Dafür, dass eine Grünfläche eine solche bleibt, entschieden sich die Mitglieder des Weilheimer Bauausschusses (Symbolbild). 

Weilheim

Südendstraße: Weiter Grün statt Carport

Soll man in Gärten an der Südendstraße den Bau von Carports zulassen? Darüber hat Weilheims Bauausschuss lange diskutiert. Denn ein „Ja“ hätte wohl Folgen für die ganze Stadt.

Weilheim – Anlass für die kontroverse Diskussion war ein Antrag für das Grundstück einer Doppelhaushälfte an der Südendstraße. Dessen Eigentümer würde südlich der bestehenden Garagenzufahrt gern einen Carport, also eine Stellplatz-Überdachung, errichten. Doch der Bebauungsplan „Südendstraße“ lässt Garagen nur an den nördlichen Grundstücksgrenzen zu – um Bauwerke in den Gärten zu vermeiden. Deshalb hatte der Bauausschuss vergangenen Juni einen ähnlichen Antrag für ein Grundstück zwei Häuser weiter abgelehnt.

Auf dem Grundstück, um das es im nun vorliegenden Antrag geht, herrsche jedoch eine andere, bessere Zufahrtssituation, betonte Bürgermeister Markus Loth (BfW). Er könne solche Anträge verstehen, fügte der Rathaus-Chef hinzu: „Viele haben heute zwei Autos, und sonst stehen diese Autos nur auf der Straße – diesem Problem muss man sich stellen.“

Auch BfW-Fraktionssprecher Dr. Claus Reindl warb dafür, „an geeigneten Stellen Carports zu ermöglichen“. In diesem Fall wäre das seiner Meinung nach direkt an der südlichen Grundstücksgrenze. Sein Fraktionskollege Rupert Pentenrieder unterstützte das: „Wir sollten froh sein um jedes Auto, das wir von der Straße wegkriegen.“ Zwar habe man zusätzliche Carports dort bislang abgelehnt, „aber irgendwann werden wir dem Druck nicht mehr standhalten“, so Pentenrieder. Dafür habe sich die Situation seit Aufstellung des Bebauungsplans zu sehr verändert.

Anders die Einschätzung des Stadtbauamts: Aus städtebaulicher Sicht sei sie dagegen, dort Bauwerke in den Gärten zuzulassen, sagte Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt: „Das wäre sehr, sehr schade, weil das noch ein sehr stimmiger Bereich ist – und ich sehe keine Not, das zu ändern.“ Manfred Stork, Leiter der Bauverwaltung im Rathaus, betonte, dass bezüglich möglicher Bauten im Garten alle Grundstücke im Bebauungsplanbereich gleich zu beurteilen seien, unabhängig von der Zufahrtssituation. Und das Parken auf der Straße wäre Stork zufolge auch anders zu lösen: mit Stellplätzen vor der Garage, ohne Überdachung. Wobei er ohnehin kein Problem darin sehe, „dass Autos auf dieser irrsinnig breiten Straße stehen“.

Das sah auch BfW-Stadträtin Brigitte Holeczek so – und lehnte es ab, die Gärten dort durch Carports und ähnliches „zubauen“ zu lassen. „Diese Grünbereiche sind nötig“, sagte auch Stefan Zirngibl (CSU) und forderte, „nicht vom bisherigen, klaren Konzept abzuweichen“. Andernfalls hätten nicht nur alle anderen Eigentümer in der Südendstraße das gleiche Recht, so Zirngibl, sondern es gäbe „Folgefälle in ganz Weilheim“.

Sehr grundsätzlich meldete sich Alfred Honisch zu Wort: Zwar sei jedem ein Zweit- oder Drittauto zu gönnen, so der Grünen-Sprecher, „aber städtebaulich stellt es uns vor große Probleme. Und in 30 Jahren sitzen wir dann hier und beratschlagen, ob da noch irgendwie ein Viert- oder Fünftauto unterzubringen ist...“

Bei der Abstimmung wurde der Antrag des Hauseigentümers einstimmig abgelehnt. Und die Mehrheit sprach sich auch gegen eine grundsätzliche Bebauungsplan-Änderung in dieser Hinsicht aus – dafür waren nur Pentenrieder und SPD-Stadtrat Michael Lorbacher. „Carports finde ich auch nicht besonders schön“, hatte Lorbacher argumentiert: „Aber es ist das geringere Übel, und so hätte die Stadt wenigstens Einfluss auf die Gestaltung.“

Magnus Reitinger

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