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Tourismus setzt auf Freizeitradler

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Von: Andreas Baar

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Radler radeln vor der Heuwinklkapelle.
Kleinod des Glaubens im Pfaffenwinkel: Die idyllische Heuwinklkapelle in Iffeldorf ist ein mögliches Ziel der geplanten Strecken für Freizeitradler. © Foto: Tourismusverband Pfaffenwinkel/Christoph Jorda

Der Radtourismus in der Region soll mit einem eigenen Streckenkonzept gestärkt werden. Es ist ein landkreisübergreifendes Projekt. Dafür braucht es aber eine breite Unterstützung – deshalb ist eine Umfrage gestartet worden.

Landkreis – Die weiß-grünen Schilder weisen Radfahrern im Landkreis Weilheim-Schongau den Weg zwischen Lech und Loisach. 2005/2006 gab es die Tourenbeschilderung. Doch das System ist in die Jahre gekommen, deshalb plant der Tourismusverband Pfaffenwinkel eine Neuauflage. „Natur und Kultur per Rad erleben“ lautet das Leitmotto für die Planung. Es ist ein Vorhaben von Pfaffenwinkel-Touristikern und der Zugspitz Region.

Die Umsetzung ist laut Pfaffenwinkel-Geschäftsführerin Susanne Lengger für 2021 geplant. Derzeit sammelt die beauftragte Murnauer Agentur „green-solutions“ Daten als Grundlage. Dazu gehört eine öffentliche Online-Umfrage.

Es gilt, ein „möglichst umfangreiches Meinungsbild“ zu erhalten, teilt Lengger mit. Mitmachen kann deshalb jeder. Die Umfrage wurde unter anderem auch an Naturschutzorganisationen geschickt. Denn das Vorhaben braucht eine breite Unterstützung. Ohne die Hilfe von Gemeinden, Umweltschutz, Wald- und Forstwirtschaft, aber auch Bürgern und Urlaubern ginge es nicht, bekamen die Vertreter der Mitgliedskommunen zu hören. Im Online-Fragebogen wird unter anderem danach gefragt, wie ein ideales Angebot für Radfahrer aussehen soll, wo Infrastrukturen oder Dienstleistungen für den Radtourismus fehlen und vor allem, wo es durch die gemeinsame Nutzung der Natur zu Konflikten kommt.

Philipp Holz, Tourismusmanager der Zugspitz-Region, nennt die Ergebnisse „eine der wertvollsten Grundlagen für die Schaffung eines tragfähigen Konzeptes“. Susanne Lengger glaubt an „einen Mehrwert“ des Radwegesystems für Bevölkerung und Gäste gleichermaßen. Schließlich wollen beide Urlaubsregionen grenzübergreifend Routen anbieten – für Touren- und Rennradler sowie Mountainbiker. Angedacht ist auch eine Ausweitung auf „Bed & Bike-Partner“ aus der Gastronomie, wie Lengger auf Nachfrage sagt.

Dafür wird eine Menge Geld in die Hand genommen. Für den Förderantrag durch den europäischen Leader-Topf wurde eine Investitionssumme von 185 000 Euro genannt. Der Antrag wurde bereits 2019 bewilligt. Laut Lengger gibt es eine Förderung von immerhin 70 Prozent. Für jeden der beiden Partner bleibt eine Restsumme von 30 000 Euro.

Ob mit der Umsetzung im kommenden Jahr begonnen werden kann, ist allerdings unklar. Die Corona-Situation hat die gesamte Tourismusbranche durcheinandergewirbelt. Wenigstens gab es zur Einstimmung im April einen Workshop. Online und mit rund 30 Teilnehmern aus Kommunen und Interessensgruppen vom Alpenverein bis zum Fahrradclub ADFC.

Das Freizeitkonzept ist derzeit nicht das einzige Radwege-Projekt im Landkreis: Im Landratsamt wird an schnellen Verbindungen für Alltags-Radfahrer geplant.

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