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Briefwahl-Abgabe am Weilheimer Rathaus.

Reaktion auf Corona-Virus

Stichwahlen im Landkreis: Auszählung mitSchutzhandschuhen

  • Andreas Baar
    vonAndreas Baar
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Die Stichwahlen am Sonntag, 29. März, finden wegen Corona nur als Briefwahl statt. Trotzdem müssen die Helfer beim Auszählen geschützt sein. So sieht es bei den großen Kommunen im Landkreis aus.

Landkreis – Weilheim, Schongau, Peißenberg, Penzberg und Peiting haben an diesem Sonntag eines gemeinsam: Neben der landkreisweiten Landrats-Stichwahl werden dort die Bürgermeister gewählt. Weil die finale Runde aufgrund der Corona-Situation als Briefwahl läuft, bedeutet das für die Rathäuser eine logistische Herausforderung. Auch am Wahlabend selbst: Für die Helfer braucht es Schutzausrüstung und Mindestabstände.

Einweghandschuhe liegen bereit

 Es gibt Desinfektionsmittel und Einweghandschuhe. Immerhin gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die Ergebnisse trotz der vielen Wahlunterlagen schnell vorliegen. Obwohl die weißen Umschläge mit den Stimmzetteln erst um 18 Uhr geöffnet werden dürfen. Nur die rosa Umschläge werden vorher geöffnet und der Wahlschein überprüft. Das spart Zeit. Zuerst werden die Bürgermeister ausgezählt, dann der Landrat. Die vorläufigen Ergebnisse liegen nach etwa zwei bis maximal drei Stunden vor, so die Schätzungen.

Situation in Weilheim

In Weilheim werden die acht Briefwahlbezirke in der Stadthalle ausgezählt. „Diese sollten möglichst mit je zehn Personen besetzt sein“, berichtet Wahlleiter Andreas Wunder. Es gebe Absagen, aber man habe die Lücken mit Freiwilligen auffüllen können, weil die 18 allgemeinen Wahlbezirke wegfallen. Die Stadt sorgt für Gesundheitsschutz. Aber: „Mundschutz war leider nicht mehr zu erhalten“, sagt Wunder. Es könne jeder einen Mundschutz mitbringen. Zusätzlich werden lange Tischtafeln gebildet, um Abstand wahren zu können. Wunder rechnet nicht mit Verzögerungen bei der Auszählung.

Situation in Schongau

Im Schongauer Rathaus stand das Wahlergebnis bei der letzten Kommunalwahl 2014 nach circa einer Stunde fest. Ob das wieder geschafft wird, ist unklar. Diesmal wird es wohl fünf Auszählbezirke geben, alle in der Staufer-Grundschule. Laut Geschäftsleiterin Bettina Schade gibt es keine personellen Engpässe: „Wir haben bislang ausreichend Wahlhelfer.“ Benötigt werden rund 40 Personen. Vorrangig sind Verwaltungsmitarbeiter im Einsatz. Ausgezählt wird in Klassenzimmern, der Mindestabstand sei gewahrt. Zu den Schutzmitteln „sind ausreichend Waschmöglichkeiten vorhanden“, ergänzt Schade.

Situation in Peißenberg

In Peißenberg werden in elf Wahlbezirken – von der Schule St. Johann bis zum Bürgerhaus – insgesamt 88 Wahlhelfer benötigt. „Die haben wir momentan alle zusammen“, heißt es von Andreas Fischer vom Ordnungsamt. Für die Stichwahlen gab es bislang sechs Absagen. „Das kann aber natürlich noch mehr werden.“ In der Marktgemeinde versuchen sie, noch Mundschutze zu besorgen. „Was aber derzeit schwierig ist und eventuell nicht mehr rechtzeitig klappt“, so Fischer. Man setzt deshalb wohl auf die Eigenversorgung der Helfer.

Situation in Penzberg

In Penzberg gibt es zwölf Briefwahlbezirke, die mit je sieben bis acht Personen besetzt werden. „Wahlhelfer stehen derzeit zur Verfügung“, berichtet Ordnungsamtschef Peter Holzmann. Ausgezählt wird komplett in der Bürgermeister-Prandl-Mittelschule, dafür werden zwölf Klassenzimmer hergerichtet. „Je nach Rücklauf der Briefwahlunterlagen kann die Auszählung dauern“, so Holzmann. Er schätzt grob, dass die Ergebnisse zwischen 20 und 21 Uhr vorliegen.

Situation in Peiting

In Peiting werden rund 65 Wahlhelfer für neun Briefwahllokale benötigt. Bislang sehe es gut aus, heißt es aus dem Rathaus. „Die meisten davon werden wir aus eigenem Personal stemmen können“, sagt Geschäftsleiter Stefan Kort. Die Teams ergänzen unter anderem Mitarbeiter des Landratsamts, die in Peiting wohnen. Ausgezählt wird in der Mittelschule „Mundschutz gibt es keinen“, so Kort – allerdings würden die Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 Metern sicherlich eingehalten.

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