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Acht Frauen – welche von ihnen hat einen Mord begangen? 

Theatergruppe „liber“

Acht Frauen, viele Überraschungen

Weilheim - Die Weilheimer Theatergruppe „liber“ zeigteerstmals ihr neues Stück, eine Krimikomödie. Und die war voller Überraschungen.

Zunächst sieht alles nach einem beschaulichen und harmonischen Familientreffen zu Weihnachten aus: Tochter Susanne (Giulia Beckmann) kommt am Morgen extra in den Semesterferien nach Hause, wo ihre Mutter Gaby (Birgit Gutzeit), ihre jüngere Schwester Catherine, ihre im Rollstuhl sitzende Großmutter (Cornelia Franjga) und die Köchin Chanel (Tina Ulmer) schon sehnsüchtig auf sie warten. Das neue Dienstmädchen Louise (Nina Sohnius-Wilhelmi) ist weniger begeistert und ihre Tante Augustine (Sylvia Reischmann) schimpft sowieso von morgens bis abends auf alles und jeden.

Nach der dennoch zum großen Teil freudigen Begrüßung im heimischen Wohnzimmer (Bühnenbild: Susanne Löw), will die quirlige Catherine den Vater wecken, der darum gebeten hatte, ausschlafen zu können. Sie stößt einen spitzen Schrei aus, nachdem sie das Zimmer betreten hat und verkündet, dass dieser mit einem Messer im Rücken tot im Bett liege. Damit beginnt die Demontage des vermeintlichen Familienglücks, in der bald auch die ungeliebte Schwester des Verstorbenen, Pirette (Julia Stewin), mitmischt, die den Kontakt zur Familie schon lange abgebrochen hat. Schnell ist klar, dass eine der anwesenden Frauen die Mörderin ist. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass jede von ihnen ein Motiv hat und dass die Geschichte, die jede von ihnen über den Verlauf der Mordnacht erzählte, nicht stimmen kann.

Die Weilheimer Theatergruppe „liber“ bringt heuer das Stück „8 Frauen“ aus der Feder von Robert Thomas auf die Bühne des Weilheimer Stadttheaters, bei dem, auch, wenn es um einen Mann geht, nur Frauen eine Rolle spielen. Das mag eintönig klingen, sorgt aber mit dafür, dass sich die Situation psychologisch zuspitzt und dafür, dass die rund 100 Zuschauer, die die Premiere am Freitag im Stadttheater verfolgten, einen spannenden, höchst unterhaltsamen Abend erlebten.

Die Darstellerinnen verstehen es allesamt, ihre Rollen so zu spielen, dass die verschiedenen Charaktere deutlich werden und glaubhaft sind. Bevor Längen aufkommen konnten, nahm das Stück jedesmal eine überraschende Wendung, ein völlig unvermuteter Schluss krönte das Theatererlebnis. Dann, beim Schlussapplaus, betrat doch noch ein Mann die Bühne: Michael Golf, der zusammen mit der Gruppe Regie geführt hatte. 

Weitere Vorstellungen

im Stadttheater am kommenden Freitag und Samstag, 22. und 23. April, 20 Uhr. Karten: Medienhaus-Ticketservice in der Sparkasse am Marienplatz, 0881/68611.

Kathrin Hauser

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