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Aufmerksame Zuhörer hatte Volker Greiner bei diesem Infoabend für Flüchtlinge zum Thema „Alkohol“. 

Positive Resonanz auf Aufklärungskampagne des Gesundheitsamts

Alkohol – auch ein Thema für Flüchtlinge

Das Gesundheitsamt ist in Sachen „Prävention“ schon des Öfteren ungewöhnliche, gleichwohl erfolgreiche Wege gegangen. Auch ein neues Projekt ist vermutlich bundesweit einmalig: Suchtprävention für Flüchtlinge.

Landkreis – Dass Flüchtlinge – wie hierzulande Geborene auch – bisweilen Probleme mit Alkohol haben, ist bekannt. Erschwerend kommt bei ihnen hinzu, dass viele von ihnen – da Moslems – den Umgang damit überhaupt nicht gewohnt sind. Viele sind zudem traumatisiert und/oder müssen auf engstem Raum zusammenleben und sind daher anfälliger für Alkoholprobleme. Deswegen dachte sich Petra Regauer vom Gesundheitsamt: „Da müsste man was machen“. Sie sprach den Sozialpädagogen Günther Greiner an, der erklärte sich bereit, zunächst Asylhelfer, später Asylbewerber zu informieren. Die Helfer waren dankbar für die Infos, und die Resonanz bei den Asylbewerben war „überraschend gut“.

An zehn Abenden in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften im Landkreis kamen jeweils zwischen zehn und 20 meist jüngere Männer – nur einmal war eine Frau dabei. „Das waren wirklich gute Gespräche, nachdem ich klargemacht hatte, dass ich eine Schweigepflicht habe und nicht von der Polizei bin“, so Greiner.Das Misstrauen der Flüchtlinge gegenüber Behörden sei riesengroß. Viele seien vor allem für rechtliche Hinweise dankbar gewesen und hätten sich nach einiger Zeit auch geöffnet. Viele verstünden zum Beispiel nicht, warum Alkohol in Deutschland erlaubt ist, Cannabis nicht.

Nach einem kurzen Film und Informationen über die Rechtslage in Deutschland beschrieben einige ihre persönliche Probleme mit der Droge „Alkohol“. Einer der Besucher beispielsweise wunderte sich, wie schnell er sich an Alkohol gewohnt habe und wie viel er regelmäßig trinke. Es gab auch Rollenspiele, bei denen die Männer lernen sollten, „Nein“ zu sagen.

Das Projekt, das 750 Euro kostete und als Modellvorhaben über die Regierung von Oberbayern voll finanziert wurde, soll es auch im kommenden Jahr geben. Der Antrag ist gestellt – „mit guten Aussichten auf Erfolg“, sagte Petra Regauer.

Johannes Thoma

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