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Wie vielseitig Blasmusik sein kann, erlebten die Zuhörer beim Konzert der „Symphonic Air-Connection“. 

„Symphonic Air-Connection“  in der Stadthalle

So bunt  kann Blasmusik sein

Facettenreich war das Programm der „Symphonic Air-Connection“. Ihr Konzert in der Stadthalle bewies die Vielfältigkeit von Blasmusik.

Weilheim – Im ersten Stück herrscht zwischendurch Weltuntergangsstimmung. Dafür steht das aufwühlende Crescendo, dem ein kräftiger Gongschlag folgt. Der ist freilich nicht das Ende. Nachher entwickelt sich in feinen Tönen wieder zartes Leben. „Fate of the Gods“ heißt das dramatische Stück, mit dem die Formation „Symphonic Air-Connection“ das Konzert in der Stadthalle Weilheim am Samstag eröffnet hat.

Ein Abend mit vielen Facetten. Die Zuhörer bekommen eine breite Palette dargeboten – vom Tongemälde bis zum Ohrwurm. Nach der Eröffnung mit dem „Schicksal der Götter“, wie der Titel „Fate of the Gods“ von Steven Reineke übersetzt werden kann, folgt die „First Suite“ von Gustav Holst, die als schwierig gilt. Ein beeindruckendes Werk. Freilich ist an diesem Abend der Charakter im zweiten Satz ein wenig behäbig. Arthur Lehmann dirigiert das Werk, der sich während des Konzerts mit seinem Kollegen Berthold Reitinger abwechselt. Beide sind Lehrer an der Musikschule.

„Auch ein Blasorchester kann ganz gut Tango spielen“. So führt Moderator Reitinger in das dritte Stück ein, bei dem er wieder den Takt vorgibt. Schön entfalten sich die Klangfarben von Flöte über Klarinette zum Saxophon hinunter zum Fagott bis zum Kontrabass, als das Orchester aus den „Symphonischen Tänzen“ des japanischen Komponisten Yosuke Fukuda den Tango darbietet.

Die Serenade von Derek Bourgeois erklingt an diesem Abend gleich zweimal: vor der Pause und zum Schluss als Zugabe. Ein Ohrwurm für die 140 Konzertbesucher. Pfiffig die Einwürfe im Piccolo im Schlusstakt.

Gespielt wird es von Julia Krammling, heuer die einzige Flötistin im Orchester. Sie ist stets präsent und in der Stimmung wie im Ausdruck – ein Eckpfeiler in dem 30-köpfigen Ensemble. Die 25-Jährige ist zum elften Mal beim Konzert der „Symphonic Air Connection“ dabei. Ihre Eltern wohnen in Weilheim; sie studiert und lebt in München studiert.

An zwei Probenwochenenden wurde das Programm einstudiert, bei dem zum 20-jährigen Bestehen der Formation Stücke aufgelegt wurden, die schon in früheren Konzerten zu hören waren. So interpretiert Reitinger nach der Pause die Ouvertüre „Ross Roy“, die Jacob de Haan für eine australische High School-Band komponiert hatte.

Nach den „Satiric Dances“ von Norman Dello Joio überzeugen die Musiker im „James Bond“-Arrangement von Johann de Meij mit sattem Sound – grade so, als ob 60 Musiker auf der Bühne säßen. Den Abschluss bildet das beeindruckende Werk „Mazama“ von Jay Chattaway. Konzentriert und wuchtig die Schläge in der Perkussion, berührend zart Fagott und Klarinette.

Ein facettenreiches Programm eines gereiften Orchesters mit versierten Musikern in den Registern. Allenfalls die Posaunen sollten bisweilen breiter spielen. Zwei Musiklehrer leisten gemeinsame Arbeit, obwohl sie ganz unterschiedlich agieren – vor allem im Dirigat. Und das nicht nur, weil Reitinger den Dirigentenstab in der linken Hand hält.

Johannes Jais

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