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Infos aus erster Hand: Ronald Sinda (zuständig für Hardware der Multimissionssatelliten) erklärte, was es mit geostationären Satelliten-Orbits auf sich hat.

Tag der offenen Tür in der DLR-Bodenstation

3500 Besucher im „bayerischen Houston“

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Die DLR-Bodenstation in der  Lichtenau öffnete erstmals für Besucher ihre Pforten. 3500 Besucher kamen ins „bayerische Houston“.

Weilheim Es ist ein ganz spezielles, surrendes Geräusch, wenn sich eine der großen Satellitenantennen des DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) in der Lichtenau neu ausrichtet. Wie sich das anhört, aber auch wie schnell ein solcher Positionswechsel geht, konnten am Sonntag die großen und kleinen Gäste beim „Tag der offenen Tür“ der Bodenstation erleben.

Rund 3500 Besucher ließen sich den ersten Aktionstag dieser Art in der 50-jährigen Geschichte der Station nicht entgehen und bummelten über das Gelände. Sogar von oben konnten sie das Areal betrachten - bei Hubschrauber-Rundflügen ebenso wie von der 30-Meter-Antenne aus. An einer der anderen 17 Antennen stand Stefan Veit mit einem Kollegen den Besuchern Rede und Antwort. Veit ist eigentlich Mitarbeiter beim DLR in Oberpfaffenhofen, unterstützte aber beim Aktionstag das Team in der Lichtenau. Und er hatte dort eine Menge zu tun. Immer wieder gingen neue Besucher auf die Antenne zu, wo an den Geräten ein Satelliten-Überflug simuliert wurde.

Wie viele Satelliten werden von hier aus gesteuert? Und um welche Art von Satelliten handelt es sich? Das waren Fragen, die Veit von den Gästen hörte. Ihren Wissensdurst konnten die Besucher an vielen Stellen auf dem Gelände stillen. Es gab Schautafeln und Vorträge – und viele DLR-Mitarbeiter, die Fragen beantworteten. Zudem waren in einem Bereich Stände von anderen Institutionen, wie Bundeswehr und BRK, aufgebaut. Während von draußen Blasmusik zu hören war, wurde in einem Büro erklärt, wie Satelliten auf ihre Umlaufbahn gebracht und überwacht werden. Nicht ohne Staunen beobachteten die Zuhörer, wie eine vor dem Haus stehende Antenne vom Büro aus gesteuert werden kann und ihre Position verändert.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sagte in einer Rede, die Lichtenau sei „so was wie das bayerische Houston“. Wenn man über das Gelände gehe, sehe man was in der Region „an Zukunft gemacht wird“. Die Bodenstation in Weilheim, die aktuell 64 Satelliten steuere, könne auch heikelste Missionen betreuen. Fasziniert zeigte sich Dobrindt von einer aktuellen Mission zu einem Asteroiden. Diese, so witzelte der Minister, erstrecke sich über vier Jahre und gehe damit „deutlich schneller“ vonstatten als der Bau des Berliner Flughafens.

Die Vorstandsvorsitzende des DLR, Dr. Pascale Ehrenfreund, erinnerte an die 50-jährige Geschichte der Bodenstation, für die einst – was nicht einfach gewesen sei – 36 Hektar Land in einem wenig besiedelten Gebiet gekauft wurden. In der Lichtenau bei Weilheim sei ein „national und international wichtiger Kommunikationsknoten“ entstanden.

Sie hoffe, so Ehrenfreund, dass sich die Gäste durch ihren Besuch in der Station, von der aus bisher 170 Satelliten-Missionen unterstützt wurden, „dem Weltall ein Stückchen näher“ fühlten.

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