit etwa 1400 Einwohnern meldeten sich 75 Freiwillige als Caspar, Melchior und Balthasar – noch einmal zehn Kinder und Jugendliche mehr als im Vorjahr. Wie Veronika Westenrieder vom Organisationsteam erzählt, sei das Sternsinger dort „ein richtiger Hype“: Jeder wolle dabei sein.

Für den Fall, dass sich eine solche Begeisterung in den kommenden Jahren nicht auch auf die restlichen Gebiete im Landkreis übertragen sollte, haben sich Gemeinden wie Seeshaupt eine „Notlösung“ überlegt: Damit sich auch diejenigen Anwohner, die nicht besucht wurden, zumindest den Segen ins Haus holen können, wird in der Kirche gesegnete Kreide und Weihrauch „zum Mitnehmen“ angeboten.

Marion Neumann

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